Fussball 14.06.2018

Seisa mit zu vielen Fehlern in der Defensive

Seisa 08 verlor gestern Abend in Châtel-St-Denis auch sein zweites Aufstiegsspiel für die 2. Liga. Nachdem die Sensler zur Halbzeit noch 1:0 geführt hatten, unterlagen sie am Ende gleich 1:5. Hauptgrund dafür waren grobe Schnitzer in der Abwehr.

In der Saison 90/91 spielte der FC Châtel-St-Denis mit seinem damaligen Mäzen und Präsidenten Gérard Vau­they noch in der NLB, seither ging es mit dem Vivisbacher Traditionsklub nur noch bergab. Jetzt versucht man mit dem neuen Trainer Dullio Servado zumindest wieder in die 2. Liga aufzusteigen. Nach zwei Spielen mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von 10:1 stehen die Chancen gut, dass man nächste Saison wieder in der obersten kantonalen Liga mittun kann. Fast eine Stunde lang schaute es auf dem grössten Terrain im Kanton Freiburg jedoch nicht nach dem zweiten Sieg des Siegers der Gruppe 3 aus, bis dahin wirkte Seisa 08 viel gefährlicher und lag mehr als verdient mit einem Tor in Front. Zwei Eigentore innert einer Viertelstunde veränderten die Physiognomie dieser am Ende noch torreichen Aufstiegspartie völlig. In der Schlussphase fielen dann die Gäste in der Abwehr völlig auseinander und kassierten noch drei weitere Tore. Damit sind die Chancen der Sensler schon ziemlich früh auf ein Minimum gesunken.

Lange Zeit souveränes Seisa 08

Aufgrund der Resultate in Spiel eins ging das Heimteam eigentlich als klarer Favorit in dieses Spiel, aber bis nach der Pause führte der Gast klar die feinere Klinge und hatte Chancen für mehr als nur einen Treffer. Das einzige Tor hatte Patrick Schmutz, einer des besten Spieler auf dem Platz, nach einer halben Stunde mit einem platzierten Weitschuss erzielt, der routinierte Goalie Pierre Raimondo blieb regungslos stehen. Auch danach hatten die stets steil in die Spitze agierende Truppe von Coach Markus Sturny noch ein paar weitere gute Chancen, die beste vergab Yannick Aebischer (36.) mit einem Schuss aus kurzer Distanz übers Tor. Und Anfang der zweiten Halbzeit strich ein Ball um Haaresbreite am Châtel-Tor vorbei. Seitens des Heimklubs, der wohl fürs Auge schön spielte, sah man bis zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen richtigen Schuss aufs Tor, der beim Startspiel in Montet noch so erfolgreiche Angriff hatte gegen die gut stehende Sensler Abwehr kein Brot.

Eigentor veränderte alles

Wie aus heiterem Himmel konnte dann Châtel mit seiner praktisch ersten richtigen Offensivaktion nach der Pause glücklich ausgleichen, wiederum wurde Seisa 08 wie schon am letzten Samstag im Heimspiel gegen La Roche ein weit geschlagener Freistoss zum Verhängnis. Kevin Braichets hoher und zügiger Ball flog via Kopf von Yannik Aebischer ins eigene Tor, für den bis dahin arbeitslosen Martin Zahno gab nichts zu halten. Ab diesem Moment bekamen die technisch versierten Vivisbacher um ihren schnellen und gefährlichen Flügelstürmer Karim Dafir plötzlich Überhand, und dieser kleine Spieler stand dann auch am Start des zweiten Tores. Diesmal konnte Thierry Rumo dessen Schuss nur noch ins eigene Tor ablenken (74.). Was danach passierte, hätten die vielen mitgereisten Sensler Fans vorher kaum für möglich gehalten. Praktisch jeder Angriff Châtels, das offenkundig über die bessere Bank verfügte, führte nun gegen die völlig verunsicherte Seisa-Abwehr zu einem Tor, der Sieger spielte sich in den letzten Minuten in einen wahren Torrausch und gewann damit das Spiel noch klar und deutlich. Das klare Resultat entsprach am Ende jedoch nicht den wahren Spielanteilen.

Aufstieg in weiter Ferne

Grosse Vorwürfe müssen sich die Spieler des Verlierers trotz der Kanterniederlage keine machen, der eigentlich ziemlich ausgeglichene Match lief an diesem Abend eben komplett für den Gastgeber. Vielleicht verpasste es Seisa, nach dem 1:0 den Sack mit einem zweiten Tor zuzumachen, möglich wäre so ein Treffer durchaus gewesen. Aufgrund der starken letzten halben Stunde ging der Sieg Châtels, die damit einen weiteren Schritt Richtung Aufstieg getan haben, dann doch noch in Ordnung. Anders sieht die Lage für Seisa 08 aus, das aus eigener Kraft dieses Ziel kaum mehr erreichen kann. Der Hauptgrund dazu sind die vielen Gegentore – sieben in zwei Spielen –, mit einer solchen Abwehrleistung lassen sich bekanntlich längerfristig keine Erfolge holen.

Telegramm

Châtel – Seisa 08 5:1 (0:1)

Stade du Lussy: 220 Zuschauer. – SR  Roland Jaquet.

Tore: 31. Schmutz 0:1, 57. Yannick Aebischer (Eigentor) 1:1, 74. Rumo (Eigentor) 2:1, 82. Pouchou 3:1, Meyer 4:1, 90. Vauthey 5:1.

FC Châtel-St-Denis: P. Raimondo; Schopfer, Saudan, Gadiaga, Michel; Ferreira; Dogbe, Ukic, Dafir; Braichet; F.  Raimondo. Eingewechselt: Vauthey, Rapsode, Meyer, Ohrel, Pouchou.

FC Seisa 08: M. Zahno; Nösberger, S.  Zahno, Rumo, Schmutz; Perler, Yannick Aebischer; Mathis, Sturny; Yanick Aebischer; Beda. Eingewechselt: Bertschy, Gerber, Brülhart, Schärli.

Bemerkungen: Pfostenschuss: Beda (2.).