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Gedenktage

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GAstkolumne

Autor: Boris Boller

Gedenktage

Seit über zehn Jahren wird am 21. Februar der von der Unesco ausgerufene Internationale Tag der Muttersprache begangen. Es könnte durchaus sein, dass das Ereignis auch dieses Jahr unbemerkt an Ihnen vorübergezogen ist. Ähnlich wird es vielleicht auch dem Welttag des Buches und des Urheberrechts (23. April) oder dem Tag der Meteorologie (23. März) ergehen.

In der Hoffnung, dass die Medien und die Öffentlichkeit wenigstens an diesem einen Tag etwas ihrer knappen Aufmerksamkeit der jeweiligen Sache widmen, hat die Anzahl der Gedenktage in der letzten Zeit deutlich zugenommen. Während die Uno und ihre Unterorganisationen bisher rund 100 internationale Gedenktage ins Leben riefen, wird dieses klassische PR-Instrument auch von vielen anderen Interessengruppen rege benutzt. Während einige davon ausserhalb der interessierten Organisation praktisch unbekannt geblieben sind, haben sich andere, nicht selten mit tatkräftiger Mitarbeit von interessierten Berufsverbänden (zum Beispiel Confiseure, Floristen) weit über die ursprüngliche Zielgruppe hinaus weltweit verbreitet.

Für sich genommen erscheinen viele dieser Angelegenheiten durchaus sinnvoll bis unterstützungswürdig, in ihrer Menge wirken die entsprechenden Gedenktage allerdings doch etwas unübersichtlich. Zudem ist, mindestens in der jeweiligen Kurzfassung, nicht immer auf Anhieb klar, ob der jeweilige Gedenktag für oder gegen etwas werben will: Der Weltstaudammtag zum Beispiel richtet sich – anders als sein Name vermuten lässt – gegen die Verbauung von Flüssen. Auch der Weltdrogentag propagiert keine globale Berauschung.

Ähnlich, aber doch etwas anders verhält es sich mit dem Internationalen Tag der Muttersprache am 21. Februar. Zwar könnte man spontan vermuten, dass es sich dabei um eine Zelebrierung von Sprachpurismus und Heimattrunkenheit handelt – etwa mit dem Appell verbunden, die Börsenkurse am Radio doch vermehrt in Zürichdeutsch abzulesen. Nein, mittlerweile wird an diesem Tag neben dem Schutz von bedrohten Sprachen verstärkt die Förderung der Mehrsprachigkeit propagiert. Dies auch als Mittel der sozialen und politischen Entwicklung sowie zum gegenseitigen Verständnis, wie die Unesco alljährlich festhält.

An und für sich genommen eine ganz sinnvolle Sache, aber eben auch ein weiterer Tag, der gerne neben den vielen anderen Gedenktagen untergeht, zumindest solange keine Erlebnisse mit dem Tag verbunden werden können. Am Valentinstag können zum Beispiel Rosen verschenkt werden – das Verschenken von Diktionären zum Tag der Muttersprache erscheint irgendwie deutlich weniger attraktiv.

Fall sie diesen Gedenktag verpasst haben, ist übrigens auf den 26. September auch noch der Europäische Tag der Sprachen angesagt.

Boris Boller ist im Thurgau geboren, besuchte die Schulen in Bern und lebt heute in Freiburg. Er studierte und arbeitete an deutsch- und französischsprachigen Abteilungen der Universität und überquert zur Zeit praktisch täglich die Sprachgrenze, um zur Arbeit zu fahren. Boris Boller ist Mitglied einer FN-Autoren-Gruppe, die im Monatsrhythmus frei gewählte Themen zur Zweisprachigkeit bearbeitet.

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