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Gewagt, doch nur halb gewonnen

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Gewagt, doch nur halb gewonnen

Am Silvesterabend fand traditionsgemäss die Premiere einer Produktion der Oper von Freiburg statt

Mit «Le Pauvre Matelot» und «The Medium» sind am Silvesterabend zwei Einakter aus der Mitte des letzten Jahrhunderts auf dem Programm gestanden. Vincent Vittoz verstand sie in seiner Regie spannend umzusetzen. Laurent Gendre leitete das musikalische Geschehen unterschiedlich, treibend im ersten Teil, mitreissender bei Menotti.

Autor: Von JUTTA LAMPART (Text) und ALAIN WICHT (Bilder)

Als eine festliche Veranstaltung präsentiert sich die Oper Freiburg seit 20 Jahren am letzten Tag des Jahres in der Aula der Universität. Zum Fest gehören die erwartungsvollen, geschmückten Gäste, die besondere Ambiance der Räume und eine Aufführung, die mit Tief- oder Frohsinn Ohren und Herzen in Schwingungen bringt. Wie oft ist das den idealistischen Veranstaltern in den vergangenen 20 Jahren gelungen!

Gewagte Werkwahl

War es diesmal auch so? Bei der Wahl der Werke legen die Verantwortlichen Wert auf Vielfalt der Stile. Nach Rossini und Haydn sollte es etwas Modernes sein. Ausgefalleneres wird von den Bühnen, zu denen die Freiburger anschliessend auf Tournee gehen, bevorzugt. Ursprünglich waren zwei Einakter von Menotti vorgesehen. Schliesslich wählte man zum «Medium» die gegensätzliche, holzschnittartige Stilrichtung des «Armen Matrosen». Der Einstieg hinterliess die Zuschauer etwas irritiert. Er dauerte etwas mehr als eine halbe Stunde, war brutal und wenig spannend.

Momentaufnahme einer Bluttat

Milhaud und sein Textdichter Jean Cocteau hatten eine durchaus glaubwürdige Geschichte balladenhaft wie Bänkelsänger erzählen wollen. Eine Matrosenfrau erschlägt aus Habgier einen fremden Gast, nicht wissend, dass es ihr seit 15 Jahren sehnsüchtig erwarteter Mann ist. Jean-Marie Abplanalp hatte einen Raum geschaffen, der in seiner Verwandlungsfähigkeit und Lichtdurchlässigkeit stimmige Bilder ergab, Küstenlandschaft und Mordstätte, Kneipe und Lagerraum. Vittoz liess die Personen schlicht agieren, zeigte dagegen abschreckend den Erschlagenen zweimal blutüberströmt in heller Beleuchtung.Die Oper Freiburg blendete zum ersten Mal Übertitel in Deutsch und Französisch ein. Der Verlauf des Geschehens fand aber so schnell statt, dass man sich für eines entscheiden musste, lesen oder schauen. Laurent Gendre erzählte die Musik nicht im Stil einer verweilenden Ballade, sondern er legte Wert auf einen schnellen Spielfluss. Die 14 Solisten von «Opus» (Orchester Professioneller Unabhängiger Sinfoniker) aus Bern machten dabei sichtlich freudig, aber manchmal etwas zu laut mit. Zum Atemholen blieb wenig Zeit.Brigitte Antonelli sang und spielte eine Vollblutfrau, die an der Einsamkeit ihrer Gefühle scheitert. Ihr Kontakt zu den drei Männern, ihrem Vater, dem Nachbarsfreund und schliesslich dem fremden Ehemann fand in erregtem, trotzigem Parlando statt. David-Alexandre Borloz gab dem Vater mit prägnantem Bass mahnende Züge. Vincent Deliau warb als Freund mit wohlklingendem, schlankem Bariton. Jérôme Billy schliesslich verkörperte das Brüchige des Heimkehrers wirkungsvoll in Stimme und Darstellung.

Wahn wird Wirklichkeit

Beim «The Medium» fand sich mehr Gelegenheit, mitzufühlen und mitzufiebern. Der Abstieg der Madame Flora, wirkungsvoll in Szene gesetzt durch die Kostüme von Dominique Burté, war die Welt des Egoismus und der Täuschung. Demgegenüber rührte die Beziehung ihrer kindlichen Tochter zu dem stummen Zigeunerknaben Toby, der schliesslich von der Wahrsagerin im Wahn erschossen wird. Der Gegensatz von Hysterie und Unschuld, von Scheinwelt und Märchenwelt breitete sich in der Musik effektvoll aus.Beatrice Burley durchlitt die anspruchsvolle Hauptrolle mit suggestiver Stimme und Darstellung. Elizabeth Baley berührte in ihrer poetischen Ausstrahlung. Marie-France Baechler, die einzige Freiburgerin unter den Sängern, sang die hilfesuchende Mutter mit bühnenwirksamer Ausstrahlung. Brigitte Antonelli und David-Alexandre Borloz übernahmen noch einmal Rollen als Ehepaar Gobineau. Den meisten Beifall jedoch bekam Jean-François Michelet für seine wunderbare Darstellung des scheuen Knaben.

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