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Fussfesseln und eine Schildkröte in der Küche des römischen Landhauses

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Autor: Lukas Schwab

Was haben Fussfesseln und eine Schildkröte in der Küche eines römischen Landhauses verloren? Die Antwort liefert die Sonderausstellung «2 Mosaike, 3 Gärten und 1 Schildkröte!» im Römermuseum Vallon. Archäologen fanden bei den Ausgrabungen in Vallon im Raum der Küche des einstigen römischen Landhauses nicht nur Küchenutensilien, sondern auch eine gut erhaltene Fussfessel aus Metall und den Panzer einer Schildkröte.

Sklaven und Suppentiere

Die Fussfesseln zeigen, dass in der Zeit der Römer nicht alle Bediensteten freiwillig arbeiteten. «Die Fesseln stammen wohl von Sklaven», erklärte Jacques Monnier, der die Ausstellung gemeinsam mit Clara Agustoni konzipiert hat, an der gestrigen Medienkonferenz. Wie die Schildkröte in die Küche kam, ist schwieriger zu beantworten: Sie könnte in einer Suppe geendet haben oder eine Art Haustier gewesen sein.

Die Ausstellung führt die Besucher aber nicht nur in die Küche des römischen Landsitzes, sondern auch in den Bankettsaal, den Wohntrakt und durchs Feuer, das der Blütezeit des Landsitzes ein Ende setzte. Mit kurzen, gut verständlichen Erklärungstexten und zahlreichen Illustrationen entsteht ein lebendiges Bild des römischen Lebens. Die ausgestellten Objekte sind fast ausnahmslos Fundstücke aus Vallon. Neben den eindrücklichen Bodenmosaiken als fester Bestandteil der Ausstellung (siehe Kasten) sind viele Stücke zu sehen, die erst in den letzten Jahren ausgegraben wurden. «Die Ausstellung zeigt den aktuellen Wissensstand zur Fundstelle Vallon», so Monnier.

Eingang war eine Latrine

Dass sich dieser Wissensstand immer wieder verändert, wird den Ausstellungsbesuchern anhand des zehn Jahre alten Modells des Landhauses von Vallon vor Augen geführt: Mit grünen Punkten versehene Pfeile zeigen, was aufgrund neuer Erkenntnisse nicht mehr stimmt. Ein Beispiel ist der monumentale, mit Säulen versehene Eingang zum Südhaus: In den letzten Jahren wurden direkt davor die Überreste einer Zisterne gefunden. «Dadurch wurde klar, dass dort sicher kein Eingang war», so Monnier. Stattdessen gehen die Archäologen heute davon aus, dass sich dort eine Latrine – also eine Toilette – befand. «Archäologische Erkenntnisse verändern sich», so Monnier.

Römermuseum Vallon. Vernissage: Fr., 19. November, 18.30 Uhr. Ausstellung bis 4. März 2012. Mi. bis So., 14 bis 17 Uhr.

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