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«Ginger und Fred» aus dem Vully

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«Ginger und Fred» aus dem Vully

Das Wistenlacher Stepptanzduo Syrleen Mueller und Moses Gruaz

In einer Sechsergruppe sind Shyrleen Mueller aus Lugnorre und Moses Gruaz aus Vallamand vor kurzem Junioren-Weltmeister im Stepptanz geworden. Ab diesem Jahr wollen sie auch als Duo antreten.

Autor: Von PATRICK HIRSCHI

Wem Tanzen allein nicht schon schwierig genug ist, sollte es vielleicht einmal mit Stepptanz probieren. Dort genügen Haltung und Ausdruckskraft allein nämlich nicht – nein, gleichzeitig muss der Stepptänzer mit seinen Füssen auch noch für zusätzliche Rhythmen sorgen.Für Shyrleen Mueller aus Lugnorre und Moses Gruaz aus Vallamand-Dessus ist das kein Problem. Die beiden Teenager aus dem Wistenlach (Vully) sind vor einem Monat in Deutschland zusammen mit vier Kolleginnen Junioren-Weltmeister in der Kategorie «Small group» geworden (siehe FN vom 9. Dezember). Dabei hatten sie 17 andere Gruppen hinter sich gelassen.

Initialzündung bei «Riverdance»

Beflügelt von diesem Erfolg, wollen die beiden dieses Jahr auch als Duo antreten. Gut möglich, dass hier also bald eine jugendliche Variante des bekannten Tanzduos Ginger und Fred heranreift. Ginger Rogers und Fred Astaire waren es bekanntlich, die dem Stepptanz in den Hollywood-Filmen von den 1930er- bis 1950er-Jahren zu grosser Popularität verhalfen.Die 14-jährige Shyrleen Mueller steppt bereits seit sieben Jahren. Zuvor versuchte sie sich als Kunstturnerin, litt aber unter den extremen körperlichen Belastungen, die das Training erforderte.Nach dem Besuch einer Aufführung von «Riverdance» nahm die ganze Familie Kurse für irischen Stepptanz, aus dem im 19. Jahrhundert der heute bekannte, amerikanische Stepptanz hervorging. Auch Shyrleen wechselte mit der Zeit zur amerikanischen Variante. «Da ist der Oberkörper mehr in Bewegung», sagt sie im Gespräch mit den FN.

Snowboarden liegt nicht drin

Doch auch der Stepptanz kann den Körper ziemlich belasten. Das weiss auch Shyrleens Mutter, die als Sport- und Motivationstrainerin in Magglingen arbeitet. «Die Gelenke werden beim Stepptanz stark belastet», erklärt sie. Sie hat ihrer Tochter deswegen spezielle Physio-Übungen verschrieben. Und andere gelenkbelastende Sportarten wie zum Beispiel Snowboarden liegen für Shyrleen nicht drin. «Das ist wichtig, wenn sie den Sport das ganze Leben machen will», meint die Mutter.Als Ausgleichssport betreibt sie Judo. Das sei gut für die Kondition und das Gleichgewicht, erklärt die Schülerin.Die Eltern sind auf Shyrleens Leistungen besonders stolz. Wie die Mutter erklärt, musste sich ihre Tochter bereits fünf Herzoperationen unterziehen.

Finanzierung mit Früchteverkauf

Zwei bis drei Mal pro Woche fahren Shyrleen und Moses zum Training nach Bern. Eine Tanzstunde ist mit rund 100 Franken nicht ganz billig. Damit Shyrleens Eltern nicht alles selber finanzieren müssen, versucht sie sich mit einem kleinen Nebenerwerb. Sie stellt jedes Jahr am Slow-up in Môtier einen Stand auf, an dem sie Melonen und Ananas verkauft.Am kommenden Slow-up von Ende April ist Shyrleen ganz besonders auf vitaminhungrige Velofahrer und Inline-Skater angewiesen. Dieses Jahr möchte sie nämlich noch zusätzlich Ballett- und Jazztanzunterricht nehmen, um ihren Stepptanzfiguren noch mehr Ausdruckskraft zu verleihen.

Schraubenanzahl beeinflusst Klang

Bei Stepptanz-Wettkämpfen bewertet die Jury Technik, Choreographie, Schnelligkeit, Haltung und Ausdruck sowie das Gesamtbild. Wie Shyrleen erklärt, besteht Stepptanz aus drei bis vier Grundschritten, die beliebig kombiniert und mit Sprüngen oder Drehungen angereichert werden können.Damit die Tanzschritte auch gut klingen, sind die Schuhsohlen mit einer Metallplatte versehen. Ist eine solche Platte mit drei Schrauben befestigt, klingt der Schritt eher dumpf. Wird lediglich eine Schraube verwendet, tönt der Schritt eher heller. «Das ist ideal für Soloauftritte», sagt Shyrleen.Zu Hause darf Shyrleen nur auf einer Holzplatte üben. Der Parkettboden würde sonst in Mitleidenschaft gezogen.Weil nebst Shyrleen und Moses auch viele andere Schweizer Stepptänzer an der WM erfolgreich waren, ist die Schweiz zurzeit die Nummer eins auf der Weltrangliste. Doch als Profistepper liesse es sich nur in den USA leben, weiss Shyrleen Mueller. Allerdings sei dies nicht unbedingt ihr Ziel, gibt sie zu verstehen.

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