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Geht ein Hausarzt in Pension, werden die anderen von Patienten überrannt

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Autor: Pascale Hofmeier

Auf der Suche nach einem Nachfolger sieht der Hausarzt Robert Helbling aus Plaffeien einen Lichtschimmer, zumindest einen kleinen: «Es haben sich erste Kontakte ergeben, seit ich Ende Oktober die Suche wieder intensiviert habe.» Einen Nachfolger sucht der 65-Jährige seit mehr als einem Jahr. Ihm ergeht es dabei gleich, wie vielen Hausärzten: «Es ist extrem schwierig.»

In der Zwickmühle

Anfang November hat Robert Helbling die Öffentlichkeit per Inserat informiert, dass er sein Pensum nach Ostern 2011 reduzieren will und danach noch zwei Jahre weiterpraktiziere. Er habe immer wieder Gerüchte gehört, insbesondere die Patienten mit chronischen Krankheiten seien verunsichert. «Ich möchte nicht bis ins hohe Alter Vollzeit arbeiten.» Doch dies stelle ihn vor ein Problem: Wenn er nicht weiterarbeite, bis er einen Nachfolger gefunden habe, verringere sich die Patientenzahl und dadurch werde die Praxis uninteressant. Und: «Wenn ich einfach aufhören würde, dann hätten die Ärzte der Umgebung nicht genügend Kapazitäten, um die Patienten weiterzubetreuen.» Auch externe Firmen, die Praxen aufkaufen und Ärzte anstellen, hat er kontaktiert. «Die können auch keine Ärzte aus dem Boden stampfen», sagt Helbling. «Finde ich schliesslich bis Ostern niemanden, muss ich mir überlegen, ob ich die Räume nicht anders nutzen will.»

Nachbar sucht auch

Mit seiner Nachfolgeregelung beschäftigt sich auch Hausarzt Mario Molinari in Rechthalten. Er teilt sich die Praxis mit seiner Frau Beatrice. «Ich will im Sommer 2012 aufhören», sagt Molinari. Aus Altersgründen hat er bereits auf ein 80-Prozent-Pensum reduziert. Eine Nachfolge ist noch nicht in Sicht. Auch seinen Patienten bereitet dies Sorgen, besonders den chronisch kranken.

«Freiburg scheint für Allgemeinpraktiker einfach zu wenig attraktiv.» Molinari sieht mehrere Gründe dafür. Einer sei die Sprache. Wer im Kanton Freiburg praktiziere, müsse Französisch sprechen können. «Das Kader des Kantonsspitals kann vielleicht noch Deutsch, bei den Fachärzten ist dies nicht immer der Fall.» Ein weiterer Grund ist seiner Meinung nach, dass durch die Aufhebung der Praxis-Beschränkung keine Ärzte mehr gezwungen sind, sich auf dem Land niederzulassen.

Bereit für mehr Patienten

Ein zusätzliches Problem sei, dass viele junge Ärzte nicht mehr Vollzeit arbeiten wollen. Genau darin liege für ihn vielleicht eine Chance: «Wir bieten sie als Gemeinschaftspraxis an. Vielleicht melden sich zwei junge Ärzte, die sich die Praxis teilen wollen.»

Weil mehrere seiner Kollegen ins Pensionsalter kommen, hat Hausarzt Paul Mülhauser in Oberschrot seine Praxis erweitert und einen vierten Konsultationsraum eingebaut. «Ich werde mir wahrscheinlich einen Assistenten suchen», sagt Mülhauser. Die Ärzte in Ausbildung müssten Praktika absolvieren, da stehe die Chance gut, einen Assistenten zu finden. Dies sei eine von zwei Möglichkeiten, der bevorstehenden Pensionierung seiner Kollegen zu begegnen. Denn er ist sich bewusst: Wenn seine Kollegen aufhören, werden mehr Patienten bei ihm anklopfen.

Eine zweite Möglichkeit bestehe darin, jemanden in Teilzeit einzustellen. Diese Vorbereitung sei eine Art Selbstschutz, aber auch für das Wohl der Patienten gut. «Ich bin derzeit gut ausgelastet, ich möchte aber nicht mehr arbeiten und riskieren, die Freude an meiner Arbeit zu verlieren.»

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