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Gisch a Gruess!

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

I

ch tu es. Sie tun es. Wir alle tun es: Grüsse ausrichten lassen.

Ich weiss nicht, wie viel Tausend Grüsse ich schon hätte ausrichten sollen, doch ich weiss, dass ich vermutlich mindestens die Hälfte davon vergessen habe. Geht es Ihnen auch so? Letzthin habe ich mich von einem Kollegen verabschiedet, und der meinte: »Grüss deine Frau von mir.» Natürlich hatte ich es, bis ich zu Hause war, vergessen.

Und wenn ich es einmal nicht vergesse und den Gruss tatsächlich ausrichte, so sagt der Empfänger zwar artig Danke, doch ansonsten nimmt er es meist ziemlich gleichgültig zur Kenntnis.

Deshalb kommen bei mir immer öfter Fragen hoch wie: Ist der auszurichtende Gruss mittlerweile nicht einfach nur noch eine Floskel? Und vor allem: Ist dieser Gruss überhaupt noch zeitgemäss in Zeiten, in denen man einen Gruss per WhatsApp oder E-Mail doch bequem selbst und erst noch gratis ausrichten könnte (wenn man es damit denn auch wirklich ernst meint)?

Ich habs ausprobiert: Nachdem ich diese Gedanken hatte, habe ich das nächste Mal, als ich jemandem einen Gruss mitgeben wollte, den Impuls unterdrückt und ihn stattdessen per WhatsApp dem Empfänger direkt geschrieben. In meiner Mitteilung stand lediglich: «A Gruess.» Und was kam zurück?

«Merci» und ein fröhliches Smiley.

Es funktioniert also auch per WhatsApp. Die Person hat sich offenbar darüber gefreut, ähnlich also, wie wenn ich den Gruss wie gewohnt hätte ausrichten lassen. Soll man also nun in Zukunft darauf verzichten, einen Gruss mitzugeben, und stattdessen eine WhatsApp-Nachricht schicken?

Nein, mit Sicherheit nicht. Beides soll und darf heutzutage aber Platz haben. Ein WhatsApp-Gruss (probieren Sie es doch einmal aus) wäre vielleicht mal etwas erfrischend Neues, während der traditionelle Gruss deshalb noch längst nicht ausgedient haben muss – im Gegenteil.

Der altmodische Gruss ist und bleibt nämlich ein Zeichen der Aufmerksamkeit, mit dem man eigentlich viel mehr als nur einen Gruss ausrichtet. Man will damit doch auch sagen, dass man die zu grüssende Person schätzt und dass man an sie denkt; dass man jemanden aus deren näheren Umfeld getroffen und dabei an die gegrüsste Person gedacht hat. Zudem liefert er meist auch gleich ein pfannenfertiges Gesprächsthema mit, denn die gegrüsste Person erkundigt sich doch meist, wo und bei welcher Gelegenheit man den Absender des Grusses denn getroffen habe und wie es ihm geht.

Und genau deshalb ist diese Art von Gruss eben doch nicht überholt, denn er ist ein wohltuend langsames Zeichen der Wertschätzung der zu grüssenden Person gegenüber in dieser schnelllebigen Zeit der Instant-Nachrichten.

So lasst uns weiterhin fleissig grüssen und Grüsse ausrichten (und zwischendurch auch einige ohne schlechtes Gewissen auszurichten vergessen).

Thomas Vaucher ist Autor, Musiker, Schauspieler und Lehrer. Der 36-Jährige ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt in Giffers. Er ist Mitglied einer FN-Autoren-Gruppe, die im Monatsrhythmus frei gewählte Themen bearbeitet.

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