Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Marc Devaud: «Ich habe viel Zeit und Energie ins HFR gesteckt»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

HFR-Direktor Marc Devaud will in Frührente gehen – und hat damit viele überrascht. Zumal sein jüngster Höhepunkt noch keine Woche alt ist.

Es ist ein mittelgrosser Knall an einem ruhigen Freitagmorgen: Marc Devaud, 61 Jahre alt und Generaldirektor des Freiburger Spitals HFR, will frühzeitig in den Ruhestand gehen. Grund für seinen Entscheid seien Ermüdungserscheinungen. «Ich habe in den vergangenen Jahren viel Zeit und Energie ins HFR gesteckt», sagt Devaud.

Das attestiert ihm auch die Politik. Auf Anfrage sagt Staatsrat Jean-François Steiert: «Als HFR-Generaldirektor hatte Marc Devaud ein herausforderndes Umfeld. Der Druck in der Gesundheitspolitik ist hoch.» Steiert ist auch Mitglied des Verwaltungsrats des HFR.

Die Erleichterung ist ihm anzusehen: Marc Devaud am 9. Juni, kurz nach der Verkündung des Abstimmungsresultats.
Bild: Jean-Baptiste Morel

Devaud hatte den Verwaltungsrat bereits vor einigen Monaten über seine Überlegungen informiert. Gemeinsam wurde beschlossen, den Entscheid erst nach der Abstimmung vom 9. Juni öffentlich zu machen, um den Abstimmungskampf nicht zu beeinflussen.

Der Zeitpunkt überrascht nun doch. Es ist noch keine Woche her seit der Abstimmung über das Finanzdekret. Noch keine Woche seit einem der wenigen Momente, der als Höhepunkt gelten kann in der turbulenten Zeit Devauds: Defizite, Sparmassnahmen, die Coronapandemie.

Nun wird Devaud seine langjährige Laufbahn im HFR mit einem Höhepunkt beenden können. Die Stimmbevölkerung Freiburgs hat das Finanzdekret des HFR – bestehend aus einer Bürgschaft über 105 Millionen Franken für notwendige Investitionen bis zum Bau eines neuen Spitals und einem zinslosen Kredit über 70 Millionen Franken für Studien und einen Architekturwettbewerb im Hinblick auf ebendiesen Bau – mit fast 80 Prozent angenommen.

«Als HFR-Generaldirektor hatte Marc Devaud ein herausforderndes Umfeld.»

Jean-François Steiert
Staatsrat und HFR-Verwaltungsratsmitglied

Das Abstimmungsresultat sei vor allem auf Devaud zurückzuführen, sagt Staatsrat Steiert: «Er hat einen wesentlichen Betrag geleistet für die deutliche Zustimmung der Freiburgerinnen und Freiburger zur Zukunftsplanung des Spitals.» Dass jemand mit einer Kaderfunktion und einem zeitlichen Engagement, das über das Übliche hinausgehe, nach sieben bis zehn Jahren wechseln möchte, sei normal. Und, sagt Steiert: «Wenn man dann noch eine solide Zeit hinter sich hat, ist es ein guter Zeitpunkt zum Aufhören.»

Für Devaud derweil war die hohe Zustimmung vor allem eine Erleichterung. Eine Erleichterung, die fast zu einem Meinungsumschwung geführt hätte: «Obwohl für mich schon länger klar war, dass ich zurücktreten möchte, brachte mich dieser Vertrauensbeweis der Stimmbevölkerung doch noch einmal ins Grübeln.»

Trotzdem soll nun spätestens Ende 2025 Schluss sein. Diese Frist hat sich Devaud gesetzt.

Intern war Devaud dem Vernehmen nach hochgeschätzt – und nicht nur von Mitarbeitenden derselben Hierarchiestufe. Mit ein Grund dafür sei das Gefühl gewesen, das er jedem Mitarbeitenden gegeben habe: «Ich bin einer von euch.»

Zumal dies nicht gespielt gewesen sei, zumindest nicht nur: Devaud begann seine berufliche Laufbahn 1988 als Pflegefachmann – im HFR. Über diverse Stationen in und ausserhalb des Spitals wurde er 2018 zum Generaldirektor ernannt. Eine Krankenpflegerkarriere, der Freiburger Dream.

