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Gott kennt keine käufliche Liebe

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Wort zum Sonntag

Die schlimmste aller Ängste, die einen Menschen befallen können, ist die Angst, nicht geliebt zuwerden. Unbewusst sind wir deshalb immer wieder versucht, uns die Sympathien anderer zu erkaufen, indem wir uns ihren Erwartungen fügen. Wer derartige Beziehungsmechanismen von der zwischenmenschlichen auf die religiöse Ebene überträgt, hat schon rein gefühlsmässig den Eindruck, auch vor Gott zuerst einmal etwas darstellen zu müssen, damit dieser einen überhaupt eines Blickes würdigt.

Aber Gott macht seine Zuwendung zum Menschen nicht von religiösen Vorleistungen abhängig. Auf geradezu provozierende Weise bringt Jesus das in einer seiner Geschichten zum Ausdruck. Ein Gutsbesitzer wirbt am Morgen Arbeiter für seinen Weinberg an. Er einigt sich mit ihnen auf einen Denar für den Tag. Im Lauf des Tages sieht sich der Gutsherr noch mehrmals genötigt, weitere Arbeitskräfte zu mobilisieren. Gegen Abend erhalten alle ihren Lohn. Jeder von ihnen bekommt einen Denar. Die Erstangeheuerten haben natürlich erwartet, mehr zu erhalten. Der Gutsherr aber gibt sich gelassen: «Haben wir nicht einen Denar vereinbart? Wenn ich den zuletzt Angekommenen ebenso viel gebe wie euch, ist das meine Sache» (vgl. Matthäus 20,1-16).

Offensichtlich entspringt das etwas ungewöhnliche Verhalten des Gutsbesitzers nicht einer momentanen Spendierlaune – zumindest ist nirgends die Rede von einem runden Geburtstag. Nach seinem eigenen Bekunden handelt er überlegt, und zwar aus reiner Grosszügigkeit.

Diese Geschichte bildet die Antwort auf die Frage des Petrus, welchen Lohn denn die erwarten dürfen, die Jesus nachfolgen. Jesus entgegnet ihm: «Das Hundertfache und das ewige Leben» (19,29) – also etwas, das viel zu gross ist, als dass ein Mensch es sich je verdienen könnte! Der «Lohn», von dem Jesus spricht, ist ein reines Gnadengeschenk Gottes.

Immer wieder spricht Jesus von der voraussetzungslosen Zuwendung, die Gott den Menschen entgegenbringt. Nie aber ist da von irgendwelchen «Verdiensten» die Rede, mit denen ein Mensch sich Gottes Liebe erwerben könnte – begreiflicherweise, denn Gott kennt keine käufliche Liebe.

Um es mit einem Bild zu sagen: Wie die Sonne nicht scheint und der Regen sich nicht ergiesst, weil die Bäume grünen und die Blumen blühen, sondern damit sie wachsen und sich in ihrer ganzen Pracht entfalten können, so darf man auch Gottes Liebe zum Menschen nicht als Belohnung für irgendwelche guten Werke verstehen. Vielmehr nimmt Gott jeden Menschen an, wie er ist, weil nur auf diese Weise das Gute in ihm Wurzeln fassen und wachsen kann.

 

 Josef Imbachist Verfasser zahlreicher Bücher. Er unterrichtet an der Seniorenuniversität Luzern und ist in der Erwachsenenbildung und in der praktischen Seelsorge tätig.

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