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Geplatzte Träume in der grauen Halle

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Grosse Pläne hatte die Bluefactory AG im Juni für die Graue Halle der Blue Factory: Bis Ende 2019 sollte die ehemalige Cardinal-Abfüllhalle für 18 Millionen Franken aus rein privaten Mitteln umgebaut werden. Die Rede war von Räumlichkeiten für über 300 neue Arbeitsplätze und einer allfälligen Rückkehr des Cardinal-Biers im Rahmen einer Mikrobrauerei (die FN berichteten).

Daraus wird nun vorläufig nichts. Der Verwaltungsrat der Bluefactory AG prüfte die Reihenfolge der verschiedenen Vorhaben auf dem Gelände, um seinen Finanzplan zu optimieren, wie der Staatsrat gestern in seiner Antwort auf eine Anfrage der CVP-Grossräte Christian Ducotterd (Grolley) und Marc-Antoine Gamba (Freiburg) mitteilte. Dabei habe eine Studie gezeigt, dass eine Zweckänderung der Grauen Halle zurzeit nicht kurzfristig realisierbar sei, weil die Kosten auf 26 bis 30 Millionen Franken für eine Nutzfläche von 4500 Quadratmetern geschätzt wird. Der Verwaltungsrat will daher prüfen, ob eine Übergangslösung für die Nutzung des Gebäudes angezeigt ist. Dieses Projekt wird laut dem Staatsrat daher zurückgestuft, während der Bau des Gebäudes des Smart Living Lab zusammen mit dem angrenzenden Gebäude B oberste Priorität erhält (siehe Artikel unten).

«Schlicht zu teuer»

«Das Projekt ist nicht gestorben, nur verschoben», sagte Staatsrat Olivier Curty (CVP), Volkswirtschaftsdirektor und Verwaltungsratsmitglied der Bluefactory AG, gestern auf Anfrage. Die geschätzten 26 bis 30 Millionen Franken seien für einen rentablen Betrieb schlicht zu teuer. Einer der Gründe für diese hohen Kosten sei die Tatsache, dass das Gebäude unter Kulturgüterschutz gestellt sei. Ein Abriss mit anschliessendem Neubau wäre sicher wesentlich günstiger gewesen als ein Umbau. Grundsätzlich sei die Bluefactory AG aber eine private Aktiengesellschaft und müsse überlebensfähig bleiben, so Curty.

Wann der Umbau der Grauen Halle doch noch realisiert wird, kann der Volkswirtschaftsdirektor zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Das hänge davon ab, wie schnell man die anderen geplanten Gebäude auf dem Areal realisieren könne. «Wir müssen nun von Jahr zu Jahr wieder über die Bücher», so Curty. Auch bezüglich einer allfälligen Zwischennutzung der Grauen Halle sei noch vieles offen. Ideen gebe es einige, von kulturellen Veranstaltungen bis zur Erstellung eines Konferenzsaals, was mit einer wesentlich kleineren Investition machbar wäre. «Wir sind aber auch offen für weitere Ideen», so Curty. Überrascht über diese Wendung sei er schon, bemerkte der Volkswirtschaftsdirektor. Gleichzeitig betonte er aber: «Wir haben unsere Arbeit gemacht, waren an der Finanzplanung und hatten drei, vier konkrete Offerten für einen Umbau eingeholt.» Auch den Architekten des Wettbewerbs, dessen Ergebnisse diesen Sommer präsentiert wurden, könne man keinen Vorwurf machen. In dieser Projektstufe seien sie noch nicht zu einer derartigen Kostengenauigkeit verpflichtet gewesen. Von grundsätzlicher Katerstimmung in Bezug auf die Blue Factory wollte Curty gestern nichts wissen. «Die Nachfrage von Firmen, die sich auf dem Blue-Factory-Areal ansiedeln wollen, ist sehr gross», sagte er.

Brauerei war «nur eine Idee»

«Es war ein sehr vernünftiger Entscheid», bemerkt der Blue-Factory-Direktor Philippe Jemmely. «Wir hätten keine Investoren gefunden, die bereit gewesen wären, 30 Millionen Franken zu investieren.» Die Kosten für den Architekturwettbewerb, die man bereits in die Graue Halle investiert habe, würden sich übrigens auf lediglich rund 2000 Franken belaufen.

Bei der Mikrobrauerei habe es sich lediglich um eine Idee und nie um ein fertiges Projekt gehandelt. Mit Feldschlösschen habe er diese Idee nie diskutiert.

«Allerhöchste Dringlichkeit»

Etwas nüchterner beurteilt der Architekt Adrian Kramp vom Freiburger Büro Boegli Kramp Architekten AG die Lage. Er hatte im Sommer den Projektwettbewerb zur Neugestaltung der Grauen Halle gewonnen. Er rechnet nun damit, dass sein Zuschlag auch bei einer Neuauflage des Projekts immer noch gültig sein werde. «Man kann nicht sagen, dass das Projekt nun einfach zwölf Millionen Franken teurer wird, als wir das vorgesehen haben», stellt er klar. «Denn im Unterschied zu uns rechnet die Bauherrschaft mit einer Vollkostenrechnung, in der auch Faktoren wie die Bausubstanz, das Land und die Wettbewerbskosten enthalten sind.»

Sichtlich enttäuscht ist der Architekt aber schon. «Eigentlich würde allerhöchste Dringlichkeit bestehen, auf dem Areal ein Lebenszeichen von sich zu geben, und die Graue Halle wäre dort der einzige Bau, der direkt umgesetzt werden könnte.» Der Entscheid, das Projekt Graue Halle zurückzustellen, schaffe grosse Unsicherheit – namentlich auch bei den interessierten, risikobereiten Start-ups ohne grosse finanzielle Reserven, die man hier eigentlich hätte an Bord holen wollen. Kramp hätte hier auf «eine Art Staatsgarantie» gesetzt, um die Attraktivität des Standorts Blue Factory weiter zu fördern.

«Natürlich wird die Blue Factory von einer AG betrieben», so der Architekt. «Andererseits ist sie aber auch ein Entwicklungsschwerpunkt von Stadt und Kanton.» Es gehe darum, hier einen Innovationspool zu schaffen, und da hätte der Staat seiner Ansicht nach auch eine Rolle zu spielen. Ohne konkretes Bauprojekt sei es auch schwierig, Investoren und Mieter zu finden. «Das ist eine Katze, die sich selbst in den Schwanz beisst», sagt Kramp.

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