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«Gott benützte mich als Modellierholz»

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«Gott benützte mich als Modellierholz»

Autor: Anton Jungo

Wo das Wort nicht mehr sprechen kann, braucht es das Bild; wo das Bild nicht mehr spricht, die Musik; wo die Musik nicht mehr spricht, die Stille. Die Stille ist die Fülle», betont Jean-Sébastien Charrière, Benediktinermönch im Kloster Einsiedeln. Er ist Religionslehrer an der Stiftsschule und beschäftigt sich als Maler. Er ist einer der zwölf «Klosterkünstler», deren Werk in der Heiliggeistkirche ausgestellt ist.

Vielfältiger Ausdruck

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, seinem religiösen Gefühl und seiner Suche nach Gott Ausdruck zu verleihen – also dann, wenn das Wort versagt. Ausgestellt sind Bilder, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Partituren und Paramente (liturgische Gewänder). Die Ausstellung geht auf eine Artikel-Serie der katholischen internationalen Presseagentur (kipa) zurück. Journalistinnen und Journalisten der Agentur haben darin Künstlerinnen und Künstler aus Schweizer Klöstern portraitiert und ihr Schaffen vorgestellt.

Suche nach dem Wesentlichen

«Gott ist die Realität», betont der Zisterziensermönch und Ikonenmaler Jean-Marie Lussi aus dem Kloster Altenryf. Und führt aus: «Aber etwas ist in der Welt zerbrochen, und der Mensch ist auf der Suche nach dieser Realität, nach der verlorenen Harmonie zwischen sich, der menschlichen Gemeinschaft und Gott.» Er versucht in seinen Ikonen das Wesentliche sichtbar zu machen und Inneres und Äusseres miteinander zu verbinden.

Durch Schönheit zu Gott

Jakob Thür ist Jesuit und Gärtner im Ordenshaus im zugerischen Schönbrunn. Er hat sich einen Namen als Fotograf gemacht. Es gehe ihm um mehr als ein paar schnelle Klicks, betont der 83-Jährige. Er will etwas vom Ewigen mitteilen. «Ich wollte das Schöne für den Menschen fast noch schöner darbieten. Und möglichst viele durch die Schönheit zu Gott hinführen», hält er fest.

Türen zu anderer Welt

Auch die gelernte Floristin Isabel Bachmann, Augustinerschwester in Saint-Maurice, sieht sich als Türöffnerin in eine andere Welt. Sie arbeitet als Zeichnerin und Skulpteurin. «Kunst, das sind für jedermann zugängliche Türen zu einer anderen, einer inneren Welt. Der Künstler bearbeitet die Türen zu dieser anderen Welt und ist eigentlich ein Türmacher», versucht sie ihr künstlerisches Schaffen zu deuten.

Die 86-jährige Baldeggerschwester Leonore Jenny versucht das Gleiche in der Musik. Während vierzig Jahren war sie am Lehrerinnenseminar als Musiklehrerin tätig. Sie komponiert und dirigiert. «Ich möchte, dass die Menschen im Gottesdienst etwas von dieser Schönheit, Grösse und Liebe erfahren können, auch durch unsere Musik», erklärt sie.

Caritas Müller, Dominikanerschwester im Kloster Cazis, arbeitet als Kunstkeramikerin und beschäftigt sich auch mit Ölmalerei. Mit ihrem Werk, teils lebensgrossen Keramikskulpturen hat sie sich einen Namen weit über die Klostermauern hinaus geschaffen. Sie versteht ihre künstlerische Tätigkeit als Verkündigung und meint bescheiden: «Gott benützte mich als Modellierhölzchen.»

Die Ausstellung «Kunst aus dem Kloster. Schweizer Ordensleute stellen aus» in der Heiliggeistkirche Bern (am Bahnhof) dauert bis zum 31. August. Öffnungszeiten: Dienstag/Mittwoch von 11 bis 18.30 Uhr; am Donnerstag von 11 bis 20.30 Uhr; am Freitag von 11 bis 16.30 Uhr.

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