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Geschichte unter Felsvorsprüngen

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Auf dem Bauch liegen Studentinnen und Fachleute am Boden und lösen vorsichtig Sedimente ab, andere sitzen im bereits gegrabenen Loch und arbeiten dort weiter, während Dritte ihnen mit einer Lampe genügend Licht spenden. Ihr Ziel: Spuren finden, die Menschen unter den beiden Felsvorsprüngen an der Saane bei Arconciel hinterlassen haben. Die Abris, wie die überhängenden Felsen in der Fachsprache genannt werden, seien lange unterschätzt worden, sagt Michel Mauvilly, Vorsteher des Sektors Ur- und Frühgeschichte des kantonalen Amts für Archäologie. «Sie haben jedoch ein grosses archäologisches Potenzial.»

Was die Studenten im Rahmen einer Lehrgrabung machen, damit beschäftigen sich Mauvilly und seine Kollegen seit 15 Jahren. Das Ziel: ein systematisches Inventar aller Abris im Kanton. In Arconciel haben Experten und Studierende Keramik, Tierknochen und weitere Spuren aus der Spätbronzezeit (1000 bis 800 vor Christus) gefunden, auch aus dem Mittelalter sind Knochen und Fundstücke aus Metall vorhanden. In anderen Abris hätten sie Spuren aus anderen Zeiten gefunden, sagt Barbara Bär, wissenschaftliche Assistentin beim Amt für Archäologie. In Hauterive habe es Funde aus dem Mesolithikum, also der Mittelsteinzeit, gegeben. «Über diese Zeit hatten wir bisher nicht viele Daten. Die Grabungen brachten einen unglaublichen Erkenntnisgewinn.» In Freiburg hätten sich die archäologischen Forschungen lange Zeit auf die Seeufer konzentriert, sagt Bär. «Die dortigen Entdeckungen waren halt spektakulär.»

Noch im letzten Jahrhundert seien die Felsvorsprünge, die durch Wasser oder Erosion entstehen, von Randständigen oder Obdachlosen genutzt worden. In früheren Zeiten erfüllten sie ganz verschiedene Aufgaben, so Michel Mauvilly. Oft nahe an einem Gewässer, dienten die Abris meist als Wohnstätte. «Das Dach und die hintere Wand bestanden bereits, die Leute mussten den Unterstand nur noch schliessen», sagt Bär. Zudem hätten die Flüsse Fische und Trinkwasser geboten. Auf eine solche Nutzung deuteten Keramikscherben, Tierknochen, Spuren von Feuerstellen und Holzwänden oder Gebrauchsgegenstände hin. Seien hingegen in manchen Schichten eher verbrannte Getreidekörner zum Vorschein gekommen, könne dies ein Indiz für eine Nutzung als Getreidespeicher gelten. «Und wir vermuten, dass die Abris in unruhigen Zeiten auch als Fluchtorte benutzt wurden», so Bär.

Noch viel zu tun

Nachdem die Forschenden Schicht für Schicht abgetragen, dokumentiert und Fundstücke herausgenommen haben, werden diese gereinigt und fein säuberlich beschriftet. Zur genaueren Untersuchung und Datierung gehen manche an Spezialisten.

Rund 150 Abris wurden bereits untersucht. Damit nehme der Kanton Freiburg schweizweit eine Vorreiterrolle ein, sagt Mauvilly. «An der Saane sind wir fast fertig.» Die Arbeit geht ihm aber nicht so schnell aus. Er schätzt, dass im ganzen Kanton über 300 Abris existieren. «Im Sensetal, im Broyegebiet und in den Bergen gibt es noch einiges zu entdecken.»

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