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Glückseligkeit auf dem Campingplatz

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Glückseligkeit auf dem Campingplatz

Einblick ins Leben der neuzeitlichen Nomaden am Murtensee

Jahr für Jahr schwärmen sie aus den Grossräumen Basel, Bern und Solothurn an die Ufer des Murtensees: die Camper. Wer sind sie und was finden sie am Leben auf wenigen Quadratmetern so schön. Die FN haben sie gefragt.

Von CORINNE AEBERHARD (Text)
und CHARLY RAPPO (Bilder)

Sozusagen der Urcamper auf dem Avenches-Plage-Camping ist Jakob Dürst aus Bümpliz, wie seine Nachbarin Ruth Baumgartner verrät. «Fragen Sie ihn, er kam schon hierher, als es den Campingplatz noch gar nicht gab», weiss sie. Tatsächlich: Dürst hat als 16-Jähriger sogar noch «wild» am Murtensee sein Zelt aufgeschlagen und sich mit einer Sichel den Weg durchs Schilf gebahnt.

Mittlerweile bewohnt der nun 75-Jährige zusammen mit seiner Frau einen Wohnwagen. Das Vorzelt ist mit rotweiss karierten Vorhängen geschmückt, wie sie auch in einem Bergchalet hängen könnten. Auf dem Tisch liegt der «Blick». Sie sei tatsächlich früher auch gerne in die Berge gefahren, erzählt Gertrud Dürst. Dann hat sie sich aber ihrem Mann angeschlossen und führt mit ihm seit 50 Jahren im Sommer ein Camping-Leben.

Am «Lismer-Wägli»

Gertrud Dürst ist gerade am Stricken. Unter ihren Händen entsteht ein Winterpullover für ihren Mann. Auch Ruth Baumgartner, die in Gasel wohnt, strickt – die Beine hochgelagert – vor ihrem Wohnwagen. Kein Wunder also wurde der Weg von den Anwohnern kurzerhand in «Lismer-Wägli» getauft.

Im Vorgarten von Dürsts reifen Tomaten und in Trögen blühen üppige Blumen. Gemäss Ruth Baumgartner ist es in einer Art Platzordnung festgehalten, wie viele Blumenkästen erlaubt sind. Es gebe Kontrollen und manchmal wird auch überprüft, ob die Nachtruhe eingehalten wird. «Es ist richtig, dass es gewisse Gesetze gibt», finden Walter Schmid und seine Partnerin Rita Haas aus Moosseedorf, welche ihr Sommerdomizil auf dem Camping Trois-Lacs haben. Vor 9 Uhr darf man nicht Rasen mähen und in den Monaten Juli und August ist es nicht erlaubt, sich handwerklich an den Wohnwagen zu betätigen, und auch hohe Hecken sind nicht zugelassen.

«Bananen-Walter» ortet
keinen «Röstigraben»

Die Kollegschaft auf dem äusserst herausgeputzten Camping-Platz findet Walter Schmid «irrsinnig» und es gebe «keinen Röstigraben». Alle schauen zueinander, man wolle aber nichts voneinander wissen. So kennt er von vielen nicht mal den Nachnamen. Das ist auch nicht nötig, denn man behilft sich mit Übernamen. Er selber wird wegen der vielen Bananenbäume im von seiner Partnerin Rita Haas schön gepflegten Vorgarten «Bananen-Walter» genannt. Dann gibt es noch den «Schräg-Walti», den «Militär-Walter» und den «Schaufel-Willi», zählt er auf.

Ähnliches ist auch auf dem Camping-Platz in Löwenberg zu hören, wo sich «Wali de Berne» und Uschi Berger niedergelassen haben. Sie hat sich sofort «total verliebt in den See und die Sonnenuntergänge». Mit dem Wohnwagen, in welchem die beiden den ganzen Sommer verbringen, ist sie früher mit «Holiday on Ice» auf Tournee gegangen. Sie war für die Kostüme der Show zuständig. Das hat sich auf dem Camping-Platz herumgesprochen und die Leute bringen ihr Kleider zum Ändern.

