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Geldspielautomaten und Loterie Romande

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BRIef an die FN

Geldspielautomaten und Loterie Romande

Antwort auf den Leserbrief von Chr. Vollmer, Escor Casinos & Entertainment SA, Düdingen, FN vom 15. September 2004.

Im Leserbrief beschuldigt mich Christian Vollmer, Direktor von Escor, während einer Pressekonferenz (10.9.04) widersprüchliche oder falsche Aussagen gemacht zu haben.

Als Präsident der Kantonalen Kommission der Loterie Romande in Freiburg muss ich Folgendes richtigstellen:

1. Ich habe nie behauptet, dass die Loterie Romande dem freien Wettbewerb ausgesetzt sei. In der Schweiz sowie in den meisten Ländern besitzen die grossen Lotterien einen exklusiven Status zugunsten der Gemeinnützigkeit. Auch der Markt der Casinos wurde nicht liberalisiert. Die politischen Instanzen haben deren Anzahl genau festgesetzt und im Kanton Freiburg nur ein einziges erlaubt. Geldspiele sind keine normale Ware. Sie müssen einer speziellen Aufsicht unterstellt sein, im Interesse der Gemeinnützigkeit.

Dieselben Prinzipien gelten zurzeit für die traditionellen Geldspielautomaten, welche zu den Glücksspielen gezählt werden und nur in den Casinos erlaubt sind.

Die neue Generation der Geschicklichkeitsautomaten untersteht dem Bund, was ihre Homologierung betrifft, und den Kantonen für ihre Installation. Wie dies bereits für die Geldspielautomaten der Fall war, wurden sie ausser im Kanton Freiburg in keinem anderen Kanton der Westschweiz bewilligt.

2. Beim Tactilo berührt der Spieler einen taktilen Bildschirm, anstatt die Lose auf dem Papier zu rubbeln. Die Installation von 700 Tactilos in 350 Gaststätten wurde vom Bundesamt für Justiz und Polizei aufgrund von zwei Gutachten (ein juristisches und ein technisches) regelkonform bewilligt. Im Kanton Freiburg wurden die Tactilos erst im Jahr 2002 nach allen anderen Westschweizer Kantonen erlaubt. Die Loterie Romande möchte in unserem Kanton 80 solcher Apparate in 40 öffentlichen Gaststätten aufstellen: im Vergleich zu 1200 Geldspielautomaten. (Es
gilt zu beachten, dass nur zwei Geldspielautomaten pro Gaststätte erlaubt sind.) Diese Absicht wird dadurch erschwert, dass den Gastwirten, welche die Geldspielautomaten durch Tactilos ersetzen möchten, mit schweren finanziellen Strafen gedroht wird.

3. Aus der Sicht der Spielsucht sind Geschicklichkeitsautomaten sehr gefährlich. Um eine Gewinnchance zu erhalten, muss ein Spieler üben und somit auch viel Geld verlieren, bevor er eventuell auf den Ausgang der Partie Einfluss haben kann.

Im Gegensatz zu den Betreibern von Geldspielautomaten entwickelt die Loterie Romande eine Politik des verantwortungsbewussten Spiels. Die Tactilos sind so ausgerüstet, dass das Spiel regelmässig verlangsamt wird. Die Konzessionäre werden speziell im Bereich der Prävention des pathologischen Spiels ausgebildet. Zudem finanziert die Loterie Romande das Centre Saint-Martin in Lausanne (Zentrum für das pathologische Spiel).

4. Das Argument, wonach ein Spieler mit einem Geldspielautomaten nur 50 Franken, mit einem Tactilo hingegen mehrere zehntausend Franken gewinnen kann, hält keiner Analyse stand. Die Tactilos unterstehen den überaus strengen Regeln der Lotteriespiele (Trefferplan). Es besteht eine Chance auf 500 000, einen Betrag von 50 000 Franken zu gewinnen. Zweifellos könnte ein geübter Spieler mit Geschicklichkeitsautomaten durchschnittlich grössere Beträge als beim Tactilo gewinnen.

5. Herr Vollmer behauptet, bei der Verteilung der Lotteriegelder fehle jegliche Transparenz und auch die übliche Finanzkontrolle. Richtig ist, dass kein Unternehmen mehr kontrolliert wird als die Loterie Romande: externe Revisorenstelle, Treuhandgesellschaft, Generalversammlung, höchste Aufsicht der Westschweizer kantonalen Behörden, Veto-Recht des Staatsrats in Sachen Gewinnverteilung, Veröffentlichung der Gewinne in der Kantonsrechnung etc.

6. Ich überlasse Herrn Vollmer die Verantwortung für seine Behauptung, dass «400 Millionen Franken pro Jahr (. . .) von staatlichen Instanzen für Dinge ausgegeben (werden), die nie demokratisch als öffentliche Ausgaben legitimiert worden sind und nach Gutdünken einiger weniger Auserwählter an die glücklichen Empfänger verteilt werden».

In Wirklichkeit werden die Gewinne der Schweizer Lotterien jedes Jahr an über 16 000 gemeinnützige Institutionen ausgeteilt. Im Jahr 2003 z.B. erhielten 360 Begünstigte im Kanton Freiburg gemäss klar definierten Kriterien eine Gesamtsumme von über 14,5 Millionen Franken. Zu unterstellen, dass die Kantonale Kommission der Loterie Romande in Freiburg nach eigenem Gutdünken und ohne effiziente Kontrolle handelt, ist schlichtweg eine Verleumdung.

Félicien Morel, Präsident
der Kantonalen Kommission
der Loterie Romande, Freiburg.

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