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Gerichtsarchive als Quelle der Information

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Von Mord und Totschlag bis zum Scheidungsfall: Tag für Tag befassen sich Gerichte mit mehr oder weniger spektakulären Fällen. Was davon bleibt, sind unzählige Akten, die sich über die Jahre ansammeln. «Es ist eine riesige Masse an Informationen von juristischem, historischem und soziokulturellem Wert», sagt der Freiburger Staatsarchivar Alexandre Dafflon. «Zugleich handelt es sich um sensible, persönliche Dokumente, die dem Datenschutz unterstehen.»

Das breite Thema der Gerichtsarchive steht am 3. und 4. Oktober im Mittelpunkt von zwei Studientagen, die das Staatsarchiv zusammen mit dem Kantonsgericht und der Société d’Histoire du canton de Fribourg organisiert. Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich und gratis. Juristen, Archivare und Historiker werden verschiedene Aspekte des Themas beleuchten. Gerade das Zusammentreffen von Fachleuten aus Gerichts- und Archivwesen sei interessant, sagte Anne Philipona, Präsidentin der Société d’Histoire, bei der Präsentation des Programms vor den Medien. «Der Austausch ist wichtig, denn Juristen und Historiker sind in Fragen der Archivierung nicht immer gleicher Meinung.»

Jahrelange Arbeit

Mit den Studientagen wollen Staatsarchiv und Kantonsgericht auch auf das umfassen- de Archivierungsprojekt aufmerksam machen, das seit 2008 im Gang ist: Systematisch archiviert und inventarisiert das Staatsarchiv seither alle Akten des Kantonsgerichts, der Bezirksgerichte und der Friedensgerichte, die sich seit 1803 (Mediationsverfassung) angesammelt haben. «Die Arbeit wird noch Jahre dau- ern», so Staatsarchivar Dafflon. Bereits abgeschlossen ist sie für das Bezirksgericht Saane, wo denn auch ein Teil des Programms der Studientage stattfindet. Aktuell läuft un- ter anderem die Archivierung für die Bezirksgerichte Sense und Greyerz.

Dass es so lange gedauert hat, bis man diese Arbeiten in Angriff genommen hat, erstaunt Frédéric Oberson, Generalsekretär des Kantonsgerichts, nicht: «Für die Gerichte hat die Archivierung keine Priorität; ihre Hauptaufgabe ist es, Urteile zu fällen.» Oft seien es schlicht Platzprobleme gewesen, die in der Vergangenheit eine ordentliche Archivierung verunmöglicht hätten. Umso wichtiger sei die Zusammenarbeit mit den Spezialisten des Staatsarchivs. «Die Gerichte sind eine Säule der Gesellschaft, und ihre Akten enthalten alle möglichen Informationen zu den verschiedensten Lebensbereichen», so Oberson. Als aktuelles Beispiel nennt er die Nachforschungen über fremdplatzierte Kinder im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ein Thema, das auch an den Studientagen in Freiburg zur Sprache kommt. Nebst solchen inhaltlichen Aspekten geht es an den Thementagen auch um technische Fragen: Welche Akten sollen überhaupt archiviert werden und auf welche Weise? Welche Vor- und Nachteile haben elektronische Systeme? Welche Unterlagen sollen für wen zugänglich sein, und wie lassen sich Probleme des Datenschutzes lösen?

Solche Fragen beschäftigen auch das Staatsarchiv: «Für den Umgang mit der Informatik und für ein Selektionssystem erarbeiten wir Richtlinien für die Zukunft», so Alexandre Dafflon.

Programm

Vorträge im Archivund am Bezirksgericht

Fr., 3. Oktober:13.30 bis 17.30 Uhr im Staatsarchiv. Unter anderem mit Beiträgen von Evelyne Mosset (Archivarin Bundesarchiv) und Alice Reichmuth Pfammatter (kantonale Datenschutzbeauftragte).

Sa., 4. Oktober:9 bis 16 Uhr am Bezirksgericht Saane. Unter anderem mit Beiträgen von Luzius Mader (stellvertretender Direktor des Bundesamts für Justiz) und Anne-Françoise Praz (Professorin für Geschichte an der Universität Freiburg).cs

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