Zwei Pferdesteaks auf dem Grill hat gerade Fritz Glauser. «Wir sind keine echten eingefleischten Camper», sagt seine Partnerin Erna Beyeler, vielmehr seien sie «Exoten». Will heissen, die beiden kommen erst an den Murtensee, «wenn man nicht mehr heizen muss». Sie haben auch keine Kaffeemaschine und keinen Fernseher. Etwas, das heutzutage viele haben, wie etwa die vielen Satellitenschüsseln verraten. Sie wollten schliesslich campieren, «sonst könnten wir ja auch in ein Hotel gehen», findet Fritz Glauser, der gerne in der Natur eine «bricolage» macht.

Bevor sie den Wohnwagen gekauft haben, kamen sie «schnuppern», erinnert sich Erna Beyeler. Das war vor etwa 30 Jahren. Die beiden gehen aber auch anderswo in die Ferien. «Wir wollen auch noch etwas anderes sehen», erklärt Fritz Glauser. Regelmässig zu Besuch kommt auch ihre Tochter und deren Familie.

«Wie am Meer»

Auch die Eltern von Mani Richard waren bereits Camper. Er selber hat seit den letzten Sommerferien einen Platz auf dem Camping in Salavaux gemietet. Seinen Kindern Sabrina, Debbie, Kevin und Diana scheint es zu gefallen. «Sie können jeweils gar nicht warten, bis wir kommen.» Die drei grösseren übernachten jeweils im Zelt – ausser wenn es gewittert. «Man ist viel freier als in einem Hotel», so Mani Richard. Zudem werden in Salavaux viele Aktivitäten für Kinder angeboten und auch der Badestrand sei «wie am Meer», findet seine Frau Fränzi, und ideal für Kinder, weil flach.

Auch die Privatsphäre werde gewahrt, findet das Paar. Ab und zu sind sie auch mit einem Camper unterwegs auf anderen Plätzen.

Ohne Krawatte an den Tisch

Langzeitcamperin ist gemäss der Empfangsdame in Salavaux auch Ruth Sommer. Seit 35 Jahren fährt sie regelmässig von Bern an den Murtensee. Sie sitzt viel zusammen mit ihren Nachbarn Esther und Werner Hügli und «klopft Sprüche». Aber auch gejasst wird regelmässig. «Es läuft immer etwas», ist die einhellige Meinung am Tisch vor Hüglis Vorzelt. Die Bayleys-Gläser sind ausgetrunken und der eben eintreffende Besuch bringt Salzkuchen mit, der gleich an alle verteilt wird. Wenn ein Fest gefeiert wird, dann seien alle eingeladen und «es reklamiert niemand».

Das Leben auf dem Camping-Platz sei schön, weil man sich «ohne Krawatte an den Tisch setzen kann», findet Werner Hügli. Und zu erzählen gebe es immer etwas.

Zudem komme man «aus dem Block» raus, findet eine junge Frau, die gegenüber «wohnt», gleich neben dem Camping-Domizil ihrer Schwiegereltern.

Camperromantik geht verloren

Die Natur ist auch Monika Aeschbacher aus Bern näher, sobald sie auf dem Campingplatz ist. «Ich achte mehr auf das Vogelgezwitscher.» Zusammen mit ihrem Mann Rolf hat sie einen Wohnwagen in Salavaux. Beide bedauern etwas, dass «die Camperromantik» allmählich verloren geht, weil «jeder anspruchvoller wird». Er habe nicht das Bedürfnis, hier fernzusehen und erinnert sich an die Zeit, als er mit seinen Eltern campen ging und man anstatt eines Kühlschrankes ein Fliegenkästchen hatte, so Rolf Aeschbacher.

Früher sei ihnen sogar die Milch gefroren, erinnert sich Ruth Baumgartner. «Heute sind wir nicht mehr so eisig», meint sie. Sie kommen erst auf den Campingplatz, wenn es warm wird.

Ihm bedeute das Leben auf dem Campingplatz «ziemlich viel», sagt Jakob Dürst. Er könne sich gut erholen und schätze die Natur. Im Frühjahr installiert er alles selber, dann reist auch seine Frau von Bümpliz an. Sie nehmen den Zug bis Faoug und gehen dann zu Fuss bis zum Camping-Platz in Avenches. Die beiden wollen so lange campieren, «bis es nicht mehr geht».

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