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Giulia Steingruber über den Wettkampf, Blockaden und ihre Zukunft

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Giulia Steingruber hat im Mehrkampf-Final Rang 15 erreicht. Danach äusserte sie sich zum Wettkampf, zum Fall Simone Biles und zu ihrer Zukunft.

Giulia Steingruber, wie sieht Ihr Fazit des Wettkampfes aus?

Ich bin sehr zufrieden, denn ich habe es nicht so schlecht gemacht. Nach dem Balken war ich sehr wütend. Das hat mir etwas die Freude genommen, denn ich hatte das Gefühl, dass ich besser geturnt habe als in der Qualifikation. Aber die Note war sehr tief, was ich überhaupt nicht verstand. Das habe ich auch einer Kampfrichterin gesagt (lacht).

Sie belegten Rang 15, haben an Olympischen Spielen aber schon bessere Resultate im Mehrkampf erzielt.

In erster Linie war für mich sehr wichtig, einen fehlerfreien Wettkampf ohne Sturz zu turnen. Das habe ich zweimal geschafft. In Anbetracht der schwierigen Vorbereitung kann ich zufrieden sein. Ich habe alles gegeben und hatte mega Freude. Und ich konnte meinen Rang gegenüber der Qualifikation verbessern.

Sie haben Ihre körperlichen Probleme der letzten Wochen nie gross zum Thema gemacht. Wie stark haben Sie diese beeinträchtigt?

Es war mühsam und anstrengend. Bereits die Vorbereitung für die EM war ein grosser Krampf wegen des Muskelfaserrisses, den ich dann noch sechs Wochen lang mitgeschleppt habe. Ich konnte am Boden und am Sprung nicht richtig trainieren, zudem lag ich nach der Impfung im Bett. Dann kam noch eine Knochenprellung mit einer Zyste am Handgelenk hinzu, die mich ebenfalls leicht behinderte. Es kamen viele kleine Sachen zusammen, was ich allerdings nicht als Entschuldigung nehmen will. Ich habe weitergekämpft und darum war mir wichtig, einen guten Wettkampf zu zeigen.

Die Spiele sind für Sie noch nicht zu Ende, da Sie im Sprung-Final erster Ersatz sind. Überwiegt die Freude, hier bleiben zu können, oder ist das doch eher mühsam?

Auch die erste Reservistin ist wichtig, zumal es noch ein paar Tage bis zum Wettkampf geht. Es gibt viele, die ein Wehwehchen haben, was an Olympischen Spielen immer so ist. Ich werde auf Stand-by in der Halle sein und mich auch aufwärmen. Es ist undankbar, aber trotzdem schön, dass ich noch dableiben darf.

Für Sie waren es die dritten Olympischen Spiele, was nehmen Sie von Tokyo 2020 mit?

Allein dass ich an drei Olympischen Spielen mitmachen durfte und jedes Mal im Mehrkampf-Final stand, ist für mich nicht selbstverständlich. Es war sehr schön, auch aufgrund der ganzen Umstände, seien es meine körperlichen Probleme oder auch die Corona-Pandemie, weswegen ich Tokio in spezieller Erinnerung behalten werde.

Simone Biles sorgte mit ihrem Verzicht auf den Mehrkampf-Final für grosse Schlagzeilen. Wie nehmen Sie den Fall wahr?

Ich sprach mit dem Chef von USA Gymnastics. Sie leidet angeblich unter einer Blockade, Twisties, wie sie es nennen, was ich bei der Doppelschraube rückwärts auch schon gehabt habe. Eine solche ist wie eine schwarze Wand, sehr beängstigend und gefährlich. Für mich ist es deswegen absolut nachvollziehbar, dass sie zurückgezogen hat. Dass sie so stark ist und an Olympischen Spielen ihre eigene Gesundheit an erster Stelle stellt – Hut ab!

Wie haben Sie damals Ihre Blockade überwunden?

Ich durchlief wieder eine Art Schraubenschule. Zuerst habe ich eine halbe, dann eine ganze, dann eineinhalb Schrauben auf dem Trampolin geübt, weswegen ich inzwischen eine etwas merkwürdige Technik habe. Aber noch heute kämpfe ich manchmal mit den Folgen der Blockade, denn es ist ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn man das einmal erlebt hat.

Was hat bei Ihnen zu dieser Blockade geführt?

Ich vermute, der Auslöser war der Versuch, am Boden eine Dreifachschraube zu machen. Da habe ich mich verloren. Zuvor waren Schrauben für mich kein grosses Problem. Plötzlich ging aber nichts mehr, eine Wand ging runter. Man kann es fast nicht beschreiben, das macht es so beängstigend. Und wenn der Kopf nicht bereit ist, macht auch der Körper nicht mit.

Sie haben womöglich Ihren letzten grossen Mehrkampf geturnt. Wie sind Sie mit dem Gedanken daran umgegangen?

An so etwas darf man nicht zu stark denken. Für mich war es wichtig, das Ganze geniessen zu können und den Fokus zu behalten. Wenn ich immer gedacht hätte, es könnte der letzte grosse Wettkampf sein, dann hätte ich mir zu viel Druck auferlegt, das wollte ich nicht. Ich wollte rausgehen, alles aufsaugen und geniessen. Das ist mir gelungen.

Wie geht es jetzt weiter?

Zuerst mache ich den ganzen August Ferien. Ich würde gerne ans Meer, was aber derzeit ja auch nicht überall ganz einfach ist.

Wann entscheiden Sie, wie es danach weitergeht?

Zuerst muss ich mich erholen, denn ich bin schon extrem müde. Dann mache ich mir Gedanken. Ich nehme eins nach dem anderen und habe auch noch nichts und niemandem zugesagt. Ich wollte zuerst die Olympischen Spiele turnen, denn das war für mich das A und O – der Rest kommt nachher.

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