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«Gerne etwas für die Allgemeinheit getan»

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«Gerne etwas für die Allgemeinheit getan»

Im Gespräch mit Hans Rudaz, abtretender Pfarreipräsident von Heitenried

In die Amtszeit von Hans Rudaz als Pfarreipräsident von Heitenried fällt unter anderem die Rettung der alten St.-Michael-Kirche. Hans Rudaz hat die 17-jährige Mitgliedschaft im Pfarreirat als grosse persönliche Bereicherung empfunden.

Von IMELDA RUFFIEUX

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe er sein Amt abgegeben, sagt Hans Rudaz, der 17 Jahre im Pfarreirat war, davon zwölf als Präsident. Er sei froh, dass man gute Leute gefunden habe, die sich zu einem Engagement in der Pfarrei bereit erklärt haben. Obwohl die Arbeit als Pfarreiratspräsident oft mit einem grossen Aufwand verbunden war, hat Hans Rudaz die Zeit auch genossen.

«Es gab mir eine gewisse Befriedigung, etwas für die Allgemeinheit tun zu können», sagt er. Die Herausforderung habe ihn gereizt, zumal er etwas für kulturelle Belange übrig habe. «Wir haben kulturell und historisch so wichtige Sachen, dass es schade wäre, wenn sie nicht erhalten blieben.»

Ein Flair für alte Bauten

Wenn Hans Rudaz von «schönen Sachen» spricht, dann meint er zum Beispiel die alte St.-Michael-Kirche, die nach einem langen und mühseligen Prozess erhalten und zu einem Vereinshaus umgebaut werden konnte. «Es war nicht einfach, die Leute zu überzeugen und das Geld zusammenzubringen. Aber heute ist klar, dass es sich gelohnt hat; das Haus wird rege benützt.»

Auch das so genannte «Drei-Familien-Haus», eine Liegenschaft aus Holz, die teilweise aus dem 16. Jahrhundert stammt, stand in den letzten Jahren des Öfteren auf der Traktandenliste von Pfarreiratssitzungen. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wurden Dach und Fassade des Gebäudes erneuert, das einstmals in sehr schlechtem Zustand war und heute wieder drei Wohnungen beherbergt. Bevor es 1995 zu einem Pfarrwechsel kam, wurde am Pfarrhaus eine Aussenrenovation (u.a. Fassade und Fenster) vorgenommen und auch im Innern Auffrischungsarbeiten ausgeführt.

Einen weitereren Schwerpunkt stellte das Pfarrarchiv dar, das vom ehemaligen Lehrer und Pfarreiverwalter Franz Kolly geordnet wurde. «Wir haben im Pfarrhaus sehr viele kostbare Urkunden, Bücher, Statuen und Bilder gefunden. Ich bin sehr froh, dass diese alten und wertvollen Dokumente nun geordnet und fachgerecht aufbewahrt sind.» Verteilt auf dem ganzen Pfarreigebiet – in Schönfels, Selgiswil, Winterlingen, Wiler vor Holz und im Magdalena-Holz – stehen Kapellen. Diejenige von Wiler vor Holz ist vor zwei Jahren einer grösseren Renovation unterzogen worden. Hans Rudaz erinnert dabei an die vielen Spenden und Beiträge von Privaten und von öffentlichen Institutionen, ohne die dieses lang geplante Projekt nicht verwirklicht hätte werden können, ohne dabei die Pfarreikasse zu belasten. Auch die meisten Wegkreuze wurden erneuert; andere wurden neu errichtet.

Glückliche Fügung

Eines der letzten Projekte, die zu einem guten Ende gefunden haben, ist die Verlegung des alten Spichers beim Pfarrhaus. Es handelt sich dabei um einen der ältesten noch erhaltenen Kornspeicher des Sensebezirks, datiert um 1620. Zur Renovation fehlte das Geld und ein Käufer konnte auch nicht gefunden werden, zumal die Denkmalpflege dieses Geschäft an gewisse Bedingungen geknüpft hätte, wie Hans Rudaz erzählt. Also musste eine andere Lösung gefunden werden.

Die glückliche Fügung wollte es, dass der Speicher bestens zum Sensler Haus im Freilichtmuseum Ballenberg passt. So erhielt das alte Gebäude eine fachmännische Renovation und «steht heute am richtigen Ort», wie der abtretende Pfarreipräsident erklärt.

Ein gutes Team

Die gute Zusammenarbeit im Pfarreirat habe es ermöglicht, viele grosse Projekte anzupacken und zu einem guten Ende zu bringen. «Wir waren ein gutes Team, haben immer einen Konsens gefunden», sagt Hans Rudaz. Vor allem mit seinem Ratskollegen Moritz Schafer hat er oft selber Hand angelegt und Ideen in die Tat umgesetzt. Die beiden haben ihren Rückzug aus dem Pfarreirat bereits vor fünf Jahren angekündigt, so dass die Planung der Nachfolgeregelung leichter fiel. Seinem Nachfolger, Lukas Lehmann, gibt Hans Rudaz den Ratschlag, flexibel zu sein und gut zuzuhören. «In so einem Amt ist es wichtig, ein gewisses Gespür zu haben und auf die Meinung der Bürger zu hören.»

Zusammenarbeit mit St. Antoni

Beim Gedanken an die Zukunft der Pfarreien sieht Hans Rudaz einige ernsthafte Probleme, die es zu lösen gilt. «Es ist ungewiss, ob jede Pfarrei noch ihren eigenen Pfarrer haben wird.» Mit St. Antoni arbeite man in einigen Bereichen bereits zusammen, sagt er. Dies ist ein logischer Weg, zumal ja ein Viertel aller Pfarreibürger auf dem Gebiet von St. Antoni wohnen. Auch die finanzielle Belastung der Pfarreien gibt ihm zu denken. Waldbesitz, der in früheren Zeiten als sicherer Wert zu einer positiven Pfarreirechnung beitrug, ist heute teilweise zu einer Belastung geworden. «Der Sturm Lothar hat vieles ruiniert.»

Schöne Erinnerungen

Einen schöneren Abschluss seiner Amtszeit als den am 22. Juni 2003 durchgeführten Ordenstag hätte sich Hans Rudaz kaum vorstellen können. Zum 25-jährigen Priesterjubiläum von P. Thomas Sackmann, dem Ortspfarrer, und dem 35-jährigen Jubiläum von P. Marius Andrey waren Ordensleute aus der Pfarrei und solche, die einmal in Heitenried tätig waren, eingeladen – ein Fest, an das der abtretende Pfarreipräsident gerne zurückdenkt.
Wechsel
in den Pfarreien

Durch die Pfarreiratswahlen Ende Mai kam es in vielen Pfarreien zu einem Wechsel im Pfarreirat. In einer Sommer-Serie ziehen die abtretenden Pfarreipräsidenten eine persönliche Bilanz ihres – oft ährigen – Engagements. FN

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