Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Fussgänger unbemerkt lenken

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es ist jedem schon einmal passiert: Einmal zu oft auf die Schlummertaste gedrückt, sich im Bad zu viel Zeit genommen oder sich beim Essen in eine spannende Diskussion verstrickt, und plötzlich bleiben nur noch wenige Minuten bis zur Abfahrt des Zuges oder Busses. Genau in diesem Moment ist jede Sekunde vor einer roten Ampel und jede im Weg stehende Fussgängergruppe entscheidend. Doch wie genau bahnen wir uns unseren Weg? Ab wann werden wir langsamer, weil wir wissen, den Bus oder Zug schliesslich doch noch erreichen zu können?

Studie am Objekt

Diesen und noch mehr Fragen geht eine Gruppe Studierende der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg im Rahmen eines Themen-Ateliers nach. Im Zusammenhang mit dem Umbau des Bahnhofs Freiburg, der in den nächsten Jahren ansteht, untersuchen sie die Fussgängerflüsse im und um das Bahnhofareal. Gestern Vormittag fand als Einführung eine Abschreitung des Sektors, geführt durch Stadtarchitektin Ni­cole Surchat Vial und die Mobilitätsfachfrau und Anthropologin Sonia Lavadinho vom Büro Bfluid statt.

Bewusst geplant

Schon zu Beginn zeigte Sonia Lavadinho den angehenden Architektinnen und Architekten: Was bei den meisten Menschen, die zu Fuss unterwegs sind, unbewusst geschieht, entspricht meistens genauer Planung. Bei der Überdachung vor dem Bahnhof kommen drei «Ströme» zusammen: die Personen, die vom Fribourg Centre herkommen oder dorthin gehen, diejenigen, die zur Hauptpost und in die entgegengesetzte Richtung laufen, und die Menschen, die auf den Bus warten.

Durch «Einflusszonen» können sie geleitet werden. An der Bushaltestelle unter der Überdachung sorgt zum Beispiel eine Metallwand dafür, dass die Wartenden sich an den richtigen Ort stellen und die Vorbeilaufenden nicht stören. In der Eingangshalle des Bahnhofs stehen mehrere Säulen, hinter denen Wartende trotz Fussgängerflüssen, die von den Geleisen und dem Busbahnhof herkommen, ungestört stehen können.

Theorie und Praxis

Die Studierenden werden im Verlaufe der Woche die Situation am Bahnhof analysieren und in vier Gruppen je vier Steuerungselemente für Fussgängerflüsse in der Blue Factory selber herstellen. «Als Lehrperson will ich den Studierenden verschiedene Instrumente mitgeben», so Architekt Hani Buri, einer der Betreuer. Durch diese Themen-Ateliers werde diese Instrumentenpalette erweitert, da die Studierenden nicht nur Modelle zeichnen, sondern sie auch gleich herstellen und testen: Am Freitag werden die Gruppen die produzierten Stellwände am Bahnhof aufstellen und herausfinden, ob ihre theoretischen Prognosen mit dem Alltagsverhalten der Menschen übereinstimmen.

Zahlen und Fakten

Fussgängerströme beeinflussen

Fussgängerflüsse berechnen und beeinflussen ist ein fachübergreifendes Gebiet. «Es geht nicht nur darum, wie die Menschen sich bewegen, sondern auch wieso», erklärt Mobilitätsspezialistin Sonia Lavadinho. Kurz vor dem Bahnhof müsse dem Fussgänger oder der Fussgängerin zum Beispiel bewusst gemacht werden, dass er oder sie sich in Bahnhofnähe befindet und nun Zeit genug hat, um den gewünschten Zug noch zu erreichen. Eine eher neue Herausforderung sei zudem der immer grössere Tempounterschied zwischen Fussgängern und neuen E-Fahrzeugen wie Hoverboards oder Elektro-Trottinetts. Im Rahmen der Umgestaltung des Bahnhofplatzes, der in den nächsten Jahren erfolgt, sind Fussgängerströme ebenfalls ein Thema.

mes

Mehr zum Thema