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Gaudí und die Locken einer Künstlerin

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Gaudí und die Locken einer Künstlerin

Die Freiburgerin Marie Vieli im Museum für Kunst und Geschichte

Der Weg der Freiburger Künstlerin Marie Vieli führte von der Figuration zur Abstraktion. Ihre Ausstellung im Museum für Kunst und Geschichte Freiburg ist ein Plädoyer für die abstrakte Kunst – und für die Farbe.

Von CAROLE SCHNEUWLY

«Als Teenager bin auch ich bei den Impressionisten stehen geblieben und konnte mit abstrakter Kunst nicht viel anfangen», sagt Marie Vieli. Die künstlerischen Möglichkeiten, die sich ihr im Abstrakten eröffneten, entdeckte sie erst mit der Zeit, im Laufe eines Werdegangs, der sie vom Kollegium Heilig Kreuz in Freiburg nach Paris, nach Nürnberg und Berlin, nach Kairo und nach Barcelona führte.

Nach der Matura studierte die heute 44-Jährige in Lausanne und Paris und erlangte ein Diplom in plastischer Kunst an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris sowie ein entsprechendes Lizenziat an der Universität Paris. Sie arbeitete in mehreren Ländern und schuf ihre ersten Graphiken in Kairo und Nürnberg. Sie gewann verschiedene Preise und Stipendien, zuletzt 2002 den Wettbewerb der Westschweizer Kantone für einen sechsmonatigen Aufenthalt im Atelier in Barcelona.

Explodierende Räume

In der katalanischen Metropole wandelte Marie Vieli während eines halben Jahres auf den Spuren des spanischen Architekten Antonio Gaudí, der sie in ihrer Arbeit immer wieder inspirierte. In einer Collage aus der in Barcelona entstandenen Serie «Papiers Barcelone» arbeitete sie mit einer eigenen Haarsträhne: «Mir war, als hätte Gaudí meine dunklen Locken dargestellt. Sie sind ebenso in Bewegung wie das Werk Gaudís.» In Barcelona habe sie sich in gewisser Weise selbst gefunden, so die Künstlerin: «Hier konnte ich einfach mich selbst sein.»

Auch in ihrem Umgang mit Räumen hat sich Marie Vieli stark von Gaudí inspirieren lassen: Wenn sie eine Ausstellung gestaltet, spürt man, dass sie früher einmal mit dem Gedanken spielte, Architektin zu werden. Sie bezieht den ganzen ihr zur Verfügung stehenden Raum mit ein, lässt ihn grösser wirken, ja gewissermassen explodieren.

Hommage an eine Freundin

Das ist ihr auch in der neuen Ausstellung im Foyer des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg gelungen. Marie Vieli lädt den Besucher zu einem Spaziergang aus den Schatten ins Licht und gleichzeitig durch verschiedene Seiten ihres Schaffens. Die Ausstellung ist in vier Teile gegliedert. Links vom Eingang befindet sich ein schmales ziegelrotes Abteil, das die kleinformatige Bilderserie «14 stations» beherbergt. Die Serie soll in der Form an den Passionszyklus erinnern, wie er in vielen Kirchen zu sehen ist. Inhaltlich erzählen die 14 Bilder die Geschichte eines Lebens mit allen seinen Höhen und Tiefen, mit Freud und Leid, mit Lachen und Weinen. Jeder Betrachter solle die Bilder auf seine Weise interpretieren, sagt Marie Vieli. Für sie selbst haben sie eine ganz konkrete Bedeutung: Sie sind nichts anderes als eine Hommage an eine gute Freundin, die Anfang 2004 verstorben ist.

Im restlichen Teil des grossen Saales sind grossformatige Acrymalereien auf Leinwand zu sehen. Hier geht es, im Gegensatz zu den «14 stations», weniger um eine konkrete Handlung als vielmehr um Bewegung, um Linien und vor allem um Farbe. Ähnlich wie seinerzeit Gaudí arbeitet Marie Vieli zwar nicht mit bestimmten Motiven, aber mit der Formensprache der Natur.

Tagebuch aus Barcelona

Den kleinen Saal des Foyers hat die Künstlerin in einen freundlichen, sonnengelben Raum verwandelt, in dem der Besucher eine Reise durch Katalonien machen kann. Die hier gezeigten Zeichnungen und Collagen tragen den Titel «Papiers Barcelone» und sind eine Art Tagebuch, entstanden während Marie Vielis Aufenthalt in Barcelona.

Am Ende der Ausstellung steht, als eine Art Schlusspunkt, ein letztes Acrylgemälde – und schliesslich der Blick auf das verträumte Museumsgärtchen: ein letzter Anklang an Gaudí, der seine Inspiration im Anblick eines Baums in seinem Garten gefunden haben soll.

«Peintures et papiers – Gemälde und Werke auf Papier»: Vernissage: Do., 17. März, 18.30 Uhr. Ausstellung bis zum 16. Mai. Öffnungszeiten: Di., Mi., Fr.-So. 11-18 Uhr, Do. 11-20 Uhr; Karfreitag geschlossen; Ostermontag und Pfingstmontag offen (14-18 Uhr).

Begleitveranstaltungen: So., 20. März, 11 Uhr, und Do., 7. April, 18.15 Uhr: Begegnungen mit Marie Vieli; So., 3. April, So., 10. April, und So., 24. April: zweisprachige Kinderateliers (5-11 Jahre) mit Marie Vieli (auf Anmeldung); Do., 21. April: Führung mit Pierre Voélin.

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