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Gefahr der Verwechslung mit der Ehe

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Wie ein Priester auf die Anfrage eines homosexuellen Paares für eine Segnung reagiere, sei dessen pastoraler Klugheit überlassen, und auch, wie er den Segen erteile, sagte der Präsident der Bischofskonferenz (SBK) Markus Büchel gegenüber kath.ch als Reaktion auf den Fall um den Pfarrer Wendelin Bucheli. Die Segnung einer homosexuellen Partnerschaft komme aber nicht infrage. Das unterstreicht die Schweizer Bischofskonferenz zum Abschluss ihrer ordentlichen Sitzung in Genf.

 

 Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ist nicht möglich. Was heisst das für die Praxis?

Die Bischöfe haben 2002 festgehalten, dass von der kirchlichen Segnung gleichgeschlechtlicher Paare abzusehen ist, weil eine Verwechslungsgefahr mit der Ehe besteht. Das Sakrament der Ehe gilt allein für eine Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau. Dies hat in der katholischen Kirche eine hohe Bedeutung. Partnerschaft und Ehe werden heute im gesellschaftlichen und politischen Bereich sehr oft gleichgesetzt.

 

 Werden die Bischöfe gegen solche Segnungen vorgehen?

Wir sind aktiv. Es kommt aber darauf an, wie man das tut. In einer pastoralen Verantwortung muss genau geprüft werden, wie eine derartige Segnung gestaltet wurde und wie der Seelsorger gehandelt hat. Ich gehe davon aus, dass ich den Seelsorger anhöre, wenn er etwas in diese Richtung unternommen hat. Es gibt homosexuelle Partner, die gar keine Segnung wollen, die einer Eheschliessung ähneln würde. Sie wünschen vielmehr, dass sie ihren gemeinsamen Weg und ihre Gemeinschaft aus dem Glauben heraus leben können.

 

 Wie soll ein Priester reagieren, wenn ein homosexuelles Paar mit der Bitte um Segnung an ihn herantritt?

Er kann gemeinsam mit dem Paar beten und um die Kraft Gottes bitten. Die Seelsorgenden sollen offen und pastoral verantwortungsvoll mit homosexuellen Menschen umgehen und diese nicht diskriminieren. Die Kirche ist herausgefordert, pastorale Wege zu suchen, um zu zeigen, dass diese Menschen zur Kirche gehören. Wie ein Priester auf eine entsprechende Anfrage reagiert, das ist seiner pastoralen Klugheit überlassen, und auch, wie er den Segen erteilt. Es geht aber nicht, dass das Paar wie ein Brautpaar mit Hochzeitsgesellschaft in der Kirche auftritt. Das wäre die Simulation einer Ehe.

 

 Was geschieht mit Priestern, die sich öffentlich zu solchen Segnungen bekannt haben?

Der Bischof hat die Verpflichtung, genau zu überprüfen, in welchem Rahmen und in welcher Form ein solcher Segen erteilt wurde. Es gilt zu prüfen, was die Erwartungen des Paares waren. Sollte ein Seelsorger etwas getan haben, was er nicht sollte, dann muss ich ihn ermahnen. Es liegt dann in der Klugheit des Bischofs, wie er mit dem fehlbaren Seelsorger verfahren will.

 

 Der Fall Wendelin Bucheli hat hohe Wellen geworfen. Ist der Fall so schwerwiegend, dass er in Rom vorgetragen werden muss?

Zum konkreten Fall in Bürglen kann ich keine Stellung nehmen. Das Thema ist wie erwähnt nicht neu.

 

 Wird es auch im August besprochen, wenn die Bischöfe die theologischen Grundlagen zu Ehe und Familie vor der anstehenden Bischofssynode in Rom vertiefen?

Das Thema Homosexualität und homosexuelle Pastoral muss gemäss den Abschlussdokumenten auch aufgrund von neuen Erkenntnissen der Humanwissenschaften vertieft werden. Die Kirche wird aber keine Änderungen beim Eheverständnis vornehmen. Die Ehe ist eine Gemeinschaft zwischen Mann und Frau.

 

 Die Bischöfe reorganisieren zurzeit das Sekretariat der Bischofskonferenz in Freiburg. Die Reorganisation soll im Dialog mit den Betroffenen Gremien geschehen. Was heisst das?

Es gab bereits Veränderungen im Generalsekretariat. Jetzt steht ein grösserer Prozess an. Dieser beinhaltet die Zusammenarbeit der Bischofskonferenz mit den Kommissionen. Die Zukunft muss gemeinsam erarbeitet werden.

 Ist der Dialog ergebnisoffen? Kommt zum Beispiel die Auflösung der Medienkommission infrage?

Nein, das kommt nicht infrage. Wir haben so viele Prozesse gemeinsam durchgemacht und gezeigt, wie wichtig die Medien sind, dass ganz klar ist, dass wir eine Medienkommission brauchen.

Fall Bucheli: Gespräche für friedliche Lösung

D er Dialog zwischen Pfarrer Wendelin Bucheli und Bischof Charles Morerod ist im Gang. In einer Mitteilung erklären sie, sich um eine «friedliche Lösung mit allen Parteien» bemühen zu wollen. Sie haben sich laut der Neuen Luzerner Zeitung kürzlich im bischöflichen Haus in Freiburg getroffen. Bucheli habe Morerod seine Situation klar erläutern können. Um eine friedliche Lösung zu finden, setzen die beiden Geistlichen auf weitere Gespräche. Der Sprecher des in den Konflikt ebenfalls involvierten Bistums Chur teilte derweil mit, dass der interne Dialog mit allen Beteiligten einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte und bis längstens Ende April dauern könnte. kath.ch

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