Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Geschichten in Tusche geritzt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Geschichten in Tusche geritzt

Autor: Carole Schneuwly

Schabkarton-Zeichnungen wirken oft düster und dramatisch, was nicht zuletzt mit ihrem meist hohen Schwarzanteil und den scharfen Schwarz-Weiss-Kontrasten zu tun hat. «Kontrastprogramm» heisst denn auch die Ausstellung, die das Cartoonmuseum Basel dieser mehr als 100-jährigen Technik widmet. Der Künstler ritzt dabei sein Werk mit einem Cutter als Zeichenstift in einen zunächst gänzlich mit schwarzer Tusche bedeckten weissen Karton.

Erfunden wurde die Technik als günstige Alternative zum Holz- und Metallschnitt – ein Bedürfnis, das die Expansion des Verlags- und Pressewesens und die Modernisierung der Reproduktionstechniken geweckt hatten. Ihre Blütezeit erlebte die Schabkarton-Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Heute gilt sie vielen als aufwendig und anachronistisch und wird nur noch von wenigen Spezialisten ausgeübt.

International erfolgreich

In der Schweiz kennt man vor allem die düsteren Comicalben des Zürcher Schabkarton-Künstlers Thomas Ott. Mit seinen abgründigen Geschichten aus extremen Perspektiven eröffnet er die Basler Ausstellung. Der 44-Jährige hat mit seinen Werken auf Schabkarton viele Künstler beeinflusst und international Beachtung gefunden.

Neben den Werken von Thomas Ott wirken die tagebuchartigen Geschichten der Deutschen Line Hoven klar und ruhig. Sie zeigt unter anderem Sequenzen aus dem international erfolgreichen Album «Liebe schaut weg», in dem sie die Vergangenheit ihrer Eltern und Grosseltern vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus aufarbeitet. Surreal und fremdartig erscheinen die kruden Geschichten des Finnen Matti Hagelberg, in denen sich tote und lebendige Ikonen aus Pop und Politik begegnen.

Surreale Elemente finden sich auch beim Franzosen Matthias Lehmann, obwohl seine Erzählstrukturen eher dem Gewohnten entsprechen, etwa in «Hyway 115», einem Comic über einen Serienmörder. Zu sehen sind ebenfalls freie Arbeiten Lehmanns, die zum Teil aufwendig mit farbiger Tusche eingefärbt sind. Weitere zeitgenössische Künstler, die in Basel zu entdecken sind, arbeiten vor allem als Illustratoren. Am bekanntesten ist hierzulande der Zürcher Hannes Binder, der die Schabkarton-Technik etwa für seine beliebten Suchbilder im «NZZ Folio» verwendet.

Holzschnitte als Inspiration

Ein eigener Ausstellungsraum ist der Druckgrafik und dem Holzschnitt gewidmet, welche die Schabkarton-Kunst stark beeinflusst haben. Die Technik des Holzschnitts entstand im 8. Jahrhundert in China. In Europa kam der Einblattdruck von Holzschnitten im 14. Jahrhundert auf. Viele Schabkarton-Künstler liessen sich von Holzschnitten, vor allem von solchen aus dem frühen 20. Jahrhundert, beeinflussen. Das Cartoonmuseum zeigt als Beispiele solcher Inspirationsquellen Werke von Ignaz Epper, Ernst Ludwig Kirchner oder Frans Masereel.

Cartoonmuseum, St. Alban-Vorstadt 28, Basel. Bis zum 20. Juni. Di. bis Sa. 14 bis 17 Uhr, So. 10 bis 17 Uhr. Weitere Informationen: www.cartoonmuseum.ch.

Mehr zum Thema