Fussball 05.11.2018

Ratlose Murtner tauchen erneut

Murtens Aldo Perricone beim Kopfball.
Auch das letzte 2.-Liga-Spiel vor der Winterpause brachte keinen Befreiungsschlag: Der FC Murten zog gegen Belfaux mit 0:4 klar den Kürzeren. Damit sieht es in der Tabelle für das Schlusslicht aus dem Seebezirk allmählich ziemlich düster aus.

«Niederschmetternd» – «Langsam hoffnungslos» – «Wir sind aktuell keine Mannschaft»: Michael Aeber­hard, der tadellose Keeper des FC Murten, fand am Samstagabend nach Spielende klare Worte. Einmal mehr war der Schlussmann der einzige Seeländer gewesen, der seine Leistung abrufen konnte. Dennoch musste er gegen Belfaux vier Mal den Ball aus dem Netz holen, während sein Gegenüber Patrick Martins Fraga über weite Strecken einen ruhigen Abend erleben durfte. Der letzte Auftritt der Murtner vor der Winterpause war sinnbildlich für ihre katastrophale Hinrunde: In den 13 Partien kassierte die Mannschaft von Salvatore Vicari im Schnitt 3,5 Gegentore pro Match und konnte ihrerseits bloss elf Treffer bejubeln – beides Negativrekorde der aktuellen 2.-Liga-Saison. Angesichts einer derart desolaten Statistik vermag es nicht zu erstaunen, dass der FC Murten mit elf Niederlagen am häufigsten als Verlierer vom Platz ging und jetzt mit bescheidenen vier Punkten als Schlusslicht überwintern muss.

Fehler und Pech

Nur wenige Zuschauer fanden sich auf dem Sportplatz Prehl ein, um ihr kriselndes Team bei frostigen Temperaturen zu unterstützen. Die Startphase der Partie trug absolut nichts dazu bei, ihre Stimmung zu heben: Nach einer knappen Viertelstunde führte der erste gelungene Angriff der Gäste zum 0:1, Joao Miguel Pereira Figueiredo durfte unbehelligt einköpfen (14.). Die Murtner sprachen sich gut zu und wollten sich durch diesen Rückschlag nicht entmutigen lassen. Aber Max Conti doppelte sofort nach, wobei dieser Treffer aus abseitsverdächtiger Position fiel (17.).

Bis zur Reaktion des Heimteams verstrichen zehn Minuten. Dylan Iacazzis und Pietro Salernos gutes Zusammenspiel scheiterte letztlich an einem Verteidigerbein. Assistent Ruben Clemente Habermacher, der den gesperrten Vicari an der Seitenlinie vertrat, nahm noch vor der Pause einen Stürmerwechsel vor. Der gewünschte Effekt blieb aus, denn kurz darauf stellte Pereira Figueiredo das Skore mit einem Sonntagsschuss auf 0:3 (35.).

Mit diesem Resultat ging es in die Kabinen, weil Aeberhard eine starke Parade zeigte (42.) und Biolley das Leder aus wenigen Metern Richtung Cornerfahne holzte (45.). Nach dem Seitenwechsel stellte Murten hinten auf eine Dreierkette um, während Captain Fabio Quagliariello wie zu alten Zeiten ins Sturmzentrum rückte. Dort vermochte er bei der Gästeabwehr zwar situationsweise Nervosität erzeugen, doch auch ihm sollte kein Treffer vergönnt sein. Zwanzig Minuten vor Ende – mittlerweile hatte Belfaux durch Stéphane Laufer auf 0:4 erhöht (64.) – setzte Quagliariello seinen Sturmpartner Diogo Rafael Freitas Ribeiro mustergültig ein, doch der schloss zu unplatziert ab.

Sulkoski symbolträchtig

Verschiedene Aktionen des ebenso talentierten wie launischen Senol Sulkoski wirkten symbolträchtig für die aktuelle Situation seines Vereins, wo Pech und Fehlerhaftigkeit zusammenkommen: Nebst einem herrlichen Schuss ins Lattenkreuz – durch den Schiedsrichter annulliert – waren so auch unnötige Kabinettstückchen anstelle der fussballerischen Grundtugenden zu beobachten.

Telegramm

Murten - Belfaux 0:4 (0:3)

Prehl. – 60 Zuschauer. – SR: Stefan Solliard

Tore: 14. Pereira Figueiredo 0:1; 17. Conti 0:2; 35. Pereira Figueiredo 0:3; 64. Laufer 0:4.

FC Murten: Aeberhard; Gjauri, Perricone, Quagliariello, Ramadani; Iacazzi, Gagliagnone, Ferreirinha Cardoso (46. Miftaroski), Mendaroski, Sulkoski; Salerno (32. Freitas Ribeiro).

ES Belfaux: Martins Fraga; Mory (88. Müller), Lauper, Baechler, Bovet (74. L. Martinetti); Conti (65. Baeriswyl), Biolley, Dafflon, Pereira Figueiredo (79. B. Martinetti), Jacop Pires; Laufer (82. Stohr).

Bemerkungen: 85. Lattentreffer Dafflon.