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Gottéron zeigt Biss und Emotionen

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In die Playoffs schafft es Gottéron in dieser Saison wohl nicht mehr. Obwohl der Rückstand auf das achtklassierte Biel, das gestern in Lausanne verlor, zwei Runden vor Schluss nur noch sechs Punkte beträgt und theoretisch noch wettzumachen ist, bedürfte es dazu immer noch eines kleinen Eishockeywunders. Immerhin aber haben die Freiburger Fans gestern Playoff-Eishockey zu sehen bekommen. Gottéron und Genf lieferten sich einen intensiven, emotionsgeladenen Kampf. Insgesamt war es eine Vorstellung der Freiburger, die für den drohenden Gang in die Relegationsrunde Mut macht.

Die Ereignisse überschlagen sich

Dass der Car der Genfer vor dem gestrigen Spiel im Stau stand, blieb nicht ohne Folgen. Einerseits begann der Match mit einer viertelstündigen Verspätung, andererseits schien den Servette-Spielern das lange Herumsitzen nicht gut getan zu haben. Sie wirkten in den Startminuten doch etwas eingerostet und wurden von einem hellwachen und fast schon entfesselt aufspielenden Gottéron überrumpelt. Ein schöner Handgelenkschuss von Marc-Antoine Pouliot, ein wunderbarer Slapshot von Killian Mottet und schon stand es nach dreieinhalb Minuten 2:0 für Gottéron. Zu viel für Chris McSorley. Weil er unmittelbar vor dem 2:0 ein Foul gegen sein Team gesehen hatte – tatsächlich hatte Mottet Kevin Romy am Rande der Legalität vom Puck getrennt –, schimpfte der aufbrausende Servette-Trainer wild auf die Schiedsrichter ein und tigerte mit bedrohlich rotem Kopf auf seiner Bank hin und her. Sein kalkulierter Wutausbruch verfehlte seine Wirkung nicht. Zwar kassierte Genf deswegen eine Bankstrafe, gleichzeitig war der Schreianfall des Kanadiers aber ein unmissverständlicher Weckruf an seine Spieler. Und – vielleicht noch wichtiger – McSorley schüchterte das Schiedsrichter-Duo Daniel Stricker/Tobias Wehrli damit offenbar dermassen ein, dass die Referees danach in strittigen Situationen stets zugunsten der Genfer entschieden.

Strenger Ausschluss gegen Kwiatkowski

So war das Intermezzo des Trainer-Schlitzohrs der Hauptgrund dafür, dass es trotz Gottérons Blitzstart nach dem Startdrittel 3:3 stand. Der Weckruf an die Spieler führte dazu, dass Jonathan Mercier in Unterzahl noch während der Strafe, die sich McSorley eingehandelt hatte, den Anschlusstreffer erzielte. Die Einschüchterung der Schiedsrichter führte dazu, dass Romain Loeffel gegen Ende des Startdrittels in Überzahl mit zwei Toren Freiburgs zwischenzeitliche 3:1-Führung wieder zunichtemachte. Die Schiedsrichter taxierten ein Foul von Joel Kwiatkowski – der am Donnerstag die medizinischen Tests bestand und deshalb nach überstandener Hirnerschütterung gestern völlig überraschend sein Comeback gab – als Bandencheck. Es war ein strenger Entscheid, der Gottéron letztlich zwei Gegentore einbrachte. Beim 3:3-Ausgleichstreffer stand Genf sogar mit zwei Spielern mehr auf dem Eis, weil während Kwiatkowskis Strafe auch noch Jérémie Kamerzin auf die Strafbank musste. Vor dem Treffer hatte Genf mehr als eineinhalb Minuten lang ohne Torhüter sogar zu sechst gegen drei Freiburger auf das dritte Tor gedrückt.