Die finanzielle Trendwende konnte er nicht einleiten

Spätestens 2025, hofft Devaud, habe der Verwaltungsrat einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden. Er wird das HFR erst dann definitiv verlassen.

Dann möchte er erst einmal zwei bis drei Monate Pause einlegen. «Man hat mich aber davor gewarnt, bei 200 km/h eine Vollbremsung zu vollziehen», sagt Devaud. Deshalb sei er nicht abgeneigt, später ins Gesundheitswesen zurückzukehren. «Einfach nicht ins HFR», sagt Devaud, «das wäre meinem Nachfolger nicht dienlich.»

Unter Devauds Leitung wurde das HFR stark umgestaltet: Die Akutpflege wurde auf den Standort Freiburg konzentriert, ein neues Gesundheitszentrum in Riaz erbaut und die Rehabilitation neu strukturiert. Er führte auch neue Führungsstrukturen ein und unterstützte die Einführung eines Masterstudiengangs in Medizin. In den vergangenen Jahren war er für die Umsetzung der Strategie 2030 verantwortlich, die das HFR an die Bedürfnisse der Bevölkerung und die Entwicklungen im Gesundheitswesen anpassen soll.

Bereits 2017 musste Marc Devaud wegen eines Defizits Sparmassnahmen verkünden – und damals war er erst Generaldirektor ad interim.
Archivbild: Keystone

Devaud hat in den Jahren seit seinem Amtsantritt im Juli 2018 nicht nur eine Vielzahl an Projekten in die Wege geleitet – er hinterlässt auch ein grosses Minus. Erst im April kommunizierte das HFR ein erneutes Defizit von über 36 Millionen Franken für das Jahr 2023 – statt des budgetierten Verlusts von knapp 28 Millionen Franken. Das kumulierte Minus 2023–2024 summiert sich auf zwischenzeitlich über 60 Millionen Franken. «Das ist schwierig», sagt Devaud, «zumal wir vor zwei Jahren einem ausgeglichenen Budget noch sehr nahe gekommen sind.»

Doch dann kam die Inflation.

Deren Auswirkungen auf das HFR sind überdurchschnittlich schwierig, weil Krankenhäuser ihre Tarife nicht an die steigenden Preise anpassen können. Bedeutet: Steigende Ausgaben können nicht durch eine höhere Aktivität kompensiert werden, weil die Kosten der Leistungen nicht durch die Tarife gedeckt werden. Das HFR schreibt seit 2016 Verluste – hier konnte Devaud keine Trendwende einleiten.

Nach mir die Sintflut also? «Nein», sagt Devaud. Die Effizienzmassnahmen haben es bereits ermöglicht, den Patientenfluss und die mittlere Verweildauer zu optimieren. Es stehe noch Arbeit an, aber insbesondere dank des deutlichen Abstimmungsresultats vom 9. Juni seien die Weichen positiv gestellt.

Bedauern, klar – aber auch viel Verständnis

Auch HFR-Verwaltungsratspräsidentin Annamaria Müller versteht Devauds Entscheid, bedauert aber seinen bevorstehenden Abgang. Sie drückt ihm in der Mitteilung ihre Anerkennung und Dankbarkeit für seine Arbeit aus: «Er hat diese anspruchsvolle Funktion mit grossem Engagement und viel Dynamik ausgefüllt. Während seiner ganzen Karriere lag ihm das Wohl der Patientinnen und Patienten stets am Herzen, und sein beruflicher Werdegang ermöglichte es ihm, die Anliegen der Mitarbeitenden zu verstehen.»

«Während seiner ganzen Karriere lag ihm das Wohl der Patientinnen und Patienten stets am Herzen, und sein beruflicher Werdegang ermöglichte es ihm, die Anliegen der Mitarbeitenden zu verstehen.»

Annamaria Müller
Verwaltungsratspräsidentin HFR

Die Rekrutierung einer neuen Generaldirektorin oder eines neuen Generaldirektors wird nun vom Verwaltungsrat in die Wege geleitet. Gemäss Steiert sei dafür bereits ein Ausschuss gebildet worden. Die Ausschreibung soll bald erfolgen. «Idealerweise», sagt Steiert, «wollen wir die Nachfolge bis Ende dieses Jahres bestimmen.»

Devaud wird also noch ein bisschen auf seinen Ruhestand warten müssen. Aber nicht bis Ende 2025.

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Meistgelesen