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Gemeinsame Sache im Forstwesen

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Gemeinsame Sache im Forstwesen

Mit einer Revierkörperschaft wollen Gemeinden einen besseren Waldertrag erreichen

Die Revierkörperschaft soll die Zusammenarbeit der öffentlichen Waldbesitzer untereinander erleichtern. Im Herbst stimmen viele Gemeinden im deutschsprachigen Seebezirk darüber ab.

Von PATRICK HIRSCHI

Beinahe jede Gemeinde im Seebezirk besitzt ein Stück Wald. Bisher war jede von ihnen selber für den Holzverkauf zuständig.

Das bedeutete, dass jeder öffentliche Waldbesitzer jedes Jahr eine für den heutigen Holzmarkt kleine Menge Holz schlug und sich dann selber um einen Käufer kümmern musste. Einige sind mittlerweile dazu übergegangen, für die Beratung beim Holzverkauf den Revierförster hinzuzuziehen. Andere vermarkten ihr Holz nach wie vor selbständig. Für die meisten Waldeigentümer bringt aber ein solches System keinen Gewinn mehr.

Fordern und fördern:
Kantonales Gesetz als Grundlage

Neben den Gemeinden zählen auch Pfarreien, das Domkapitel sowie der Kanton mit dem Staatswald zu den öffentlichen Waldbesitzern. Bislang war jeder einzelne von ihnen selber verantwortlich für die Durchführung der Holzschläge, das Forstbudget, die Kontrolle der Zahlungen usw. Zudem musste jeder öffentliche Eigentümer selber regelmässig in Material für seine Forstangestellten investieren. Kommt hinzu, dass die Abrechnungen der Subventionen und der eidgenössischen Forststatistik ebenfalls für jeden einzelnen Besitzer erstellt werden mussten.

Das kantonale Waldgesetz von 1999 schreibt nun die Bildung von Revierkörperschaften vor. Sie sollen als eigenständige Gesellschaften die forstlichen Arbeiten koordinieren. Hierzu muss sie eine gemeinsame, ständige Forstequipe bilden. Die Mitglieder der Revierkörperschaft bleiben Eigentümer der Wälder. Ihr Waldstück verpachten sie jedoch der Körperschaft zum symbolischen Preis von einem Franken pro Hektare.
Für den mittleren und den unteren Seebezirk ist je eine Arbeitsgruppe dabei, die Grundlagen für die Bildung einer Revierkörperschaft auszuarbeiten. Beide können jeweils auf bestehende Forstequipen zurückgreifen. Über den Beitritt zur Körperschaft soll bereits im Herbst oder Winter an den Gemeindeversammlungen abgestimmt werden. Für den französischsprachigen Seebezirk besteht mit dem «Regroupement forestier du Haut-Lac» schon seit zehn Jahren eine ähnliche Organisation. Allerdings besitzt dieses keinen gemeinsamen Finanztopf.

Im Vorstand sowie an der Delegiertenversammlung der Revierkörperschaft sind der Forstingenieur und der Betriebsleiter als Berater dabei. «Damit haben die Gemeindevertreter einen engeren Kontakt zu Personen mit Fachkompetenz sowie zu den staatlichen Organen», sagt der Murtner Gemeinderat Andreas Aebersold, Mitglied der Arbeitsgruppe «Unterer Seebezirk». Bis zur Gründung der Forstbetriebsgemeinschaft Kerzers-Murten im Jahr 2001 sei für Waldentscheide in Murten eine externe Fachperson hinzugezogen worden.

Gemeindevertreter, die wenig Kenntnisse vom Forstwesen haben, werden durch die Revierkörperschaft entlastet. Bisher hatte jemand, der nicht über genügend Know-how verfügte, Mühe, auf dem Markt einen passablen Preis für sein Holz zu erzielen.

