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Gottéron erst im Penaltyschiessen stark

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Autor: Kurt Ming

Berns Manager Marc Lüthi, der bekanntlich nebst Siegen von seinem Team auch Spektakel auf dem Eis verlangt, hätte beim vierten und letzten Saisonvergleich zwischen Ambri und Freiburg wohl spätestens nach dem zweiten Drittel eine Herzinfarkt gekriegt. Was die beiden alten Rivalen den nur noch 2745 Fans in der kalten Valascia 65 Minuten lang boten, war spielerisch höchstens mittelmässiges NLB-Niveau. Klar, auf beiden Seiten fehlten eine Handvoll verletzte Leistungsträger, aber dies allein dürfen die Teams für ihren biederen Auftritt nicht als Ausrede vorbringen.

Mit zwei Zählern und dem vierten Sieg im Saisonvergleich wurde Gottéron am Ende fürstlich belohnt. Für die Tessiner hingegen war es eine weitere bittere Heimniederlage im neuen Jahr. Mit den zwei Zählern halten sich die Freiburger sechs Runden vor Schluss der Qualie noch alle Optionen offen.

Afanasenkows Kunstschuss …

Die Zusammenfassung des Schweizer Fernsehens über die Partie fiel erstaunlich kurz aus: Vom ersten Drittel gab es keine Bilder zu sehen, ganz einfach deshalb, weil es keine Torszenen zu vermerken gab. Eigentlich hätte man in dieser Reportage gerade mit dem Penaltyschiessen beginnen können, wären da nicht noch die zwei Überzahltore der Routiniers Benjamin Plüss und Paulo Duca im letzten Drittel gewesen.

Den eigentlichen Höhepunkt sahen die erstaunlich vielen mitgereisten Gottéronfans von ihren Lieblingen dann erst im Penaltyschiessen nach knapp zwei Stunden «Wartezeit». Gottérons Flügelstürmer Dimitri Afanasenkow (31) brachte seine Mannschaft mit seinem Tor nach einer Lambiel-Pirouette auf die Siegesstrasse. Weil danach auch noch Sandy Jeannin und Julien Sprunger endlich etwas für ihren Ruf taten und hinten Goalie Cristobal Huet sicher wie eine Schweizer Bank in den 60er-Jahren stand, war die Entscheidung für den Gast gefallen. Der kräftige und lange verletzte Flügelstürmer Afanasenkow wurde so ein bisschen zum geheimen Matchwinner der Freiburger.

… und Ärger

Freuen konnte er sich allerdings nur bedingt, zu stark war er von der kräfteraubenden Doppelrunde gezeichnet: «In Russland sind wir es nicht gewohnt, zwei Spiele innert so kurzer Zeit zu absolvieren.» Der spezielle Meisterschaftsplan bleibt für ihn ein Rätsel: «Wie kann es sein, dass wir, die schon am Vorabend spielten, noch eine lange Reise nach Ambri machen müssen, während unser ausgeruhter Gegner zu Hause auf uns warten kann.» Die Antwort auf diese durchaus berechtigte Frage kann ihm nur NLA-Spielplaner Willy Vögtlin geben. Einzig den Spielplan für die fehlenden Torszenen verantwortlich zu machen, wäre jedoch zu billig.

Kossmann: «Spiele werden enger»

Bis vor ein paar Wochen lief Freiburgs Tormaschinerie wie am Schnürchen, zuletzt liegt diese Bilanz beim Tabellendritten bös im Argen. In Ambri hatte der Sieger vielleicht drei, vier richtige Torschüsse. Trainer Hans Kossmann kennt die Gründe dafür: «Alle Mannschaften spielen in dieser Phase der Meisterschaft viel defensiver und besser organisiert. Jetzt kann man nicht mehr ungehindert ein halbes Dutzend Tore schiessen, wie dies Anfang Saison zum Teil noch möglich war.»

Ein weiterer Faktor sei natürlich auch die lange Verletzungsliste in praktisch allen Teams. Wenn bei den Drachen das Offensivtrio Heins/Rosa/ Bykow fehlt, ist vorne guter Rat teuer. «Von unserer dritten und vierten Sturmreihe kommt in diesem Bereich im Moment ganz einfach zu wenig Support, und so können sich die Gegner auf unsere zwei ersten Blöcke konzen-trieren.»

Zum Glück konnten Huet und Co zumindest die Gegentrefferquote relativ tief halten. Weil auch bei den Tessinern mit Pestoni und Walker die besten Schweizer Schützen ausfielen, blieb die Torausbeute beim Verlierer wie zuletzt immer unter dem Durchschnitt.

Blick Richtung Playoffs und Playouts

Vorweg bei Gottéron richtet sich der Blick so oder so Richtung Playoffs. Spätestens dann möchte Trainer Kossmann auch wieder personell aus dem Vollen schöpfen können. Am Wochenende fielen nun auch noch Lukas Gerber und Cédric Botter verletzt aus. Gottéron reiste mit dem buchstäblich letzten Aufgebot in die Leventina. Deswegen kam für Goldhelm Julien Sprunger und seinen Chef der Sieg in Ambri mehr als gelegen: «Er gibt uns etwas Luft nach hinten, und auch Platz 1 und 2 sind noch möglich.»

Dazu müssen sich die Drachen jedoch in den verbleibenden sechs Runden in vielen Bereichen klar steigern, denn so billig wie am Samstag wird man wohl im Restprogramm der Liga kaum mehr zu Siegen kommen. Bei Ambri konzentriert man sich trotz dem gestrigen Derby gegen Lugano schon auf die anstehenden Playouts. Wer bis dann die nötigen Tore für den Ligaerhalt schiessen will, ist nach der müden Vorstellung am Samstag die Frage Nummer 1 beim Traditionsklub aus dem Tessin.

Über das Spiel gegen Ambri werden die Gottéron-Fans kaum mehr lange sprechen, dafür über Afanasenkows Penalty-Tor.Bild Keystone

Telegramm

Ambri-Piotta – Gottéron 1:2 n. P. (0:0, 0:0, 1:1)

Valascia. – 2745 Zuschauer. – SR Reiber, Abegglen/Schmid.Tore:48. Plüss (Loeffel, Sprunger/Ausschluss Kobach) 0:1. 51. Duca (Perrault, Kohn/ Ausschluss Afanasenkow) 1:1. –

Penaltyschiessen: Afanasenkow 0:1, Perrault -; Sprunger 0:2, Kohn -; Jeannin 0:3, Raffainer -.

Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 6-mal 2 Minuten gegen Gottéron.

Ambri-Piotta: Bäumle; Noreau, Kobach; Trunz, Kutlak; Casserini, Schulthess; Müller, Sidler; Botta, Perrault, Elias Bianchi; Raffainer, Kohn, Demuth; Duca, Schlagenhauf, Lachmatow; Grassi, Mattia Bianchi, Hofmann.

Gottéron: Huet; Ngoy, Abplanalp; Birbaum, Collenberg; Loeffel, Barinka; Barbezat; Sprunger, Jeannin, Plüss; Gamache, Dubé, Hasani; Cadieux, Lüssy, Vauclair; Knoepfli, Brügger, Afanasenkow.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Westrum, Pestoni, Murovic, Walker, Kariya (alle verletzt), Schaefer und Landry (überzählige Ausländer). Freiburg Gottéron ohne die verletzten Rosa, Heins, Botter, Gerber und Bykow.

Die FN-Besten: Noreau und Huet.

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