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«Gibt es bald nur noch Pflege-Fabriken?»

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 Die Sektion Freiburg des Schweizer Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) geht hart ins Gericht mit dem Staatsrat, der auch im Gesundheitswesen sparen will. So stört sich Co-Präsidentin Gilberte Cormorèche daran, dass die Realität in den Spitälern und Heimen nur noch auf Zahlen reduziert werde, die qualitativen Aspekte der Pflegearbeit jedoch ausgeschaltet würden, wie sie in ihrem Jahresbericht 2014 festhält. Die Sparmassnahmen widersprechen nach ihrer Ansicht der Vision des Verbandes, die Menschen als ganzheitliche Wesen zu betrachten. Sie kritisiert die Absicht, für jede Pflegetätigkeit einen Preis festsetzen zu wollen. «Wird es bald nur noch Pflege-Fabriken ohne Menschlichkeit geben?», fragt sie sich. «Die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich laufend, auch wenn das Gesundheitsamt dies bestreitet. Die Kontrollen nehmen zu, während die Personaldotierungen stagnieren oder gar zurückgehen.»

Weiterhin kämpferisch

Nach Worten der Co-Präsidentin erwarten den SBK Freiburg im Jahre 2015 viele Herausforderungen. Dabei nennt sie die Fortsetzung des Kampfes gegen die Sparmassnahmen des Staates, die ihrer Ansicht nach das Gesundheitswesen insgesamt verschlechtern, sowie die Beibehaltung des Spitalpersonals im Gesetz über das Staatspersonal. «Wir planen Aktionen», sagt sie gegenüber den FN. Nicht ganz verstehen kann sie, dass die Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner in der Öffentlichkeit zwar viel Sympathie geniessen, «viele aber glauben, dass wir überbezahlt sind».

Enttäuscht vom Bund

Unzufrieden ist der SBK Freiburg auch bezüglich der neuen Verordnung zum nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels (NTE). Wie Vorstandsmitglied Gérard Villarejo in seinem Bericht festhält, hat sich der Bund für eine restriktive Reglementierung entschieden. «So restriktiv, dass über 80 Prozent der Fachleute mit einer anerkannten Nachdiplomausbildung und mehrjähriger Berufspraxis nicht für den NTE zugelassen sind.» Auch ein Grossteil der neuen, qualitativ hochstehenden Nachdiplomstudiengänge würden nicht anerkannt. So sei eine Chance verpasst worden, gut ausgebildetem und erfahrenem Pflegepersonal neue Berufsperspektiven zu eröffnen, was dem Mangel an Pflegepersonal entgegengewirkt hätte.

 An der Generalversammlung vom Donnerstagabend in Marsens konnte der SBK Freiburg 92 neue Mitglieder willkommenheissen, darunter 47 Studierende. Im Kanton Freiburg sind 1880 Pflegefachleute tätig, allein 1200 davon am Freiburger Spital HFR. Der Schweizer Schnitt liegt bei 16,6 Pflegefachleuten pro 1000 Einwohner, im Kanton Freiburg beträgt er 6,45 Pflegefachleute.

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