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Geschichten aus 1001 Metern über Meer

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 Der Besuch einer Alphütte sei schon lange auf ihrer To-do-Liste gestanden, jetzt habe sie auch das einmal erlebt, sagt Aida Abdu, eine in diesem Jahr eingebürgerte Freiburgerin, die ursprünglich aus Äthiopien stammt. «Ich war schon mit der Schule in einer Alphütte», unterbricht sie ihre Tochter. Die Frau kann nicht zum Mittagessen bleiben auf der Alp Les Ciernes, 1001 Meter über Meer. Auch wenn die Sennensuppe über dem offenen Feuer noch einladend brodelt. Sie müsse arbeiten gehen, in einem Budo-Center, und dürfe nicht zu spät kommen.

 Die dreiköpfige Familie–Mutter und Tochter sprechen Französisch, der Vater Deutsch – hatte sich nach ihrer Einbürgerung in diesem Jahr eingeschrieben, an einer Exkursion auf eine Freiburger Alp teilzunehmen. Die Direktion der Institutionen sowie der Alpwirtschaftliche Verein hatten die Teilnehmer zweier Einbürgerungsfeiern dazu eingeladen. Rund die Hälfte habe sich daraufhin eingeschrieben, sagte Staatsrätin Marie Garnier beim Besuch der Alp Les Ciernes oberhalb von Vaulruz am Samstag. Insgesamt 66 Neufreiburgerinnen und Neufreiburger nehmen diesen Sommer erstmals an vier organisierten Veranstaltungen teil.

Ausflug ist Garniers Idee

Auch die Staatsrätin selber habe einen Sommer auf einer Alp verbracht, sagte Garnier. Deshalb sei ihr auch die Idee gekommen, den Akt der Einbürgerung mit dem Entdecken des Freiburger Kulturguts und der Produkte der Bergregionen zu kombinieren. Einige der Eingebürgerten kennen die Lebensweise in einer Alphütte aus ihren Heimatländern, sagte Garnier. «Wir wollen zeigen, dass es in der Schweiz Orte gibt, in denen man ganz einfach lebt und arbeitet.»

Tatsächlich riefen das offene Feuer und der Rauch in der Alphütte gerade bei der aus Äthiopien eingewanderten Familie Erinnerungen hervor. Eine Frau aus Marokko meinte aber, dass sie nicht mit solchen Klischees über die Schweiz eingewandert sei, sondern dass man auch in ihrem Heimatland ein sehr genaues Bild davon habe, wie es in der Schweiz von heute aussehe.

Verschiedene Geschichten

Die zehnköpfige Gruppe vom letzten Samstag war sehr heterogen zusammengesetzt. Es vermischten sich Wurzeln aus Frankreich, Kolumbien, Marokko, Kongo-Brazzaville und Äthiopien. Ein Teil der Eingeladenen wohnte früher in den Hauptstädten dieser Länder: Paris, Brazzaville, Rabat und Bogotá – Städte, die zum Teil so viele Einwohner haben wie die ganze Schweiz.

Der Weg dieser Personen zum Freiburger Bürgerrecht verlief ganz unterschiedlich: hier der Physiotherapeut, der sich nach 36 Jahren in der Schweiz zur Staatsbürgerschaft entschied; da der Anästhesist, der über Deutschland beim Spital Tafers eine Anstellung fand; dort die Familie, die zehn Jahre als Flüchtlinge in der Schweiz lebte, bevor sie das Bleiberecht erhielt und dann die Einbürgerung beantragen konnte.

Auch die Gastgeberfamilie aus Vaulruz hat ihre Erfahrungen mit Einwanderung gemacht. Sandra und Michel Chollet haben ihren zweieinhalbjährigen Sohn Fabio aus der Dominikanischen Republik adoptiert. Sie verbrachten dazu fünf Monate in Fabios Heimatland, bis die ganze Adoption unter Dach und Fach war. So wurden die neu Eingebürgerten von einem kleinen Sennen im Bredzon empfangen, der wie sie eine Migrationsgeschichte in die bunte Gesellschaft auf der Alp Les Ciernes einbrachte.

 

Einbürgerung: Eine feierliche Zeremonie

D ie Einbürgerung steht für Einwanderer aus der Schweiz am Ende eines oft langen Prozesses. Ihre Gesuche werden im Kanton Freiburg von der Einbürgerungskommission des Grossen Rates geprüft, welche derzeit unter dem Präsidium von Gilles Schorderet (SVP, Zénauva) steht. Das Kantonsparlament genehmigt anschliessend diese Gesuche. Im Gegensatz zu anderen Kantonen überreicht Freiburg das Bürgerrecht an die entsprechenden Personen im Rahmen von offiziellen Feiern. Diese finden vier Mal pro Jahr statt und werden von der Direktion der Institutionen und der Land-und Forstwirtschaft organisiert. In der Regel werden im Kanton Freiburg pro Jahr 200 bis 300 Gesuche genehmigt. Diese umfassen jeweils rund 600 Personen aus aller Welt. Eine Exkursion wie dieses Jahr könnte nach dem erfolgreichen Start bald fester Teil des Prozesses werden. uh

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