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Geopolitische Spannungen sorgen für ein volatiles Börsenumfeld

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Angesichts der jüngsten Einbrüche an den Börsen heisst es für Anleger auch zum Jahresende hin: weiterhin starke Nerven bewahren. Erstmals seit Ende 2016 fiel der Dax unter die Marke von 11 000 Punkten, und auch das europäische Benchmark-Barometer Euro Stoxx 50 notiert auf einem Zweijahrestief. Die Gründe für den Ausverkauf sind vielfältig und reichen von enttäuschten Erwartungen bei den sogenannten «FAANGs» – also den Aktien von Facebook, Amazon, Alphabet, Netflix und Google –, über Zinsängste bis hin zu geopolitischen Unsicherheiten, allen voran dem schwelenden Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Unsicherheit ist greifbar

Nach der nur kurzzeitigen Entwarnung anlässlich des G20-Treffens sorgte die auf Druck der USA erfolgte Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei für Aufruhr. Anleger befürchten, dass sich dadurch die Spannungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften nochmals verschärfen könnten.

Die Verunsicherung an den Finanzmärkten ist derzeit greifbar und wird verstärkt durch die äusserst schwierigen Brexit-Verhandlungen, Italiens Konflikt mit der EU oder die unsichere Zinsentwicklung.

Auch die jüngst zu beobachtende zeitweise inverse Zinskurve in den USA macht den Investoren zu schaffen. Üblicherweise ist die Rendite einer länger laufenden Anleihe höher als bei einer kürzer laufenden. Erstmals seit gut einem Jahrzehnt notierten in letzter Zeit am US-Anleihenmarkt die Renditen länger laufender Obligationen teilweise knapp unter jenen mit kürzerer Laufzeit.

Die Befürchtung, dass eine inverse Zinskurve ein Hinweis auf eine zu erwartende Rezession sei – was es aber nicht zwingend ist –, verstärkt die Konjunktursorgen der Anleger. Hintergrund der teilweise inversen Zinsstruktur in den USA ist die Unsicherheit in Bezug auf die Ausrichtung der US-Notenbank Fed. Das Beige Book, der regelmässig publizierte Wirtschaftsbericht der Fed, attestierte der US-Wirtschaft einen nach wie vor moderaten Wachstumskurs und ein zunehmendes Lohnwachstum. Allerdings nehmen die Risiken zu, womit die Sorge wächst, dass weitere Zinsanhebungen die Konjunktur ausbremsen könnten.

Fed signalisiert Zinsschritte

Angesichts der soliden Wirtschaftsentwicklung und des starken Arbeitsmarktes hat die Fed für nächstes Jahr bisher drei weitere Zinsschritte signalisiert. Einige Notenbanker scheinen nun aber auf eine Pause zu drängen. Vor diesem Hintergrund hatte Fed-Chef Jerome Powell bereits ein vorsichtigeres Vorgehen in Aussicht gestellt. Nach der bereits antizipierten Zinserhöhung am 19. Dezember – der vierten im laufenden Jahr – könnte die Fed vorerst durchaus auf eine weitere Straffung der Zinsen verzichten.

Fazit: Die wirtschaftliche Dynamik und das Gewinnwachstum dürften sich zwar aus heutiger Sicht verlangsamen, aber dennoch relativ robust bleiben. Dies würde eine weitere geldpolitische Straffung in den USA rechtfertigen, jedoch dürfte die Fed äusserst behutsam vorgehen. Geopolitische Unsicherheiten können sich jederzeit verschärfen, womit Anleger mit einer höheren Volatilität konfrontiert bleiben.

Die Zunahme der Volatilität muss aber in einem historischen Kontext als eine gewisse Normalisierung akzeptiert werden. Angesichts der Tatsache, dass wir uns in einem Spätzyklus befinden, sprechen diese Bedingungen für eine moderate und gut diversifizierte Übergewichtung in Aktien. Risikopositionen sollten allerdings mit einem antizyklischen Ansatz flexibel und aktiv verwaltet werden.

Der Autor

Denis Reiser ist Direktor und Finanzberater der LGT Bank (Schweiz) AG in Bern. Er wohnt in Ried bei Kerzers.

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