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Generation Minus?

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Die Möglichkeiten, Geld auszugeben, sind heute ganz anders als früher. Vor einigen Jahrzehnten konnten alle nur mit Bargeld einkaufen. Heute werden Kredite vergeben, und man kann im Internet gegen Rechnung einkaufen. Die Frage stellt sich: Werden die Jugendlichen von heute gut darauf vorbereitet oder tappen sie in die Schuldenfalle?

Wir haben mit zwei Experten über dieses Thema gesprochen. Dazu haben wir ein Interview mit André Riedo von der Freiburger Kantonalbank in Tafers und eines mit Christian Raemy vom Betreibungsamt des Sensebezirks in Tafers geführt. Die Ergebnisse dieser Gespräche haben wir hier festgehalten.

Jugendliche sollen früh lernen

Sowohl Christian Raemy als auch André Riedo finden es sehr wichtig, dass das Problem der Überschuldung schon in der Schule und in der Familie thematisiert wird, denn «auch die Schulen sind in einem gewissen Mass verantwortlich dafür», sagt Riedo. Es sei wichtig, dass die Jugendlichen schon früh lernen, was alles auf sie zukommt, wenn sie ausziehen. «Es ist effektiv so, dass die Schulden bei jungen Leuten in den letzten Jahren zugenommen haben», sagt Raemy.

Riedo meint, dass diese Zunahme ein gesellschaftliches Problem ist. «Das ist nicht mehr so wie bei der alten Garde. Da hiess es, zuerst sparen und dann erst etwas kaufen. Heute ist es schon häufig so, dass man zuerst konsumiert und erst danach bezahlt.» Auch Raemy bestätigt diese Aussage. Das Internet verführe zum Kauf gegen Rechnung.

Riedo sagt, dass das Problem nicht bei den Banken liege, wenn sich Jugendliche beim Wegzug von Zuhause verschulden. Denn hier hätten die Eltern die Pflicht, ihren Kindern den richtigen Umgang mit Geld beizubringen. Er rät, dass man immer etwas sparen sollte, damit man ein kleines Polster auf dem Sparkonto hat: Man müsse wissen, wie viele Rechnungen auf einen zukommen und ob diese jeden Monat, alle drei Monate oder jährlich zu bezahlen sind, sagt Riedo. Jugendliche sollten berechnen, wie viel Geld sie für Handy, Steuern, Versicherungen, Miete, Onlinebestellungen, Möbel, Essen oder Sonstiges brauchen.

Steckt jedoch jemand einmal in den Schulden, dann ist der einzige Weg hinaus die Begleichung der Schulden, sagen die beiden Experten. Riedo weist darauf hin, dass man Schulden nie mit Schulden begleichen sollte, denn das ziehe einen Rattenschwanz nach sich. «Wichtig ist, dass man sich Hilfe holt, egal ob bei den Eltern oder bei externen Beratungsstellen», sagen die Experten. Da die Verschuldung allgemein zugenommen habe, findet Raemy, dass die Politik hier gewisse Massnahmen ergreifen sollte, damit den Kreditgebern weniger Spielraum gegeben wird.

Raemy hebt hervor, dass man sich bewusst sein sollte, dass die Verschuldung jeden von uns treffen kann. «Auch wenn man gut vorbereitet ist, kann man durch Veränderungen der Lebensumstände wie zum Beispiel den Verlust des Arbeitsplatzes in die Verschuldung fallen.»

Zahlen und Fakten

Fast 30 600 Franken Schulden

Wir haben an unserer Schule, der Orientierungsschule Tafers, eine Umfrage zu Jugendlichen und Schulden mit 183 Schülerinnen und 174 Schülern durchgeführt. Von den insgesamt 357 Schülern erhalten 224 Taschengeld. Zusammen erhalten die Jugendlichen eine Summe von 9530 Franken monatlich. Im Schnitt, wenn alle Teilnehmer der Umfrage berücksichtigt werden, ergibt das 26.70 Franken pro Monat. Ihre durchschnittlichen monatlichen Ausgaben belaufen sich auf 28 Franken. Das könnte ein Grund dafür sein, dass der Schuldenbetrag an unserer Schule hoch ist. Denn unsere erstaunliche Entdeckung war, dass die Schülerinnen und Schüler in ihrem Leben insgesamt schon 30 594 Franken Schulden hatten, wobei von diesem Betrag rund 5545 Franken bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zurückbezahlt wurden.

Klasse 36, OS Tafers

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