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Gottérons Fall ins Bodenlose

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Autor: frank stettler

Neun Runden sind gespielt, und bei Gottéron brennt es definitiv. Der letztjährige Halbfinalist ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Was die Freiburger gestern gegen die Lakers zeigten, glich phasenweise einer Bankrotterklärung. Tristesse pur statt Festspiele im St. Leonhard. Quo vadis, Gottéron?

Null Effizienz

Spätestens nach dem 0:1 in der 13. Minute – zu jenem Zeitpunkt entgegen dem Spielverlauf, dies sei an dieser Stelle erwähnt – war die Verunsicherung der Pelletier-Equipe bis unters frustgeschwängerte Hallendach zu spüren. Bis zur 27. Minute erhöhten Burkhalter, Tschuor und Riesen – ihre Chancen kaltblütig ausnutzend – auf 0:4. Nicht zuletzt dank der gütigen Mithilfe der Gastgeber. Die defensiven Blackouts haben in den Reihen der Saanestädter weiterhin Hochkonjunktur. Frei nach dem Motto: Und täglich grüsst das Murmeltier.

Mangels Center (Jeannin und Bykow mit Gehirnerschütterung ausser Gefecht) musste als überzähliger Ausländer nicht unerwartet Ouellet auf Kosten von Mowers über die Klinge springen. Somit sah sich Trainer Pelletier einmal mehr gezwungen, die Linien durcheinanderzuwirbeln – Gift für die ohnehin schon fehlenden Automatismen. Vorhanden war dafür das Engagement, immerhin. Es wurde um jeden Zentimeter Eis gefightet. Doch mit jedem Gegentreffer schwand der ohnehin bereits bröckelnde Glaube der Freiburger an sich selbst ein Stück mehr. Ratlosigkeit machte sich breit. Nicht, dass sich das Schlusslicht keine Chancen erarbeiten konnte. Aber die offensive Durchschlagskraft, sprich die Effizienz, ist, gelinde gesagt, wahrlich bescheiden. Hinzu kam, dass der Freiburger (!) Manzato im Kasten der Lakers eine ausgezeichnete Partie ablieferte.

Kollektives Versagen

Gottéron geht im Kollektiv unter. Einzelkritik ist fehl am Platz. Es fehlen die Leader, die den Karren aus dem Dreck ziehen. Einmal mehr war der Jüngste (Mottet) der Beste. Immer wenn man denkt, dass die Mannschaft nicht tiefer fallen könne, wie nach der Pleite in Davos, fällt sie noch tiefer. Das Powerplay? Einmal mehr nicht der Rede wert. Spielwitz? Fehlanzeige. Die Spieler haben, wer will es ihnen verübeln, den Spass an ihrer Arbeit verloren. Dies sind denkbar schlechte Aussichten. Die Negativspirale dreht sich munter weiter.

Wenige Impulse kommen auch von der Bank. Klar, die Verletzungen schränken den Handlungsspielraum von Pelletier erheblich ein. Über die Signalwirkung von Entscheiden wie jenem, im Powerplay Lauper und Botter zu bringen, kann man aber sicherlich geteilter Meinung sein. Im Schlussdrittel verhalf der Québécois Ersatz-Goalie Ciaccio zu seinem NLA-Debüt und somit dem Team zu einer defensiv konzentrierteren Leistung. Dennoch kamen die St. Galler zu relativ leicht verdienten drei Zählern.

Der Unmut beim zahlenden Zuschauer wächst. Besonders bitter: Gottéron wurde vom eigenen Anhang verhöhnt. Ein Pfeifkonzert begleitete die wie geprügelte Hunde vom Eis schleichenden Spieler in die Kabinen. Wen wundert es? Heute in Biel, das gegen Gottéron bereits ein Plus von acht Punkten aufweist, spielen die Freiburger erneut mit dem Messer am Hals. Trotz aller Treueschwüre von Präsident Baudin stellt sich die Frage, wie sicher Pelletier im Sattel sitzt. Die Gründe für die Misere scheinen doch tiefgründiger, als so mancher wahrhaben will. Früher oder später haben sich noch überall die Mechanismen des Sports durchgesetzt.

«Wir werden die Situation in Ruhe analysieren», sagte Gottérons Präsident Baudin nach dem Spiel. «Im Moment sehe ich nicht, was ein Trainerwechsel bewirken könnte.»

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