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Fussbälle trüben die Wohnidylle

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

Die Aussicht könnte schöner nicht sein: Die Kathedrale erhebt sich über der Freiburger Altstadt, die Zähringerbrücke durchschneidet das Tal, das Laub der Bäume ist gelb und rot gefärbt, und gleich unterhalb der Terrasse überquert die Neiglen-Passerelle die Saane. Léonard und Elsa Gauch leben seit 42 Jahren an diesem idyllischen Ort am Standpfad – nur wenige Gehminuten weg vom Freiburger Stadtzentrum und doch mitten in der Natur. Doch ihre Freude über den schönen Wohnort ist seit einigen Jahren getrübt – seit die Pädagogische Hochschule Freiburg oberhalb ihres Hauses einen Fussballplatz eingerichtet hat.

Bälle krachen aufs Dach

Der Fussballplatz ist von einem Drahtzaun umgeben; imme wieder fliegen aber Bälle höher als vier Meter und über den Zaun hinaus, die gut acht Meter hohe Felswand hinunter – und dann oft auf das Dach von Léonard und Elsa Gauch. Das gibt einen grossen Krach, denn die Dachziegeln sind – auch als Schutz gegen Steinschlag – mit Blech belegt. Immer wieder beschädigen Bälle das Dach. Doch nicht genug: Die Sportler wollen ihren Ball zurück, nehmen die Katzentreppe oder klettern die Dachrinne hinauf und springen aufs Dach. Dabei gehen Kletterhilfen und Ziegel kaputt.

Angst vor einem Unfall

«Eines Tages gibt es einen Unfall», sagt Elsa Gauch. Der 76-jährigen Rentnerin wird unwohl, wenn sie daran denkt. «Sobald ich einen Ball auf dem Dach höre, schlägt mein Herz ganz schnell, und mir läuft der Schweiss herunter.» Sie ist deswegen in ärztlicher Behandlung. «Doch wie mein Arzt sagt: Wenn das Problem nicht gelöst wird, nützen die teuersten Tabletten nichts.»

Bei schönem Wetter ist Léonard Gauch trotz seiner 81 Jahre oft in der Natur unterwegs. Wenn die Fussballer dann aufkreuzen, steht ihnen seine Frau alleine gegenüber. «Dabei haben sie mich auch schon weggeschubst; ich hatte Glück, dass ich mich auffangen konnte», erzählt Elsa Gauch. Das Ehepaar hat mehrmals die Polizei gerufen; «doch die kommt erst eine Stunde später, da können sie nichts mehr machen», sagt Léonard Gauch.

«Unverhältnismässig»

Auch Briefe an den Kantonsarchitekten haben nichts gefruchtet: Das Ehepaar hat darum gebeten, dass der Zaun beim Fussballfeld auf der Höhe ihres Hauses auf acht Meter erhöht wird. Doch der Kantonsarchitekt schrieb zurück, dies sei «unverhältnismässig». Gegenüber den FN sagte Charles-Henri Lang, ein solcher Zaun hätte einen zu grossen Einfluss auf das Ortsbild mit der Stadtmauer. «Wir stellen sicher keinen zehn Meter hohen Zaun auf», sagt der Kantonsarchitekt. Das Problem sei unlösbar: «In der Stadt gibt es verschiedene Nutzer nebeneinander – hier die, die wohnen, dort die Sporttreibenden. Das gibt unweigerlich Probleme.»

Lang betont, dass während des Sportunterrichts der Pädagogischen Hochschule keine Bälle über den Zaun flögen: «Die Sportlehrer schauen dafür, dass es kein Problem gibt.» Wenn ausserhalb der Unterrichtszeiten Kinder und Jugendliche den Sportplatz benutzten, könne der Kanton nichts machen. «Den Zugang zum Fussballfeld zu untersagen wäre eine Lösung – aber das will doch auch niemand.»

Zumindest das Ehepaar Gauch will das nicht: Es stört sich nicht am Fussballspiel, sondern an den Bällen auf ihrem Dach. «Für alles andere haben sie Millionen – aber nichts für uns», sagt Léonard Gauch frustriert.

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