Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Gottéron braucht wieder eine klare Identität

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das Verpassen der Playoffs hat auch sein Gutes. Bei Gottéron sind sich alle einig, dass es Änderungen braucht. Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Nun aber geht es um die Umsetzung. Auf den Klub warten zwei grosse Baustellen: der sportliche Bereich sowie der Bereich der Organisation und Führung des Klubs.

 

 Definitiv ausgelöst wurde die Misere Gottérons durch falsche Entscheide im sportlichen Bereich. In der Retrospektive muss festgestellt werden, dass das diesjährige Team nicht ausgewogen zusammengestellt war–zu viele satte Schönspieler und Mitläufer, zu wenige hungrige, bissige Kämpfertypen. Zu allem Überfluss ist es wegen den vielen Mehrjahresverträgen auch noch sehr schwierig, an diesem Team etwas zu ändern. Trotzdem ist genau das nun die Aufgabe der sportlichen Führung. Dazu benötigt sie Weitsicht. Die Mannschaft braucht wieder eine Idee, eine Identität. Sie muss für etwas stehen. Als Gottéron vor zwei Jahren den Final erreichte, stand das Team für offensiv orientiertes Tempoeishockey und Emotionen. Heute fehlt der Mannschaft eine solche Identität. Mit gezielten Transfers wird der Klub nun versuchen müssen, das Team wieder in eine gewünschte Richtung zu lenken. Trainer Gerd Zenhäusern beteuert, eine kämpferische, emotionalere Equipe aufbauen zu wollen. Das kann durchaus ein Ansatz sein. Wichtig ist, dass er dabei Unterstützung erhält. Die sportliche Verantwortung muss unbedingt auf mehr Schultern verteilt werden. Das Problem ist erkannt, Zenhäusern hat von Anfang an auf mehr Professionalität gepocht. Ein Sportdirektor ist in den Startlöchern, das wird dem Klub genauso gut tun wie ein neuer Assistent, der mehr Impulse geben und Reibungsfläche bieten wird als der wohl zu nette René Matte. Mit David Aebischer kommt ein fixer, ambitionierter Torhütertrainer hinzu. Es wird voraussichtlich eine junge, unerfahrene Equipe sein, die den Klub sportlich führt. Aber eine motivierte Truppe, der es durchaus zuzutrauen ist, gemeinsam Gottéron wieder eine Identität zu verleihen. Zenhäusern soll dabei sein Wörtchen mitzureden haben, muss allerdings genügend entlastet werden, um sich auf sein Kerngeschäft als Trainer zu konzentrieren und der Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken. Denn davon war in dieser Saison noch kaum etwas zu sehen.

 

 Die Erfolgsaussichten der sportlichen Führung hängen unter anderem davon ab, wie erfolgreich die Klubführung arbeitet. Auch hier warten grosse Herausforderungen. Die finanzielle Situation ist angespannt, der Klub wird für diese Saison ein dickes Minus präsentieren. Kommt hinzu, dass er bei den Fans viel Goodwill verspielt hat und das Image des Klubs arg angekratzt ist. Deshalb braucht nicht nur das Team auf dem Eis wieder eine klare Identität, sondern auch der Klub als Ganzes. Oft genug hat Gottéron als Grund für die hohen Abopreise das Fehlen eines Mäzens angegeben. Deshalb gibt es eigentlich nur eine mögliche Identität für den Klub: Gottéron muss der Verein der Fans sein, ein volksnaher Klub, der seine Anhänger, die den Verein tragen, ernst nimmt und sie hätschelt–und so letztlich auch für die Sponsoren attraktiv bleibt. Im Umgang mit den Fans ist in den erfolgreichen Jahren einiges falsch gelaufen in Freiburg–zu arrogant war das Auftreten des Klubs gegenüber den eigenen Anhängern. Das hat in schlechten Zeiten zur Spaltung des Klubs geführt, die nun unbedingt überwunden werden muss. Sponsoren, Fans, Klubführung und Spieler müssen wieder eine Einheit bilden. Dazu braucht es verschiedene Sonderefforts. Die Fans müssen trotz der enttäuschenden Saison auch für nächste Saison wieder ihre Abonnement einbezahlen, und die Sponsoren erklären sich im Idealfall zähneknirschend bereit, angesichts der schwierigen finanziellen Situation einen einmaligen Sonderbeitrag zu entrichten. Das alles klingt utopisch, ist aber wohl die einzige Möglichkeit, um nicht in eine Abwärtsspirale zu geraten.

 

 Um dieser Utopie in der Umsetzung möglichst nahe zu kommen, braucht Freiburg einen weitsichtigen, bei Fans und Wirtschaft akzeptierten Präsidenten. Ihm kommt die schwierige Aufgabe zu, bei Gottéron wieder alle in dasselbe Boot zu holen. Das muss kein Patron oder Alpha-Tier sein, wie mancherorts verlangt wird. Und sicher nicht ein «Mini-Constantin», der sich in die sportlichen Bereiche einmischt. Nein, es braucht einen «rassembleur», wie es auf Französisch heisst. Jemanden, der den Klub einen kann und klassische Gottéron-Werte wie Bodenständigkeit, Volksnähe und Liebe zum Eishockey verkörpert. Dann kann aus Gottéron wieder Gottéron werden.

Mehr zum Thema