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Ganz nah dran an den Bösen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

 Zwei Herausforderungen gilt es zu meistern, wenn man erstmals an einem Schwingfest teilnimmt, vor allem an einem so grossen wie dem Eidgenössischen. Das haben viele der Gewinner des FN-Fotowettbewerbs festgestellt, welche am Samstag in der Arena den Kämpfen der Bösen beiwohnten.

Der Vogel und der Wurm

Da wäre einmal das Timing. Die Gruppe fuhr um 5.30 Uhr in Tafers ab, Einzelne reisten aus dem Glanebezirk an und waren schon einige Zeit auf den Beinen. «Am Anfang dachte ich mir, das sei ja wahnsinnig, so früh aufzustehen und abzufahren», raunt jemand aus der Gruppe. Doch dann habe sie es verstanden. Der frühe Vogel fängt den Wurm–und der frühe Schwingfan kann das Spektakel von Beginn an sehen. Zu ihrem Glück hat die Gruppe ihre Plätze gleich beim Haupteingang, durch den die Athleten vom Schwingerdorf her kommend in die Arena eintreten. Und so erleben die FN-Leser um 7.30 Uhr hautnah den Einzug der gegen 280 Gladiatoren mit – kommentiert vom früheren Freiburger Kranzschwinger Ernest Schläfli.

Den Besucherinnen und Besuchern bietet sich aus nächster Nähe ein breiter Panoramablick auf die Arena. Den Kampfrichtern folgen die Athleten, nach ihrem Verband geordnet. Erstmals steigt der Applauspegel, als die favorisierten Berner mit ihrer Garde eintreten. Der Beifall brandet gleich noch einmal auf, als die einheimischen Westschweizer in die Arena kommen. Die Freiburger Hymne Lyoba begleitet sie auf ihrem Weg. Von der Tribüne der Westschweizer Fans aus, an deren Fuss die Gruppe ihren Platz hat, werden die Schwinger aus der Romandie begrüsst.

Das zweite Problem, mit dem der unerfahrene Schwingfestbesucher konfrontiert ist: den Überblick zu bewahren, zu wissen, wer eigentlich wo gerade kämpft. Das ist schon schwierig genug bei den kleineren Schwingfesten, wenn man fünf Ringe im Auge behalten muss. Um einiges schwieriger ist das bei sieben Kampfplätzen, die zum Teil noch weit entfernt sind. Und die Morgensonne leuchtet den Zuschauern unerbittlich ins Gesicht. Entweder man hat das Glück, Ernest Schläfli als Sitznachbarn zu haben. Doch der erfahrene Schwinger kann nicht überall sein und jeden Informationshunger befriedigen. Oder man hört dem Speaker zu. Dagobert Cahannes ist ein erfahrener Präsentator des Geschehens. Doch oft ist es schwierig, zwischen Applaus und Raunen seinen Worten zu horchen. Erst bei näherem Hinsehen erkennt man ein System: Die Nummern der Kämpfenden werden auf Tafeln eingesteckt, die sich ständig drehen. Und welcher Schwinger welche Startnummer hat, kann man der Schwingerliste entnehmen. «Ihr müsst dann nur noch wissen, dass derjenige Schwinger, dessen Nachname früher im Alphabet kommt, die hellere Hose trägt», lehrt Schläfli. Eine Hilfe kann auch das Tenü sein: Schwinger, die aus der Tradition des Nationalturnens kommen, haben weisse Tenüs an.

Viele Favoriten

Der Präsident des Organisationskomitees, Albert Bachmann, fordert die Zuschauer auf, sich von ihren Gefühlen überwältigen zu lassen. Tatsächlich singen die meisten Mitglieder der Gruppe die Nationalhymne mit Inbrunst, bevor mit dem achten Glockenschlag dieses Morgens und der Aufforderung «Männer, an die Arbeit!» des Speakers das Schwingfest startet. «Auf Platz sieben ist der Fankhauser, das ist einer der Favoriten», sagt Schläfli, und kündigt fortan immer wieder diejenigen Schwinger an, die er als heisse Titelanwärter sieht. Schläfli erklärt Marcel Bischof aus Ursy, wie die Funktionäre die Paarungen jeweils zusammenstellen und welche Rolle dabei die Verbände haben.

«Manu!», Schläfli kennt viele der früheren Freiburger Schwinger – so auch Emanuel Crausaz. Dann wendet er sich wieder der Gruppe zu: «Der Giger hat es zwei Mal probiert, jetzt ist er drin, beim dritten Mal ist Zaugg machtlos.» Tatsächlich setzt sich Samuel Giger gegen Thomas Zaugg durch. Schläfli ist eine Bereicherung vor allem für die Gäste, die sich Schwingfeste nicht gewohnt sind. Denn sein Wissen ist immens. Er kennt die Ergebnisse der Schwinger an den grossen Festen auswendig. «Den musst du doch seitwärts nehmen», ruft er in die Runde, kritisiert die Leistung des Favoriten Christian Stucki im ersten Gang und schwärmt über einen anderen: «Das ist ein Shootingstar.» Gemeint ist Remo Käser, der am Schluss des Tages unter den Bestrangierten ist.

Die Berner haben am Vormittag keinen guten Start. Im Laufe des Tages wendet sich aber das Blatt, und am Abend haben sich die Favoriten wieder in gute Startpositionen für den zweiten Tag geschwungen. Unter den sechs Führenden sind mit Käser, Glarner und Stucki gleich drei Berner. Und auch der amtierende König Sempach kann den Anschluss an die Spitze halten.

«Schön, was er macht»

Unter den Drittplatzierten und nur einen halben Punkt hinter der Spitze liegt am Samstagabend Steven Moser. Der Brünisrieder hat einen fulminanten Start mit drei Siegen in vier Kämpfen hingelegt. Dies unter den Augen seines Grossvaters Rudolf, der ebenfalls mit der FN-Gruppe den Siegen seines Enkels zusieht. «Es ist schön, was er da macht», sagt Grossvater Moser. Er denke, sein Enkel könne sich Hoffnungen auf einen Kranz machen. Marcel Bischof, der erstmals ein Schwingfest besucht, ist fasziniert vom Geschehen. «Das war spannend, wir erhielten einen guten Einblick und bekamen die Stimmung in der Arena aus der Nähe mit.»

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