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Gottéron lässt aufhorchen

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Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da ging Gottéron im ersten Auswärtsspiel der Saison 2014/15 in Davos mit 2:8 unter. Es war der Beginn eines desaströsen Herbstes. Der Medienchef des HC Davos konnte sich deshalb gestern bei der Medienkonferenz vor dem Spiel nicht verkneifen, Gottérons Medienchef Pierre Reynaud mit einem Schmunzeln nach dem Resultat von damals zu fragen. Er könne sich nicht mehr erinnern, antwortete Reynaud. Die gestrige Partie trug dazu bei, die Erinnerungen auch nicht wieder aufkommen zu lassen, denn desaströs war am gestrigen Auftritt der Freiburger nun wahrlich nichts.

Wille zur Wiedergutmachung

Wer vor dem Spiel beobachtete, wie aufgeputscht Ryan Gardner auf dem Eis herumkurvte oder wie emotional sich Andrei Bykow und Julien Sprunger umarmten, dem wurde schnell klar, wie gross Gottérons Wille zur Wiedergutmachung in dieser Saison ist. Dementsprechend bissig und leidenschaftlich starteten die Freiburger in die Partie. In einem temporeichen ersten Drittel, das hin und her wogte, hatten die Gäste denn auch die klareren Chancen. Die besten vergaben Marc Abplanalp, als er alleine vor dem Tor den Puck an den Pfosten schoss (7.), und Benjamin Plüss, als er in Unterzahl alleine auf Leonardo Genoni ziehen konnte, allerdings am Davoser Hüter scheiterte (16.). Der HCD zeigte sich einen Tick kaltblütiger. In der 19. Minute brach Andrei Bykow im dümmsten Moment der Stock. Zwar unterband Sakari Salminen den Gegenangriff fürs Erste, verlor dann aber in der Vorwärtsbewegung den Puck gleich wieder. Marcus Paulsson schloss den neuerlichen Konter zum 1:0 ab. Der Gegentreffer brachte Freiburg kurz durcheinander, die Fehlerquote stieg. Daran änderte auch die Pause nichts. Als in der 22. Minute Mauro Jörg ungestört durch die Gästeverteidigung spazierte und das 2:0 erzielte, schien es deshalb um die Freiburger geschehen.

Starke vierte Linie

Doch Gottéron bewies Charakter. Nur 26 Sekunden nach dem zweiten Davoser Treffer verkürzte Salminen nach schöner Einzelleistung mit einem satten Handgelenkschuss. Danach kam der grosse Auftritt der vierten Linie Gottérons. Angeführt von einem wirbligen und pucksicheren Flavio Schmutz drehte das Sturmtrio, das eigentlich in erster Linie dafür da ist, Gegentore zu verhindern, das Spiel. Zunächst erzielte Tristan Vauclair nach starkem Pass von Abplanalp den Ausgleich (32.), drei Minuten später gelang dem gewohnt aufopferungsvoll ackernden John Fritsche, diesmal schön in Szene gesetzt von Alexandre Picard, gar die Führung.

Diese Wende liess den Meister nervös werden. Als Fabian Heldner in der 44. Minute eine Zweiminuten-Strafe kassierte, reklamierte Beat Forster so heftig, dass er gleich auch noch auf die Strafbank musste. Julien Sprunger nutzte auf Pass von Andrei Bykow die 5-gegen-3-Situation zur 4:2-Führung. Danach machten die Gäste eigentlich nicht viel falsch, machten mehrheitlich die Mittelzone dicht und liessen nur wenige Chancen zu. Aber ein Spitzenteam wie der HCD benötigt eben nicht viele Möglichkeiten. Als in der 52. Minute Jérémie Kamerzin auf die Strafbank musste, brachte der überragende Jörg die Bündner in Überzahl wieder heran. 40 Sekunden vor Schluss, als Genoni bereits einem sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte, erzielte Samuel Guerra aus einer unübersichtlichen Situation heraus gar den für Freiburg so bitteren Ausgleich.

