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Geld allein macht nicht glücklich

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Die Meldung vom 30. Oktober letzten Jahres liess aufhorchen: Viktor Stalberg verlässt den EV Zug trotz einem noch laufenden Vertrag und unterschreibt beim KHL-Club Awangard Omsk. Auch für den schwedischen Stürmer selbst war dieser ungeplante Wechsel alles andere als Courant normal. Nur eine Stunde nach der Bekanntgabe des Blitztransfers zeigte Stalberg im Heimspiel gegen Gottéron bei der 1:4-Niederlage eine inferiore Vorstellung. «Ich dachte damals, dass ich besser mit dieser Situation umgehen könnte», sagt der heute 33-Jährige rückblickend. Das ändert indes nichts daran, dass er nach wie vor voll und ganz hinter seinem abrupten Ende beim EVZ steht. «Es war ein purer Businessentscheid, ich habe daraus nie einen Hehl gemacht.»

Die Russen hatten den plötzlichen Abgang des Kanadiers Kris Versteeg zu kompensieren und klopften bei den Zugern an. «Omsk brauchte einen Spieler und war bereit, dafür zu bezahlen», sagt Stalberg, der betont, dass es zwischen ihm und dem EVZ, für den er in der Saison 2017/18 in 51 Spielen 54  Skorerpunkte erzielt hatte, kein böses Blut gibt. «Am Ende des Tages ist Zug ein Unternehmen, das Geld verdienen will. Uns Spielern geht es nicht anders. Die Karriere ist kurz, und wir alle versuchen, das Maximum herauszuholen.» Nach Rücksprache mit seiner Frau, die mit dem kleinen Sohn in Zug blieb, unterschrieb Stalberg bei den Russen einen lukrativen Vertrag bis zum Saisonende. «Letztlich war es für alle Beteiligten ein gutes Geschäft. Das Wichtigste für mich aber war, dass dieser Entscheid für meine Familie okay war.»

Für die Familie

Trotz der sportlich durchaus erfolgreichen Zeit in der KHL – mit Awangard stiess Stalberg bis in den Playoff-Final vor, wo es dem ZSKA Moskau unterlag – sei immer klar gewesen, dass er in diesem Sommer in die Schweiz zurückkehren würde, erklärt der Scharfschütze, der sich durch seinen explosiven Antritt auszeichnet. Trotz Offerten aus der KHL. Diesmal war es ein Familienentscheid. Seine Frau ist in Erwartung des zweiten Kindes. Damit rücken für den Powerstürmer definitiv andere Parameter als das Geld ins Zentrum. Ausgesorgt hat Stalberg sowieso längst. Den Stanley-Cup-Sieg mit den Chicago Blackhawks liess er sich 2013 von den Nashville Predators mit einem Vierjahresvertrag über 12 Millionen Dollar vergolden. Nach drei Saisons im US-Bundesstaats Tennessee wurde er allerdings zu den New York Rangers getradet, nur ein Jahr später hiessen seine Destinationen Raleigh, wo die Carolina Hurricanes beheimatet sind, und Ottawa, ehe seine Zeit in der NHL 2017 nach acht Jahren ein Ende nahm (insgesamt 548 Spiele, 84 Tore und 95 Assists).

«Ich hätte noch in Übersee bleiben können. Es lagen einige One-Way-Verträge von NHL-Teams auf dem Tisch. Die waren fair und entsprachen finanziell dem, was ich zu dieser Zeit wert gewesen bin. Aber ich hatte das ständige Reisen satt. Es war eine gute Sache, der NHL aus freien Stücken den Rücken kehren zu können.» Trotz dieser Zäsur im mit 31 Jahren besten Eishockey-Alter habe er seine Zeit in der besten Liga der Welt geliebt. «Ich darf mich überaus glücklich schätzen, in einigen der grössten Städte und Märkte Nordamerikas gespielt zu haben. Ich habe während dieser Jahre viel gesehen und konnte unzählige Erfahrungen sammeln. Und ich hatte die einmalige Chance, mit den Blackhawks den Stanley Cup zu holen. Das war natürlich eine coole Sache.»

Neues Stadion ein Faktor

Den Abschied aus der NHL hatte beschleunigt, dass Stalberg auf dem Eis nicht mehr die Rolle innehatte, die er ausfüllen wollte. «In den ersten vier, fünf Jahren hatte ich noch eine deutlich offensivere Ausrichtung und sehr viel Eiszeit. Doch dann stossen eben die jüngeren Spieler nach, und du musst deinen Platz in einer der Top-Formationen abgeben. Stattdessen wurde ich mehr im Penalty-Killing eingesetzt, und die Spielminuten wurden weniger.» Damit wollte sich der mit einer Körpergrösse von 190  Zentimeter und einem Gewicht von 95 Kilogramm kräftige Schwede nicht abfinden. «Ich sagte mir: Wenn das drüben alles ist, was ich bekomme, will ich mir anschauen, was in Europa möglich ist und – ganz ehrlich – auch wieder mehr Spass am Eishockey haben. Das bedeutet für mich, in den Schlüsselmomenten auf dem Eis zu stehen und zu wissen, dass ich grossen Einfluss mit dem habe, was ich tue.»

