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Geben, was man nicht hat

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Eine Segensgeste hat den heute 82-jährigen Theologen Fulbert Steffensky geprägt. In seinem Vortrag «Segnen–die Fähigkeit zu geben, was man nicht hat», schilderte er am Mittwoch im Bildungszentrum Burgbühl vor rund 80 Zuhörern eine Situation aus seiner Kindheit.

Steffenskys Familie war am Ende des Zweiten Weltkrieges auf der Flucht und hielt sich in einer Baracke auf. Kurz vor seinem Tod rief der Vater die Familie ans Krankenlager. Er richtete einige Worte an sie und machte dann mit letzter Kraft jedem Kind wortlos ein Kreuz auf die Stirne.

Steffensky sieht in diesem Ereignis aus seiner Kindheit ein Bild für das, was beim Segnen geschieht. Der Segnende und der Gesegnete sind nicht Meister ihres Schicksals. Der Mensch gibt sich in dieser Situation völlig aus der Hand. Es ist Gott, der bezeugt, was in dieser Geste geschieht, nicht der Mensch.

Vorbereitet sein

Fulbert Steffensky ermuntert die Mütter, ihre Kinder ohne viel Dramatik regelmässig zu segnen. Für ihn ist es nicht schlimm, wenn daraus eine Gewohnheit wird. «Was man regelmässig tut, tut man mit halbem Herzen, doch nicht halbherzig. Wir müssen uns daran gewöhnen, mit der Halbheit zufrieden zu sein. Wir sind nicht die Meister unserer Ganzheit», betonte er. Er ist überzeugt, dass der Segensgestus im Notfall nur dann vollzogen werden kann, wenn man ihn eingeübt hat.

Der Referent kam auch im weiteren Verlauf des Vortrages auf den Segen für die Kinder zu sprechen. Dieser sei heute nicht mehr selbstverständlich, sagte er und betonte, dass es schlimm sei, welcher religiösen Ignoranz man die Kinder heute aussetze. «Wir haben kein Recht, unsere Kinder von der grossen christlichen Tradition auszuschliessen, auch wenn wir selbst nicht mehr glauben», hielt er fest. Er ist überzeugt, dass der religiöse Hunger der Kinder die religiöse Sprachfähigkeit auch der ungläubigen Eltern aufbaut.

Kirche muss vorsichtig sein

Fulbert Steffensky, lutherischer Theologe mit katholischem Hintergrund, hat eigentlich kein Problem damit, dass die katholische Kirche «alles segnet, was ihr unter die Füsse kommt», wurzelt doch der Segen tief im Schöpfungsgedanken.

Grenzen zieht er dort, wo eher ein Fluch statt ein Segen am Platz ist. Problematisch werde es vor allem dort, wo Dinge gesegnet werden, die vom Menschen vergöttert werden. Auch dort, wo man sich in einem fast magischen Verständnis von einem Segen Erfolg verspricht. «Man kann ein zwiespältiges Unternehmen durch einen Segen nicht zu einem gerechten machen», sagte er und wies auf die Segnung der amerikanischen Flugzeugstaffel hin, bevor sie zum Bombenabwurf über Hiroshima abhob.  ja

Aktualität: Eine Anspielung auf Bürglen

D ie Frage lag in der Luft, doch niemand stellte sie. So kam Fulbert Steffensky in der Diskussion selbst auf die Segnung eines lesbischen Paares durch den Pfarrer von Bürglen zu sprechen. Er fand dazu deutliche Worte. Der Mensch selbst könne sich durch nichts rechtfertigen, es sei denn durch den Geist Christi, zitierte er einleitend aus dem Römerbrief 8 und betonte dann: «Homosexuelle Menschen, die sich lieben, nicht zu segnen, scheint mir eine Vergötterung der Heterosexualität zu sein.» Unter der Hand sei in der Kirche sehr viel erlaubt, meinte er. Diese Geheimnistuerei hält er für Verrat am Evangelium. ja

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