Mehr Käfer, weniger Subventionen – Holzwirtschaft rentiert kaum noch

Bis ins Jahr 2002 hat die Gemeinde Murten bei der Waldwirtschaft zumeist schwarze Zahlen geschrieben. Für die Jahre 2003 und 2004 ist seit langem erstmals wieder ein Defizit von etwa 60 000 Franken pro Jahr budgetiert. Der Sturm Lothar liess die Holzpreise purzeln, zudem musste viel in die Pflege und den Wiederaufbau investiert werden. Der Borkenkäfer ist ebenfalls schuld daran, dass das Holzgeschäft nicht mehr rentiert.

«Ein Grund, warum wir bei der Revierkörperschaft mitmachen, ist, dass wir uns dadurch Synergien erhoffen, um das Defizit in Zukunft zu minimieren», hält Aebersold fest. Dies vor allem auch, weil die Bundessubventionen immer geringer auszufallen drohen.

Sicherheit und Solidarität:
Die Vorteile sind vielseitig

Durch den Einsatz einer ständigen Forstequipe hält ein höheres Mass an Professionalität in der Waldbewirtschaftung Einzug. Gleichzeitig wird damit auch ein wichtiger Schritt in Richtung Sicherheit am Arbeitsplatz gemacht.

Im Jahr 2000 haben in der Schweiz 31 Personen das Leben bei Forstarbeiten verloren. 29 davon waren nicht-professionelle Forstarbeiter, zum Beispiel Landwirte, die im Winter im Wald aushalfen. Zukünftig müssen Gemeindeangestellte oder Landwirte, die gelegentlich in der Forstequipe aushelfen, regelmässig an Weiterbildungskursen teilnehmen. Damit will man einerseits die Sicherheit am Arbeitsplatz verbessern, andererseits aber auch die Qualität und den Ertrag der Arbeiten optimieren.

Mit der Bildung einer Revierkörperschaft erhofft man sich Synergien auf allen Ebenen (Verwaltung, Personal, Bewirtschaftung, Verkauf usw.). Die Körperschaft ist ein interessanter Partner bei der Holzvermarktung und garantiert eine professionelle Waldaufsicht. Ausserdem kann mit erhöhter Solidarität untereinander bei Sturm- und anderen Forstschäden gerechnet werden.
«Unterer
Seebezirk»

l Öffentliche Eigentümer: Agriswil, Bas-Vully, Büchslen, Courlevon, Fräschels, Galmiz, Gempenach, Haut-Vully, Kerzers, Lurtigen, Murten, Ried, Salvenach, Ulmiz.

l Waldfläche: 794,73 Hektaren.

l Forstequipe: Heutige Forstequipe der Forstbetriebsgemeinschaft Kerzers-Murten.

l Finanzierung: Benötigtes Startkapital: 656 000 Franken; budgetiertes Defizit im ersten Jahr:
150 000 Franken; Kredit vom Staat: 274 400 Franken, Anteil Eigentümer: 531 600 Franken.

l Verteilerschlüssel: Pro Waldfläche; spezielle Schutz- und Erholungswälder werden gesondert geregelt. Es ist beabsichtigt, separat einen Waldbetrag von voraussichtlich 3 Franken pro Person und Jahr bei allen Gemeinden einzuziehen (inklusive Greng und Muntelier, die keinen Wald besitzen). hi
«Mittlerer
Seebezirk»

l Öffentliche Eigentümer: Cordast, Gurmels, Jeuss, Kleinbösingen, Pfarrei Gurmels, Hospiz Fegely (Grossholz Gurmels), Domkapitel Freiburg (Kapitelwald im Grossholz), Kanton Freiburg (Staatswald Galm).

l Waldfläche: 583,3 Hektaren.

l Forstequipe: Heutige Forstequipe des Staatswaldes Galm.

l Finanzierung: Benötigtes Startkapital: 210 000 Franken; budgetiertes Defizit im ersten Jahr. 136 000 Franken; Kredit vom Staat: 96 000 Franken, Anteil Eigentümer: 250 000 Franken.

l Verteilerschlüssel: pro Waldfläche; allerdings ohne die Fläche des Waldreservates von Jeuss, Gurmels (Liebistorf) und Staat im Galmwald. hi
Gelungener Versuchsballon

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