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Gesunde Herde – weniger Antibiotika

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Hans und Wendelin Aebischer führen im Bösinger Weiler Vogelshus einen Landwirtschaftsbetrieb mit 81 Hektaren Land und einer Herde von 35 Holsteinkühen. Ihr Betrieb ist einer von 60 Milchviehbetrieben im Kanton Freiburg, die an einem kantonalen Projekt zur Antibiotikareduktion teilnehmen (siehe Kasten). «Wir waren schon immer bestrebt, Antibiotika nicht grundlos zu verwenden. Seit wir von der Problematik der Antibiotikaresistenz erfahren haben, die früher noch kein Thema war, passen wir noch mehr auf», erklärte Hans Aebischer gestern auf seinem Hof vor den Medien. Bei ihren Tieren seien zwar keine grös­seren Krankheitsprobleme zu verzeichnen, aber ein krankes Tier müsse gepflegt werden. Falls notwendig, würden sie den Tierarzt rufen, der ein Antibiotikum verschreibe, wenn es nicht anders gehe. Diese Substanz verbessere die Leistungsfähigkeit der Kühe oder das Wachstum der Zuchtkälber in keinster Art und Weise; sie werde ausschliesslich zur Behandlung der kranken Tiere eingesetzt, betonte Aebischer.

Da Antibiotikaeinsätze Kosten verursachen, sei es in ihrem Interesse, diese so weit als möglich zu reduzieren. «Wir können es uns hingegen nicht leisten, kranke Tiere nicht zu behandeln. Es ist nicht möglich, täglich um fünf Uhr aufzustehen und mehr als zehn Stunden pro Tag mit einer kranken Herde zu arbeiten», so Aebischer. Gerade weil das neue Projekt zur Antibiotikareduktion darauf abziele, Krankheiten gar nicht erst aufkommen zu lassen, seien sie besonders interessiert daran.

Die Bauern tauschen sich aus

Das Landwirtschaftliche Institut Grangeneuve (LIG) koordiniert das Projekt und begleitet die Landwirte bei den verschiedenen Ansätzen für die Reduktion von Antibiotika. Diese Ansätze bauen vor allem auf alternativen Gesundheitsstrategien für die Herden auf und setzen in verschiedenen Bereichen wie der Kälber- oder der Eutergesundheit an. Die Bauern erfassen systematisch die Gesundheitsdaten ihrer Tiere, analysieren diese und besprechen sie regelmässig an den vom Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve organisierten Treffen mit anderen Landwirten. Durch diese Vergleiche könnten die Stärken und Schwächen der Herde aufgezeigt werden. «Die Bauern lernen ihre Herden noch besser kennen», erklärte Projektleiter Jean-Charles Philipona vom LIG. Neu sei nebst der Vernetzung der Landwirtschaftsbetriebe auch die engere Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Agronomen und Tierärzten. «Es ist ein Pionierprojekt in Bezug auf die Auswertung von Daten zur Gesundheit auf Milchviehbetrieben.»

Ziel des Projektes ist es, den Einsatz von Antibiotika auf den einzelnen Betrieben bis 2021/24 um 30 Prozent zu senken. «Das können wir erreichen, ohne die Tiergesundheit zu verschlechtern», versicherte Tierärztin Michèle Bodmer von der veterinärmedizischen Fakultät der Universität Bern, Partnerin des Projekts. Der Freiburger Kantonstierarzt Grégoire Seitert wies darauf hin, dass ab dem 1. April 2018 bei Tieren keine Antibiotika mit sogenannten kritischen Wirkstoffen mehr eingesetzt werde – im Gegensatz zur Humanmedizin.

Bund verfolgt das Projekt mit

Wie Staatsrätin Marie Garnier (Grüne) erklärte, kommt der Anstoss zum Projekt von den Produzenten selbst, und zwar vom Freiburger Milchbetriebsnetz ReLait, das seit Januar 2016 existiert. «Aus dieser Initiative ist ein bedeutungsvolles Projekt entstanden, das auch auf nationaler Ebene wegweisend sein soll», so Marie Garnier.

Zum Projekt

100 weitere Bauernbetriebe für Studie gesucht

Das Bundesamt für Landwirtschaft verfolgt das Freiburger Projekt zur Antibiotikareduktion auf Milchviehbetrieben mit und unterstützt es im Rahmen seines Ressourcenprogramms finanziell. Der Bund übernimmt 80 Prozent der Projektkosten von 1,8 Millionen Franken, 20 Prozent der Kanton. Das Landwirtschaftliche Institut Grangeneuve sucht 100 weitere Produzenten, die sich an der Studie beteiligen möchten. Sie profitieren von einer Beratung zur Verbesserung der Gesundheit ihrer Tiere und einer Jahrespauschale von 500 Franken. Sie müssen im Gegenzug aber die Gesundheitsdaten ihrer Tiere systematisch erfassen, die Versammlungen von ReLait besuchen und mindestens eine der im Projekt vorgeschlagenen Strategien umsetzen. Das Projekt dauert bis 2024. Über Antibiotikaresistenzen reden: Das ist auch das Ziel der Antibiotika-Awareness-Woche, die diese Woche in vielen Ländern gleichzeitig durchgeführt wird. Wie der Schweizer Bauernverband und die Gesellschaft Schweizer Tierärzte am Montag mitteilten, ist es in den letzten zehn Jahren gelungen, den Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung fast zu halbieren (siehe FN vom Dienstag). Das aktuelle Freiburger Projekt passe hervorragend in die Strategie Antibiotikaresistenzen «StAR» des Bundes, sagte Kantonstierarzt Grégoire Seitert gestern vor den Medien.

ak

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