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«Gefühl der Fülle und Dankbarkeit»

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«Gefühl der Fülle und Dankbarkeit»

Das Pfarrerehepaar Lorenz und Regula Hänni Dürr verlässt Düdingen

Während zwölf Jahren hat Lorenz Hänni als Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde gewirkt. Seit fast vier Jahre teilte er sich in dieser Aufgabe mit seiner Gattin Regula Dürr Hänni. Das Pfarrerehepaar hat in dieser Zeit den Aufbau der Kirchgemeinde als eigenständige Institution mitgestaltet.

Mit LORENZ HÄNNI
sprach ANTON JUNGO

Sie waren während zwölf Jahren Pfarrer in Düdingen. Mit welchen Gefühlen verlassen Sie die Kirchgemeinde?

Es ist schön, dass wird die Kirchgemeinde gesund und mit einer positiven Haltung verlassen können. Wir nehmen einen reichen Erfahrungsschatz mit. Wir sind nicht ausgebrannt, sondern ermutigt darüber, erfahren zu haben, was Kirchgemeindearbeit ausmacht.

Vor allem in den letzten Jahren hat sich abgezeichnet, wie viel zurückkommt, wenn man Vertrauen und Zutrauen zur Basis hat. Ich verlasse Düdingen mit einem Gefühl der Fülle und Dankbarkeit.

Wir haben zu unserem Wegzug auch viele Echos erhalten, die weit über die Kirchgemeinde hinausgehen. Kirche ist ein wichtiger Orientierungspunkt der Gesellschaft. Sie ist offensichtlich viel wichtiger als das, was wir bei unserer täglichen Arbeit fühlen.

Ich verlasse Düdingen aus biografischen Gründen. Ich bin jetzt 45-jährig und will mir Gedanken über meinen weiteren Lebensweg machen.

Die ersten sechs Jahre standen Sie noch im Dienst der Gesamtkirchgemeinde des Sensebezirks. Wie hat sich Ihre Arbeit verändert, nachdem Düdingen eine eigenständige Kirchgemeinde wurde?

Die alte Kirchgemeindeorganisation war geprägt von Konflikten. Die einzelnen Pfarrkreise haben vielfach Anliegen, die sie in ihrem Kreis hatten, gegen die andern durchsetzen müssen. Oft wurden Anliegen des Kreises auch nicht «nach oben» weitergeleitet.

Mit der Verselbstständigung wurde die Arbeit der Kirchgemeinde schlanker und einfacher. Die Umsetzung der örtlichen Anliegen wurde erleichtert.

Die Zusammenarbeit zwischen den Kirchgemeinden wurde aber nie aufgegeben. Die Beziehungen zu den Pfarrerkollegen haben sich sogar verbessert. Die Zusammenarbeit findet nicht mehr strukturell, sondern inhaltlich statt. Es hat sich herausgestellt, dass auf kirchlicher Ebene kleinere Einheiten – im Gegensatz zu den Fusionen auf wirtschaftlicher Ebene – mehr Vorteile bringen.

Ab 2001 haben Sie die Pfarrstelle mit Ihrer Gattin Regula Dürr Hänni geteilt. Wie haben Sie die Zusammenarbeit organisiert?

Wir haben unterschiedliche Fähigkeiten und haben uns bei der Arbeit sehr gut ergänzt. Die verschiedenen Menschen haben verschiedene Zugänge zu andern Menschen. So war es auch bei uns. Es gab Leute, die das Gespräch mit mir suchten, andere mit meiner Frau.

Die Rollen waren abgegrenzt. Meine Frau hatte ein Viertel- und ich ein Dreiviertel-Pensum. Die Gemeindeleitung lag bei mir. Meine Frau hat zudem ein 50-Prozent-Pensum für Jugendanimation in Deutschfreiburg.

Sehen Sie Ihr zwölfjähriges Engagement belohnt?

Der Lohn ist vor allem der grosse Erfahrungsschatz, den ich mitnehmen darf. Ich fühle mich heute gegenüber der Gemeindearbeit als reif und nicht überfordert. Ich habe immer noch Visionen. Ein Projekt, das mir am Herzen liegt, ist z. B. die Integration der Kinder in den Erwachsenengottesdienst.

Ich bin auch überzeugt, dass die Kirchgemeinde Düdingen heute Strukturen hat, die «verhalten». Die Kirchenbehörde hat ihre Geschäfte voll im Griff. Ich habe anstehende Probleme immer in den Kirchgemeinderat getragen und darf feststellen, dass dieser ein grosses Problembewusstsein hat; so z. B. in Fragen des kirchlichen Unterrichts.

Wie würden Sie die Kirchgemeinde Düdingen charakterisieren?

Die Kirchgemeinde hat ein modernes und vielseitiges Gesicht. «Klein, aber fein», würde ich sagen. Es gibt keine Kirchenaustritte und kaum Klagen.

Wir wollen eine Ecke der Gesellschaft, wie sie sich im Sensebezirk vorfindet, positiv füllen. Es ging mir immer auch darum zu zeigen, dass kirchliche Arbeit und kirchliches Leben etwas Lustvolles sind. Dazu gehört auch das kulturelle Leben. Ich habe immer versucht, Brücken zu schlagen zwischen Theologie und Kunst. Es ist bedauerlich, dass diese beiden Gattungen – wie dies früher noch der Fall war – heute nicht mehr unbedingt auf sich bezogen sind. Gerade die Kleinkunst könnte bei der Verkündigung des Evangeliums einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie z. B. das Lachen in die Kirche bringt.

Welche Bedeutung hat beim Aufbau der Kirchgemeinde das neue kirchliche Zentrum?

Bei der Planung des kirchlichen Zentrums mussten wir uns zuerst fragen, wer wir eigentlich sind. Wir haben schliesslich eine «Werkstatt-Kirche» gebaut. Dieser Bautyp entspricht nicht den üblichen Kirchen.

In der Zwischenzeit haben wir entdeckt, dass der Bau extrem vielfältige Liturgien zulässt. Er erhält je nach Liturgie ein anderes Gesicht. Bewusst wird aber die Gestaltung des Raums auch in die Vorbereitung der Liturgie einbezogen.

Es ist aber auch von der Bevölkerung her ein Interesse am kirchlichen Zentrum spürbar. Immer häufiger kommt es vor, dass Einzelpersonen oder auch Gruppen im Zentrum einen besonderen Anlass feiern wollen. Aber auch die Kantonalkirche und die Jugendarbeit zeigen vermehrt Interesse, im kirchlichen Zentrum Anlässe zu organisieren.

Was werden Sie nach dem Wegzug von Düdingen unternehmen?

Wir ziehen nach Bern. Für mich stehen Ausland-Aufenthalte und Weiterbildungs-Projekte im Vordergrund. Dann wird es darum gehen, eine neue Stelle zu suchen. Meine Frau wird von Bern aus weiterhin
ihrer Aufgabe als Jugendanimatorin in der Freiburger Kirche nachkommen.

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