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Gartendesigner erhält Ritterschlag

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es ist ein regnerischer Tag im Juli, als die FN den Liebistorfer Gartendesigner Daniel Auderset besuchen. Der Garten hinter dem Haus seiner Eltern erstrahlt trotz des grauen Himmels in frischem Grün. Im hinteren Teil des lang gezogenen Gartens leuchten die farbigen Blüten von Staudenpflanzen. Daniel Auderset fühlt sich wohl im Garten seiner Eltern, den er als 17-Jähriger zu gestalten begann. «Ich war schon immer fasziniert von der Gartengestaltung», sagt er heute, 20 Jahre später.

Romantischer Beginn

Hinter dem Bauernhof in Liebistorf, wo er aufgewachsen ist, fand er die Möglichkeit, zu üben und seine Ideen umzusetzen. «Heute sieht der Garten nicht mehr so aus wie vor zwanzig Jahren», sagt Auderset lachend. Damals habe er eine ganz andere Vorstellung von Gartengestaltung gehabt als heute: «Ich habe die klaren Linien, die Anordnung und die romantische Ausstrahlung von französischen Schlossgärten geliebt.» Und deshalb liess er sich von den Gärten der Schlösser Versailles oder Sanssouci inspirieren. Spuren dieses romantischen Designs finden sich noch immer in Liebistorf, zum Beispiel Heckenpflanzen, die in tief und eng geschnitten Formen mit Rosen arrangiert sind.

Auderset hat statt einer Gärtnerausbildung dann doch die Matura und einen Abschluss in Betriebswirtschaft gemacht, das Thema Gartendesign liess ihn aber nie los, auch nicht, als er nach seinem Studium als Controller gearbeitet hat.

Deshalb machte er vor zwei Jahren eine Ausbildung an der «Inchbald School of Design» in London zum Gartendesigner gemacht und gestaltet nun Gärten im Raum Freiburg und Bern.

Mittlerweile hat er ganz neue Vorstellungen von der Gestaltung eines Gartens. Das sieht man auch im elterlichen Garten, den er noch immer als Übungsobjekt benutzt, um neue Ideen zu testen. Deshalb sind im elterlichen Garten heute viel mehr modernere Elemente zu finden.

Daniel Auderset spielt heute mit Gräsern in verschiedenen Varianten, kombiniert mit mehrjährigen Stauden, die dem Garten ein natürliches Aussehen geben und während dem ganzen Jahr Akzente setzen. Mit diesem Stil hat Auderset im Frühling in London grosse Erfolge gefeiert.

Zusammen mit Nicole Fischer, die er an der Gartendesignschule kennengelernt hat, kam die Idee auf, sich an der «Chelsea Flower Show» um einen Platz für einen Showgarten zu bewerben. Die Gartenmesse in Chelsea ist gemäss Auderset das «Nonplusultra» im Gartendesign-Bereich. Die riesige Messe mit über 150 000 Besuchern an fünf Tagen zeigt auch, wie wichtig und dominant das Thema Garten in England ist. «Bekannte Gartendesigner werden in England wie Popstars gefeiert», sagt Auderset. Und deshalb wollten er und Fischer ihre Ideen dem gartenverrückten Londoner Publikum zeigen.

Gigantischer Aufwand

Es war das erste Mal seit 15 Jahren, dass ein Schweizer an der «Chelsea Flower Show» einen der begehrten und knappen Plätze für einen Showgarten bekam. Daniel Auderset und seiner Kollegin wurde die zweithöchste Auszeichnung verliehen, eine vergoldete Silbermedaille. Dies ist eine Art Ritterschlag für den Liebistorfer.

 Der Aufwand dafür war aber gigantisch. Die beiden haben monatelang daran gearbeitet und Konzepte erstellt. Stauden, Sträucher und Bäume mussten Monate im Voraus in der Schweiz, Deutschland und England bestellt werden, damit sie aufgezogen und gepflegt werden konnten, um am Tag X bereit zu sein für den Transport an die Ausstellung. Auch das Bauen des Showgartens dauerte eine lange Zeit: «Wir waren zu sechst rund drei Wochen fast ununterbrochen an der Arbeit für den Aufbau des Gartens», so Auderset.

«Ein solcher Aufwand für eine fünftägige Ausstellung ist eigentlich unverhältnismässig, hat sich aber dennoch gelohnt», sagt Auderset. Denn die beiden wurden für eine Bewerbung zur nächsten «Chelsea Flower Show» eingeladen. «Das ist natürlich eine grosse Ehre, vor allem, weil es der Showgarten des Hauptsponsors ist, einer englischen Investment-Gesellschaft.»

Trotz des Erfolges in England arbeitet Daniel Auderset weiter als Gartendesigner in der Schweiz. Hier hat er vor drei Jahren eine Firma gegründet und ist in seinem Traumberuf tätig. Und im Garten in Liebistorf kann er immer wieder neue Einfälle testen.

 

Extending Space: Garten mit Elementen aus dem Pfynwald

D er Showgarten von Daniel Auderset und Nicole Fischer erhielt an der «Chelsea Flower Show» die zweithöchste Auszeichnung. Der Garten sei von der landschaftlichen Vielfalt des Pfynwaldes inspiriert, sagt Auderset. Der Pfynwald ist einer der letzten grossen Föhrenwälder Europas. Auch Wiesenelemente, die er gerne in seinen Gärten einsetzt, seien ein markantes Merkmal des Pfynwaldes. Im Showgarten wollte Auderset alle diese Elemente unterbringen und eine räumliche Erfahrung ermöglichen. «Bei Betrachtern im Waldbereich sollte der Blick auf Bäume und Sträuchern fallen und gleichzeitig davon begrenzt werden. Ein anderer Standort ermöglichte den Ausblick auf eine Wiesenlandschaft und einen weit entfernten Fluss», so Auderset. Mit einer Pergola aus Föhrenholz wollte Auderset das Raumerlebnis verstärken. tk

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