Anders als noch vor Jahresfrist war die KHL für Stalberg unmittelbar nach seiner NHL-Laufbahn kein Thema – die Geburt seines ersten Kindes stand damals kurz bevor. Bereits wieder in seine Heimat Schweden zurückzukehren, war ebenfalls keine Option. Also gab er 2017 dem EVZ den Zuschlag. «In der National League wird sicherlich nicht das zweitbeste Eishockey nach der NHL gespielt, die Lebensbedingungen in der Schweiz sind aber top. Jede Nacht in seinem eigenen Bett schlafen zu können, die Infrastruktur und die kurzen Wege sind wirklich grosse Pluspunkte. Ich und meine Familie lieben es hier. Und das Eishockey macht Spass.»

Spass erhofft sich Stalberg nun auch im Freiburger Dress. «Mit Zug nahm ich Gottéron als eine gute Mannschaft wahr, gegen die es hart zu spielen ist.» Dass mit Center David Desharnais sein Sturmkollege von Awangard Omsk ebenfalls nach Freiburg gewechselt hat, machte ihm den Entscheid leichter – obwohl der Bau der neuen Eishalle leichte Zweifel verursachte. «Ich gebe gerne zu, dass die ersten Wochen auf der Baustelle noch ein wenig genervt haben. Aber es ist, wie es ist. Es bringt nichts, wegen der besonderen Umstände unnötig Energie zu verschwenden. Und letztlich wird das ja eine gute Sache. Beispielsweise wird uns schon bald der neue Kraftraum zur Verfügung stehen.» Wenn das Stadion nächste Saison fertiggestellt sei, habe Freiburg eine der modernsten Eishallen der Schweiz. «Das war auch ein Faktor, den ich einbezogen habe, als ich für zwei Jahre unterschrieben ­habe.»

Mehr als nur Tore schiessen

Stalberg ist sich freilich im Klaren darüber, dass in Freiburg in erster Linie Tore von ihm erwartet werden. «Ich kenne den Druck hier und weiss, welche Rolle die Ausländer innehaben. Meine wird es sein, offensiv produktiv zu sein und insbesondere das Überzahlspiel, das ja zuletzt das grosse Problem bei Gottéron war, besser zu machen.» Allein auf das Toreschiessen lässt sich der gesprächige Schwede jedoch nicht reduzieren. «Ich stehe in allen Spielsituationen in der Verantwortung, dabei denke ich etwa an das Boxplay. Ich will einfach Spiel für Spiel Leistung zeigen und alles tun, damit das Team Erfolg hat.»

Gottérons neue Nummer 25 weiss aus eigener Erfahrung, dass in dieser ausgeglichenen Liga das Reüssieren und das Scheitern sehr nahe beieinanderliegen. «Es geht in dieser Liga schnell. Biel zum Beispiel war während meines ersten Jahrs in Zug eine nur durchschnittliche Mannschaft, wie ich finde. Vergangene Saison waren sie dann aber sehr kompetitiv.» Wichtig seien deshalb eine solide Basis und die Konstanz. «Und ich erwarte, dass wir in der offensiven Zone stärker auftreten als zuletzt. Ein realistisches Ziel muss zuerst eine Verbesserung gegenüber der letzten Meisterschaft sein und damit die Rückkehr in die Playoffs, indem wir die Qualifikation so gut wie möglich abschliessen. Dann sehen wir, was noch alles möglich sein wird.»

Zur Person

Viktor Stalberg

Geburtstag: 17. Januar 1986. Geburtsort: Göteborg. Nationalität: Schwede. Zivilstand: verheiratet, ein Kind. Grösse: 190 cm. Gewicht: 95 kg. Position: linker/rechter Flügelstürmer. Schusshand: links. NHL-Draft: 2006 in der 6. Runde als 161.  Spieler von den Toronto Maple Leafs gezogen. Spielstationen: IF Mölndal (Junioren, 2003–2005), Frölunda (Junioren, 2005/06), University of Vermont (Hockey East, 2006–2009), Toronto Marlies (AHL, 2008-2010), Toronto Maple Leafs (NHL, 2011/12), Frölunda (Eliteserien, 2012/13), Atlant Mytischtschi (KHL, 2012/13), Chicago Blackhawks (NHL, 2012/13), Nashville Predators (NHL, 2013–2015), Milwaukee Admirals (AHL, 2014/15), New York Rangers (NHL, 2015/16), Carolina Hurricanes (NHL, 2016/17), Ottawa Senators (NHL, 2016/17), EV Zug (NL, 2017|18), Awangard Omsk (KHL, 2018/19). Erfolge: 2013 NHL Stanley-Cup-Champion mit Chicago, 2006 WM-Silber mit Schwedens U20, 84 Tore und 95 Assists in 548 NHL- Spielen.

 

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