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Gottéron noch nicht über dem Berg

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Autor: Frank Stettler

War die Erleichterung bei den Freiburgern am Freitagabend nach dem 5:1-Heimsieg gegen die Seeländer – nach zuvor sechs Pleiten en suite – noch riesengross, so war der Frust am Samstag im Bieler Eisstadion noch grösser. Allen voran bei Torhüter Cristobal Huet, der seine Kelle wutentbrannt mit Hilfe der Bande zu Kleinholz verwandelte. Ja, die Ernüchterung war immens bei Gottéron. Manch einem verschlug es gar die Sprache, so beispielsweise Serge Pelletier, und dies hängte wohl nicht nur mit seiner starken Erkältung zusammen. Minutenlang blickte der Trainer vor der Kabine auf einer Bank hockend und einen Tee schlürfend ins Leere. Fassungslos darob, was Minuten zuvor geschehen war.

Biedere Hockey-Kunst

Gottéron verlor am Samstag ein Spiel, das es nie und nimmer hätte verlieren dürfen. Nach nur 31 Sekunden, mit dem ersten Schuss, brachte Michael Ngoy seine Farben in Frühung. Es war das ideale Szenario für ein Team, das eben dabei ist, sich sein Selbstvertrauen wieder aufzubauen.

Die Seeländer waren ein dankbarer Aufbaugegner. Individuell Gottéron unterlegen, stellt sich die Frage, wie die Equipe von Kevin Schläpfer gegen Freiburg bis anhin derart viele Punkte sammeln konnte. Klar, Spieler wie Rico Fata oder Ahren Spylo sind immer für einen Effort gut, insgesamt bieten die Bieler aber ganz biedere Hockey-Kunst. Leider passten sich die Freiburger diesem Niveau weitestgehend an. Was die Zuschauer im maroden Eisstadion zu sehen bekamen, war denn auch Eishockey auf Playout-Niveau.

Freiburg zu verspielt

Nichtsdestotrotz, Gottéron hatte die Partie im Griff. Umso ärgerlicher, wurde nicht konsequent der Abschluss gesucht. Oft zeigten sich insbesondere Andrei Bykow und Julien Sprunger zu verspielt und vergaben so aus aussichtsreichen Positionen. Gegen einen anderen Gegner wäre dies schon früh ins Auge gegangen. Nicht so aber gegen den EHC Biel, der teilweise unterirdisch spielte. Besonders im Powerplay, dem statistisch stärksten der Liga, blieben die Hausherren nun wirklich alles schuldig. Gottéron, das unnötig viele Strafen kassierte (Bykow allein musste dreimal in die Kühlbox), konnte es recht sein. Als Robin Leblanc, von Serge Aubin schön ins Szene gesetzt, kurz vor dem Ende des Mittelabschnitts auf 2:0 erhöhte, schien alles klar.

Birbaums Eigentor als Anfang vom Ende

Bis zur 50. Minute, als Verteidiger Alain Birbaum den Puck unglücklich ins eigene Tor ablenkte. So wurde Biel unfreiwillig neues Leben eingehaucht. Gottéron liess sich in der Folge einschnüren und es kam, was kommen musste. Fata egalisierte exakt eine Minute vor der Schlusssirene. In der fälligen Overtime dauerte es nur gerade 47 Sekunden, ehe es erneut Birbaum war, der Spylo fällte, der tschechische Unparteiische eine Strafe anzeigte und die Freiburger unverständlicherweise im Kollektiv aufhörten zu spielen. Der Kanadier erkannte die Situation blitzschnell und bedankte sich für so viel Freiheit mit dem 3:2-Siegestreffer. In nicht einmal zwei Minuten verschenkte Gottéron so zwei so wichtige Zähler.

«Nicht akzeptabel»

«Wir hatten das Spiel in den Händen», ärgerte sich Bykow in den Katakomben, «und dann liessen wir die Bieler wieder aufkommen.» Zuvor habe ihnen Pelletier die Leviten gelesen und geschrien, dass die Niederlage nicht akzeptabel sei, so der wirblige Center. Assistenz-Trainer René Matte, der für seinen Chef sprach, hielt fest, dass die vielen Strafen Kraft gekostet hätten, welche dann in der Schlussphase gefehlt hätte. «Wir können es definitiv besser», sagte Matte fast trotzig. Schade haben es die Spieler nicht gezeigt. Denn so musste «Patient» Gottéron auf dem Weg zur Genesung einen Rückschlag einstecken.

Drei schlagbare Gegner

«Wir haben uns in den beiden Partien gegen Biel im Vergleich zu den vorherigen Spielen sicher gesteigert», analysierte Ngoy. «Noch sind wir aber nicht dort, wo wir sein wollen.» Nein, Gottéron ist noch lange nicht über dem Berg. Antwort auf den Zustand des Teams geben die Spiele dieser Woche. Morgen zuhause gegen Servette und am Wochenende gegen die SCL Tigers und Ambri müssen weitere Punkte her. «Wir sehen erst in den nächsten Spielen, wie es um unser Selbstvertrauen steht», blickte Bykow voraus. Können die Freiburger nicht überzeugen, heisst es wohl «Willkommen im Strichkampf».

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