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Gefängnismediziner hatten mehr zu tun

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Die Zahl der Hafttage in den Anstalten von Bellechasse (AB) hat letztes Jahr leicht zugenommen: von total rund 69 700 auf neu 71 000. 2011 lag der Wert allerdings höher als 2013. Dies schreiben die Verantwortlichen in ihrem Jahresbericht. Die Anzahl Eintritte ist weiter gestiegen, von rund 280 im Jahr 2011 über 330 auf neu rund 370 Personen im letzten Jahr. Deutlich zeigt sich, dass der Anteil der Neuzugänge aus dem Kanton Freiburg stetig steigt–er hat sich seit 2011 mehr als verdoppelt–, während Anteil der ausserkantonalen Gefangenen abnimmt.Die Auslastung bewegt sich weiterhin um 97 Prozent. Der Ausländerbestand bleibt mit rund 80 Prozent gemessen an den Hafttagen seit einigen Jahren stabil.

Der medizinische Dienst registriert weiterhin eine Zunahme der Fälle. Die Zahl der Konsultationen bei den Anstaltsärzten hat sich innert zweier Jahre verdoppelt. Die Psychiater und Psychologen verzeichneten ein Zunahme der Besuche um 60 Prozent. Die Zahnärzte behandelten gar dreimal so viele Patienten wie 2011. Ähnliches gilt für die Physiotherapie.

Urlaube nehmen ab

Im Gegenzug hat die Zahl der Urlaube für Häftlinge deutlich von rund 280 (2012) auf 240 abgenommen. Auch die Zahl der unbegleiteten Ausgänge ist gesunken. Während 2011 dafür 179 Bewilligungen ausgestellt wurden, waren es 2013 noch 133. Die begleiteten Ausgänge blieben etwa auf dem Stand des Vorjahres.

Deutlich zugenommen hat die Zahl der Kurzstrafen unter einem Monat. Während diese 2011 noch fünf Prozent aller Fälle ausmachten, betrug ihr Anteil letztes Jahr rund 15 Prozent. Ein Grund dafür ist die Übernahme von Kurzzeithäftlingen gemäss einer Absprache mit dem Zentralgefängnis. Allerdings könne man die Resozialisierung dieser Gefangenen in der kurzen Zeit, in welcher sie einsässen, nicht ermöglichen, schreiben die AB.

Die Verantwortlichen konstatieren insgesamt einen prekären Mangel an Personal. Die Belastung habe durch die Sparmassnahmen des Staatsrates zugenommen und eine Besserung sei nicht in Sicht. Dennoch seien die Sicherheit und die Qualität der Betreuung weiterhin gewährleistet, betonen die Verantwortlichen.

Der finanzielle Abschluss ist durchzogen. Wegen des schlechten Wetters im letzten Jahr entsprechen die Erträge aus der Landwirtschaft nicht den Erwartungen. Auch die Einnahmen aus den gesicherten Werkstätten waren tiefer als budgetiert. Die Personalkosten der Anstalten für die Wiedereingliederung von Menschen mit einer Behinderung lagen dafür höher als angenommen. Die Folge: Der Ausgabenüberschuss fiel mit 6,35 Millionen Franken eine halbe Million höher aus.

Archivierung vor Abschluss

Ein wesentlicher Teil des Schlussberichtes umfasst den Stand der Archivierungsarbeiten. 19 000 Dokumente werden in zwei Etappen von den AB ins Kantonsarchiv überführt und archiviert. Der grösste Teil sind Gefangenendossiers, der Rest administrative Dokumente. Die erste Etappe, welche etwas mehr als die Hälfte des Materials umfasst, ist abgeschlossen, die zweite steht kurz vor dem Ende. Unter den Archivalien sind auch Fotoplatten aus Glas und Metall auf Holzträgern sowie 30 Pläne im Grossformat.

Therapiestation geplant

Im laufenden Jahr ist der Ausbau der AB mit der Einrichtung einer Therapiestation für 60 Gefangene vorgesehen. Das Projekt wird noch in diesem Jahr dem Grossen Rat unterbreitet. Mit dem Annex wolle Freiburg innerhalb der Romandie-Kantone seinen Beitrag an die Betreuung der zunehmenden Zahl von Gefangenen mit psychischen Problemen leisten, so der Jahresbericht.

Ausserdem soll im Sicherheitsbereich eine interne Fachstelle zur Führung und zur Analyse gefährlicher Einzelfälle geschaffen werden. Schliesslich ist eine Vereinfachung der Dienstpläne vorgesehen. 

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