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Getreidebranche kämpft ums Überleben

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: josef jungo

Sommerzeit, Erntezeit … Eigentlich sollte dies auch die Getreidebauern freuen. Doch weit gefehlt. Es gibt mehrere Gründe, weshalb die Getreideproduzenten mit einer schwarzen Schleife am Arm und am Rückspiegel der Traktoren ihren Protest gegen die Politik des Bundes sichtbar machen. Dazu kommt noch die momentane Witterung. Für die ausgetrockneten Böden und Kulturen ist der Regen äusserst wertvoll.

Da aber das Getreide reif ist, sollte nun geerntet werden können, sonst besteht die Gefahr, dass Auswuchsschäden entstehen. FDP-Grossrat Fritz Glauser, Châtonnaye, ist Präsident des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV). In einem Gespräch mit den FN erläutert der Präsident des Freiburgischen Bauernverbandes die schwierige Situation der Getreidebauern.

Die Senkung des Mehlzolls von 65 auf rund 51 Franken pro 100 Kilogramm wurde vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement vor einem Jahr angekündet. Warum ist die Branche nun so überrascht?

Nachdem der Zeitpunkt des Inkrafttretens vom 1. Oktober 2009 verschoben worden war, herrschte Unklarheit, wann dieser neue Zoll in Kraft treten würde. Die Branche war der Ansicht, dass eine Änderung auf den 1. Oktober erfolgen sollte, da dann die Vermahlung der neuen Ernte beginnt.

Das Bundesamt für Landwirtschaft kannte diese Argumente, und wir haben auch keinerlei Signale erhalten, dass dieser Argumentation nicht Folge geleistet wird. Die gesamte Branche ist höchst erstaunt, dass die Änderung auf den 1. Juli in Kraft gesetzt und zudem mit einer Vorlaufzeit von nicht einmal zwei Tagen den Betroffenen angekündigt wurde!

Ist der Druck auf die Getreidepreise einzig auf diese Zollsenkung zurückzuführen?

Es gibt mehrere Gründe für den bestehenden Druck bzw. warum die Richtpreisverhandlungen gescheitert sind. Einerseits waren die internationalen Getreidepreise sowie der Eurokurs auf einem Tiefststand, und auf der andern Seite gab es durch die Mehlzollsenkung einen grossen zusätzlichen Preisdruck durch die Müller. Inzwischen haben die internationalen Getreidepreise etwas angezogen, so dass sich zumindest einer dieser Faktoren verbessert hat.

Trifft die Zollsenkung auch die Müller?

Natürlich trifft sie die Müller! Sie müssen sich mit einer neuen Preissituation für Mehl zurechtfinden. Das hat natürlich auch auf ihre Bilanzen (abgewertete Lagerbestände) und Margen einen negativen Einfluss. Es ist verständlich, dass auch sie für ihre Existenz kämpfen. Wir Bauern sind nur nicht bereit, die Zeche für diese Politik anstelle der Müller zu bezahlen.

Ihnen ist die übertriebene Propagierung von Ökologie, z. B. Buntbrache, anstelle von Getreidefeldern ein Dorn im Auge. Ist diese Politik des Bundes (auch angesichts des Hungers auf der Welt) noch zu verantworten?

Es kann einfach nicht sein, dass ein Bauer mit einer Buntbrache wesentlich mehr verdient, noch dazu mit weniger Aufwand, als mit der Produktion von Qualitätsgetreide, welches viel Know-how verlangt und einen Beitrag an die Ernährung der Bevölkerung leistet!

Jedes Kilogramm Getreide, welches wir in der Schweiz produzieren, müssen wir nicht von irgendwo importieren, wo vielleicht die Leute selber hungern müssen. Deshalb ist diese Politik langsam wirklich nicht mehr zu verantworten! Wir dürfen doch die Augen vor solchen Tatsachen nicht einfach schliessen.

Eine im Auftrag der Branchenorganisation swiss granum von der ETH Zürich erstellte Studie zeigte auf, dass bei der Einführung des Freihandels mit der EU die Brotgetreideproduktion in der Schweiz verschwindet. Was für Möglichkeiten gibt es, damit der inländischen Getreidebau trotz Freihandel bestehen kann?

Das Einfachste wäre, wenn die Getreidepreise auch international auf einem Niveau wären, damit die Bauern hier und andernorts genug für ihre Arbeit bekämen. Wenn dies nicht möglich oder politisch nicht gewollt ist, muss die Gesellschaft (bzw. der Staat) eine andere finanzielle Entschädigung leisten, wenn sie weiterhin eine einheimische Brotgetreideproduktion mit den definierten Anforderungen (Ökologie usw.) will, z. B. in Form von Direktzahlungen, je nachdem auch spezifisch für einzelne Kulturen.

Die Bauern ihrerseits können ihre Kosten optimieren und vor allem Maschinen besser auslasten. Die Studie hat allerdings auch deutlich gezeigt, dass diese Kostenoptimierung allein nicht genügen würde.

Ihr Betrieb im Glanebezirk liegt auf 720 m ü. M. Wie viel Getreide konnten Sie schon ernten, wie viel steht noch draussen? Haben Sie schon Auswuchsschäden festgestellt?

Die Gerste wurde schon vor einiger Zeit geerntet. Aber die Weizenfelder stehen noch. Also bräuchten wir dringend während vier bis fünf Tagen aneinander schönes Wetter, damit gedroschen werden kann. Solange der Weizen nicht reif ist, ist die Gefahr von Auswuchsschäden gering.

Ausgewachsener Weizen ist bekanntlich nicht mehr geeignet für die Brotherstellung und gelangt in den Futtertrog; das bedeutet für den Produzenten einen Mindererlös von sicher 25 Prozent. Unsere Weizenfelder sind nun reif und ich hoffe, dass sie gut eingebracht werden können.

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