Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Gegen den Strom schwimmen, braucht Mut»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Sophia Delgado

Christoph Betschart, Worin sehen Sie den Sinn der Fastenzeit?

Die Fastenzeit ist eine Erinnerung und ein Nachleben der 40 Wüstenjahre des Volkes Israel und der Wüstenerfahrung Jesu. Sie dient der spirituellen Vorbereitung auf die Ostertage, die Anteilnahme am Leiden und an der Auferstehung Jesu. Dies geschieht vor allem innerlich, im Gebet, wobei der «äussere» Verzicht (z. B. essen, schlafen) diese innere Erfahrung unterstützt.

Fasten bedeutet verzichten. Auch die Priester verzichten, in Form des Zölibats, auf ein Familienleben. Weshalb haben Sie sich dafür entschieden?

Ich habe mich nach gut sieben Jahren Ausbildung im katholischen Karmeliterorden frei für das Zölibat entschieden, aber nicht als Lebensziel. Das Zölibat ist ein Mittel für die eigentliche Lebensentscheidung: mein Leben dem dreieinigen Gott zu weihen. In sich selbst betrachtet ist das zölibatäre Leben ein Verzicht, wie es zur Genüge in den Medien wiederholt wird.

Leider wird weniger betont, dass das zölibatäre Leben auch Freiheit und Offenheit für andere Möglichkeiten von erfülltem Leben bietet: Zeit für das Gebet, für das Gemeinschaftsleben, für das Predigen, die Begleitung von hilfesuchenden Personen und für das Studium.

Was bedeutet Ihnen Enthaltsamkeit?

Enthaltsamkeit ist für mich ein privilegiertes Mittel für eine grössere Hingabe an Gott und die Mitmenschen. Sicher gehört dazu der Verzicht auf die spezifisch sexuelle Dimension im zwischenmenschlichen Umgang, nicht aber auf die Sexualität als solche und auf die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Erfahrung ist vielmehr, dass ich als Ordensmann und Priester mit Personen über Dinge reden kann, die in vielen Paaren vielleicht Tabu sind.

Wo sehen Sie den Sinn in «Enthaltsamkeit auf Zeit»?

Ich sehe darin eine Art psychologischen Überlebenstrieb. Wenn die sexuelle Erfahrung schon sehr früh anfängt und die Seele nicht mitkommt, kann die Enthaltsamkeit ein Versuch sein, diese Trennung von Leib und Seele zu hinterfragen. Vielleicht taucht dann bei vielen Jugendlichen die Frage auf: Ist Liebe nicht doch mehr als nur körperliche Befriedigung? Die Frage nach Enthaltsamkeit stellt sich meiner Meinung erst dann, wenn die Sexualität wirklich ernst genommen wird.

Die meisten Jugendlichen wollen heute möglichst schnell sexuelle Erfahrungen sammeln. Was könnte «Enthaltsamkeit auf Zeit» Jugendlichen auch heute noch bzw. gerade heutzutage bringen?

Enthaltsamkeit in der Sexualität kann Jugendlichen Freiheit und innere Stärke geben. Das Gegen-den-Strom-schwimmen verlangt viel Mut, der schlussendlich belohnt wird. Ich glaube, dass der Verzicht im Endeffekt eine grössere Zufriedenheit bewirkt.

Mehr zum Thema