Starke Neuzugänge

Obwohl Freiburg danach dank Toren von Aushilfsausländer Zach Hamill und Julien Sprunger im Penaltyschiessen doch noch 5:4 gewann, ist es aus Gottérons Sicht in gewisser Weise deshalb auch ein verlorener Punkt. Trotzdem dürfen die Freiburger mit zwei Punkten in einem Auswärtsspiel beim Meister natürlich hochzufrieden sein. Auch wenn es falsch wäre, in Euphorie zu verfallen–immerhin fehlten dem mit drei Ausländern spielenden HCD mit Dick Axelsson, Félicien Du Bois und Dino Wieser drei sehr wichtige Spieler–ist diese starke, leidenschaftliche Mannschaftsleistung zum Saisonauftakt doch ein starkes Zeichen Gottérons, das Grund zur Zuversicht gibt. Auch, weil nicht nur Salminen und Schmutz, sondern eigentlich alle neuen Spieler überzeugten. Von Ryan Gardner, der fast immer am richtigen Ort stand, mit seiner Reichweite zahlreiche Pucks ausgrub und immer wieder mal für Gefahr sorgte, über den grundsoliden und physisch präsenten Alexandre Picard bis hin zu Verteidiger Yannick Rathgeb, der seinen Körper sehr gut einsetzte und vereinzelt sein offensives Potenzial andeutete.

Heute Abend hat Gottéron im Heimspiel gegen Kloten die Möglichkeit, gleich nachzudoppeln und definitiv schwungvoll in die Saison zu starten. Die Flyers dürften nach der gestrigen 3:7-Heimniederlage gegen Biel allerdings bereits ordentlich geladen sein.

Telegramm

Davos – Gottéron 4:5 n.P. (1:0, 1:3, 2:1)

4488 Zuschauer.–SR Mollard/Stricker, Tscherrig/Kaderli.Tore:19. Paulsson (Lindgren) 1:0. 22. (21:45) Jörg (Forster) 2:0. 23. (22:11) Salminen 2:1. 32. Vauclair (Abplanalp) 2:2. 35. Fritsche (Picard) 2:3. 45. Sprunger (Bykow, Kamerzin/Ausschlüsse Forster, Heldner) 2:4. 52. Jörg (Walser, Guerra/Ausschluss Kamerzin) 3:4. 60. (59:20) Guerra (Ambühl, Sciaroni) 4:4 (ohne Goalie).–Penaltyschiessen: Pouliot -, Simion 1:0; Hamill 1:1, Jörg -; Sprunger 1:2, Lindgren -; Mottet -, Sciaroni -; Bykow -, Forster -.Strafen:3-mal 2 Minuten gegen Davos, 4-mal 2 Minuten gegen Gottéron.

Davos:Genoni; Brejcak, Guerra; Heldner, Forster; Paschoud, Schnee-

 

berger; Jung; Sciaroni, Walser, Ambühl; Marc Wieser, Lindgren, Paulsson; Simion, Corvi, Jörg; Ryser, Aeschlimann, Egli.

Freiburg-Gottéron:Conz; Kamerzin, Ngoy; Maret, Abplanalp; Rathgeb, Picard; Neukom, Gardner, Plüss; Hamill, Pouliot, Mottet; Sprunger, Bykow, Salminen; Fritsche, Schmutz, Vauclair.

Bemerkungen:Davos ohne Axelsson, Du Bois, Dino Wieser, Sieber, Kindschi, Kessler und Rampazzo. Gottéron ohne Mauldin, Loichat und Schilt.–23. Corvi verletzt ausgeschieden.–7. Pfostenschuss Abplanalp.–Timeout Davos (35.).–Schüsse: 33:25.

Die FN-Besten:Jörg und Schmutz.

 

Der heutige Gegner

Die Fakten zu den Kloten Flyers

• Kloten holte gleich drei neue Ausländer, die zuletzt in der KHL gespielt haben. Von Omsk kamen Erik Gustafsson (Swe) und Chad Kolarik (Ka), von Sotschi Mark Olver (Ka).

 

• Im April hat Philippe Gaydoul, der die Flyers 2012 vor dem Konkurs gerettet hatte, Kloten für den symbolischen Preis von einem Dollar an die kanadische Investoren-Gruppe «Avenir-Sports» verkauft.

 

• Vergangene Saison verlor Kloten vier von sechs Spielen gegen Gottéron.fs

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