McSorley verlangt Security

Danach zeigte sich einmal mehr, dass sich bei Gottéron Fans und Spieler in der Rolle des Underdogs und vermeintlichen Opfers am wohlsten fühlen. Selten waren die Freiburger Spieler mit so viel Herz am Werk wie gestern, selten ist das Publikum so laut geworden. Weil es manche Zuschauer mit den Emotionen übertrieben, fast bei jedem Unterbruch Gegenstände auf das Eis warfen und offenbar auch die Genfer Bank so lange mit Worten und Getränken eindeckten, bis McSorley verlangte, dass ein Security die Genfer Bank bewacht, zog sich das Spiel in die Länge. Die ersten Spiele der gestrigen NLA-Runde waren bereits beendet, da lief im St. Leonhard immer noch das Mitteldrittel. Auf dem Eis ging es im zweiten Drittel nicht ganz so hoch zu und her wie zu Beginn des Spiels. Beide Mannschaften spielten defensiv einen Tick disziplinierter, ohne dabei jedoch jemals wirklich sattelfest zu wirken. Matt Lombardis Shorthander in der 34. Minute egalisierte John Fritsche 24 Sekunden später noch im selben Überzahlspiel. Es war sein vierter Saisontreffer, der dritte gegen sein Ex-Team aus Genf. Zwei Minuten später jubelten die Freiburger Fans und Spieler bereits, als die Schiedsrichter nach einem Lattenschuss von Andrei Bykow zunächst auf Tor entschieden. Nach Videostudium nahmen sie den Entscheid jedoch richtigerweise zurück.

Pouliot und Bykow behalten Nerven

Für das Schlussdrittel hatten die beiden Trainer ihren Spielern dann offenbar definitiv mehr Disziplin eingebläut. Richtig heisse Torszenen gab es kaum noch, auch die erste Strafe wurde erst 21 Sekunden vor Schluss ausgesprochen – gegen Genfs Mercier. In der Overtime ging deshalb auch Gottéron-Trainer Gerd Zenhäusern aufs Ganze, nahm Goalie Benjamin Conz vom Eis und liess sein Team zu fünft gegen drei Genfer auf die Entscheidung drücken. Mehr als ein Pfostenschuss von Pouliot schaute dabei nicht heraus. Im Penaltyschiessen behielten Bykow und Pouliot die Nerven, während sämtliche Genfer an Conz scheiterten. Bereits heute kommt es in Genf zur Revanche zwischen den beiden Teams. Der Match ist auf jeden Fall bereits lanciert.

Telegramm

Gottéron – Servette 5:4 (3:3, 1:1, 0:0) n.P.

6218 Zuschauer. – SR Stricker/Wehrli, Dumoulin/Progin.Tore:3. (2:30) Pouliot (Schilt) 1:0. 4. (3:28) Mottet 2:0. 5. (4:21) Mercier (Romy, D’Agostini/Ausschluss Gerber!) 2:1. 11. Kamerzin (Granak, Sprunger) 3:1. 16. Loeffel (Lombardi, Tom Pyatt/Ausschluss Kwiatkowski) 3:2. 19. Loeffel (Tom Pyatt/Ausschlüsse Kwiatkowski, Kamerzin) 3:3. 34. (33:16) Lombardi (Vukovic/Ausschluss Alond!) 3:4. 34. (33:50) Fritsche (Kamerzin/Ausschluss Almond) 4:4. – Penaltyschiessen: Pouliot 1:0, Lombardi-; Mauldin -, D’Agostini-; Sprunger-, Rivera-; Bykow 2:0, Almond-.Strafen:3mal 2 plus 5 (Kwiatkowski) plus 10 (Kamerzin) Minuten plus Spieldauer (Kwiatkowski) gegen Freiburg, 5mal 2 Minuten gegen Genf.

Gottéron:Conz; Ngoy, Kwiatkowski; Abplanalp, Schilt; Kamerzin, Granak; Huguenin; Mauldin, Pouliot, Vauclair; Fritsche, Dubé, Hasani; Sprunger, Bykow, Mottet; Monnet.

Servette:Mayer; Vukovic, Iglesias; Antonietti, Mercier; Loeffel, Trutmann; D’Agostini, Romy, Almond; Tom Pyatt, Lombardi, Taylor Pyatt; Rubin, Kast, Jacquemet; Wick, Rivera, Gerber.

Bemerkungen:Freiburg ohne Plüss, Brügger, Helbling (alle verletzt) und Sprukts (überzähliger Ausländer), Servette ohne Bays, Marti, Bezina, Ranger, Rod (alle verletzt) und Picard (überzähliger Ausländer). Timeout Servette (18.). Pfosten-/Lattenschüsse: Bykow (36.), Pouliot (62.); Lombardi (22.). Romy in 15. Minute mit Kopfverletzung ausgeschieden. Servette zwischen der 17. und 19. Minute 1:40 Minute ohne Torhüter (in doppelter Überzahl), Fribourg von 60:23 bis 62:21 ihne Torhüter (in Überzahl).

Die FN-Besten:Pouliot, Loeffel.

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