Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Fussgänger statt Autos in den Gassen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Seit die Hauptgasse in der Altstadt autofrei ist, ist das Parkhaus Viehmarkt gut belegt. Die vielen Touristen stellen dort ihr Auto ab, um in den Gassen innerhalb der Stadtmauern zu flanieren und das Stadttor, den Hexenturm und das Rathaus zu besichtigen. Die vielen Beizen laden zum Zwischenstopp ein. Platz hat es zur Genüge: Wo früher Autos parkierten, haben die Restaurants nun Tische und Stühle hingestellt. Auch die vielen Läden können ihre Waren draussen präsentieren und locken dadurch vermehrt Kundschaft an.

Ähnliche Stadt mit anderer Verkehrspolitik

Die flanierenden Touristen befinden sich nicht etwa in den Gassen des zukünftigen Murten, sondern im deutschen Städtchen Waldshut. Waldshut hat viele Parallelen zu Murten: Der Parkplatz heisst gleich wie in Murten, und auch ein Rathaus und einen Hexenturm gibt es. Während Murten die Touristen mit dem See lockt, ist Waldshut ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Schwarzwald. Anders als Murten hat Waldshut jedoch nicht nur ein, sondern zwei Stadttore. Ein frappanter Unterschied besteht ausserdem in der Verkehrspolitik: Seit den späten Achtzigerjahren ist die Hauptgasse–die Kaiserstrasse–autofrei. Neben dem Viehmarktparkplatz parkieren die Autos im Kornhaus-Parking. In der Stadt gibt es heute mehr Parkplätze als zu jener Zeit, als die Autos noch in der Kaiserstrasse parkierten.

Vortritt für die Fussgänger

In der Altstadt von Murten gehört die Hauptgasse noch immer den Autofahrern. Die Mehrheit der fast ständig besetzten Parkplätze in der Alt

stadt soll jedoch verschwinden. In der laufenden Ortsplanungsrevision ist eine Begegnungszone mit einer Geschwindigkeitslimite von Tempo 20 geplant, wo die Fussgänger Vortritt haben. Die Autos aus der Altstadt zu vertreiben, freut nicht alle Murtner Geschäftstreibenden. Ihre Befürchtung: Können die Kunden nicht mehr mit dem Auto vorfahren, kommen sie gar nicht mehr. Diese Angst hatten auch die Geschäftstreibenden in Waldshut. «Als der Gemeinderat die Fussgängerzone thematisierte, liefen die Händler Sturm», erinnert sich Peter Kienzler, Leiter des Waldshuter Strassenverkehrsamtes. Die Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Die Fussgängerzone sei zu einem «regelrechten Magneten» geworden, erzählt Kienzler. «Nun wollen die Händler nichts anderes mehr.» Nicht nur in den Läden in der autofreien Hauptgasse wird mehr gekauft, sondern auch die Restaurants sind besser besucht. Es kam so weit, dass die Händler selbst Fussgängerzonen wollten. In einer Nebenstrasse der Kaiserstrasse haben sie sich laut Kienzler erst kürzlich für die Umsetzung einer Fussgängerzone starkgemacht.

Waldshut war «spät dran»

Für deutsche Verhältnisse war die Stadt Waldshut mit der Fussgängerzone, die in den Achtzigerjahren eingeführt wurde, «eher spät dran», wie Peter Kienzler sagt. Die Diskussionen seien im Gemeinderat hin- und hergegangen. «Grünes Licht für die Fussgängerzone hat der Gemeinderat schliesslich gegeben, indem er die Zone an den Bau des Parkhauses Kornhaus geknüpft hat.» Die Entfernung des Parkhauses zur Altstadt spielt laut Kienzler eine grosse Rolle für die Touristen. Sowohl das Parkhaus Kornhaus wie auch das Viehmarkt-Parkhaus sind nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt.

 Auch in Murten verknüpfen die Politiker die Verkehrsführung mit der Parkplatzbewirtschaftung rund ums Stedtli. Derzeit ist eine Arbeitsgruppe «mitten in den Diskussionen über die Ausgestaltung der Begegnungszone», wie die Gemeinderätin und Präsidentin der dafür ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe Ursula Schneider Schüttel sagt.

Murtner sind am Planen

Auch die Planung eines neuen Parkhauses, welches die Parkplätze in der Altstadt ersetzen und allenfalls ergänzen soll, ist am Laufen. Für die Planungsarbeiten hat der Murtner Generalrat im Oktober einen Kredit von 120 000 Franken genehmigt. Vielleicht werden die Touristen in Murten ihr Auto also auch schon bald im Viehmarkt-Parkhaus abstellen und zu Fuss ins Stedtli gehen. Dann können sie dort einen Kaffee trinken, wo einst die Autos parkiert wurden.

«Als der Gemeinderat die Fussgängerzone thematisierte, liefen die Händler Sturm.»

Peter Kienzler

Strassenverkehrsamt Waldshut

 

Sommerserie

Freiburg macht mobil

Das Thema Mobilität ist seit einigen Jahren in aller Munde–eine Folge des Wachstums in vielen Lebensbereichen. In einer Sommerserie befassen sich die FN mit der Mobilität in all ihren Facetten. Vom öffentlichen bis zum illegal schnellen Verkehr, vom 19. Jahrhundert bis in die nahe Zukunft.fca

Bisher sind erschienen: Fahrende (18. Juli); Busspuren (21.7.); Rasen auf dem Murtensee (24.7.); Viertelstundentakt TPF (30.7.); Bau der Oronbahn (3.8.); Behinderte (6.8.).

Sursee LU: Die Hauptgasse teilweise sperren

A uch im luzernischen Sursee soll den Fussgängern in der Altstadt mehr Platz eingeräumt werden. Über dieses Thema diskutiert man laut dem für den Tiefbau zuständigen Franz Hürlimann bereits seit mehr als zehn Jahren. Wie das deutsche Waldshut (siehe Haupttext) ist auch Sursee am Sempachersee vergleichbar mit Murten: Durch die Altstadt zieht sich die Hauptgasse Unterstadt/Oberstadt.

Ab Samstagabend ist zu

Diese Verkehrsverbindung ist derzeit uneingeschränkt befahrbar. An den Wochenenden wird sie jedoch schon bald gesperrt sein. «Ab Sommer 2014 soll ein Wochenend-Fahrverbot gelten», sagt Hürlimann. Das Verbot gilt während des Sommerhalbjahrs und dauert jeweils vom Samstagabend bis Montagmorgen.

Vor zwei Jahren hat Sursee eine Versuchsphase durchgeführt. Die Hauptverbindung in der Altstadt wurde von Freitagabend bis Samstagmorgen und von Samstagabend bis Montagmorgen übergangsmässig geschlossen. Verschiedene Wirte und die Quartiervereinigung Altstadt haben laut Hürlimann aber Einsprache erhoben. Der Stadtrat hofft nun, dass er mit der abgespeckten Variante keine Einsprachen mehr provoziert.

Auch wenn die Autofahrer sonntags nicht mehr durch die Hauptgasse von Sursee fahren können: Weit zu Fuss gehen müssen sie laut Hürlimann nicht. Ausserhalb habe es genügend Parkplätze, und die Altstadt sei über zwei Fussgängerwege in wenigen Minuten erreichbar.

Kein komplettes Verbot

Ein komplettes Fahrverbot in der Altstadt war für den Stadtrat laut Hürlimann nie ein Thema. «Ein Verbot hat der Stadtrat wegen der Gewerbetreibenden nie unterstützt.» hs

Mehr zum Thema