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Gottérons stockende Entwicklung

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Ob beim Fehlstart oder im Hoch, stets hatte Mark French den Entwicklungsprozess des Teams in den Vordergrund gerückt und die Resultate als sekundär bezeichnet. Etwas nach der Hälfte der Regular Season gilt es aber zu konstatieren, dass Fortschritte bei Got­té­ron nicht erkennbar sind. Konstanz ist weiter ein Fremdwort, die guten und die schlechten Phasen wechseln sich munter ab. Das System French, das seine Tauglichkeit in der Vergangenheit schon bewiesen hat, steht und fällt mit der Disziplin. Zu oft lässt die aber zu wünschen übrig, und zuletzt kam Gottéron mitunter auch noch jene Intensität abhanden, die es benötigt, um in dieser kompetitiven Liga erfolgreich zu sein. Das sieglose Wochenende gegen Davos und den ZSC ist ein Abbild dieser Stagnation. Der Kampf um die Playoffs wird für die Freiburger, die nach Verlustpunkten unter dem Strich klassiert sind, nach der Weihnachtspause pickelhart.

Sprunger out

Auch unzufrieden mit der Entwicklung ist man in Zürich. Der Meister liegt völlig unter den Erwartungen, da unter dem Strich, was die Kritik an Trainer Serge Aubin stetig wachsen lässt. Eine Handschrift des Kanadiers ist nicht zu erkennen, weshalb in der Zürcher Presse die Rufe nach HCD-Ikone Arno Del Curto lauter werden. Nun, fester sitzt Aubin mit dem Overtime-Sieg seiner Lions gegen Gottéron nicht im Sattel.

Nach Überzahltoren des Zürchers Kevin Klein und von Philippe Furrer hatte es nach 40 Minuten 1:1 gestanden. Zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr dabei war Julien Sprunger, der nach einem unnötigen Blind-Side-Hit Reto Schäppis unter Pfiffen (!) des Zürcher Anhangs vorzeitig in die Kabine musste (9.). Wie gravierend die Verletzung des Freiburger Captains ist, wird sich heute weisen. Nach dem Spiel wirkte Sprunger im Kabinentrakt nicht sonderlich angeschlagen. Trotzdem ist abzuwarten, ob es sich womöglich nicht doch um eine leichte Gehirnerschütterung handeln könnte – eine Verletzung, die Sprunger bereits zuhauf hatte und die mit jeder zusätzlichen die eine zu viel sein könnte. Durch die nur mit zwei Strafminuten geahndete Aktion kamen kurzfristig Emotionen ins Spiel. Doch nur wenig später war die Stimmung im Hallenstadion wieder so, wie eigentlich immer – ziemlich dröge.

Petterssons Doppelpack

Eher noch als die Lions hätte das im Vergleich zum Vortag gegen Davos kämpferisch verbesserte Freiburg mit der Führung in den Schlussabschnitt gehen können. Schliesslich war es Jonas Holos, der mit einem Hammer Gottéron doch noch in Front (47.) schoss. Die Lions wirkten geschockt, und die Gäste hatten den Sieg schon fast in der Tasche. Doch dann kassierte Noah Schneeberger gut zwei Minuten vor Ende eine Strafe, die Fredrik Pettersson mit dem zweiten Powerplay-Treffer zum viel umjubelten Ausgleich 31 Sekunden vor der Sirene ausnutzte. Und in der Overtime war es dann wieder der Schwede, der die Freiburger mit seinem zweiten Tor des Spiels endgültig ins Elend schoss.

Sorgenkind Boxplay

Wie entscheidend die Special Teams im Eishockey geworden sind, hatte sich bereits tags zuvor im Heimspiel gegen Davos gezeigt, das erstmals von Harijs Witolinsch gecoacht wurde. Nachdem das Spiel nach einem Stromausfall erst mit Verspätung beginnen konnte, zog im Mitteldrittel Sebastian Schilt mit seiner zweiten Spieldauerdisziplinarstrafe (ein Kniestich gegen Anton Rödin) Gottéron den Stecker. Die fünfminütige Überzahl der Bündner nutzte Dario Meyer zu zwei Toren vom 1:1 zum 1:3. Überraschend kam dieser Doppelschlag der läuferisch wieder an die alten Zeiten erinnernden Davoser freilich nicht. Als zu fragil hatte sich das Boxplay der Freiburger bisher erwiesen. Die passive, den Distanzschuss auf das Tor zulassende enge Box, die in der letzten Spielzeit noch so vorzüglich funktioniert hatte, ist für die Gegner ein veritabler Freifahrtschein zum Toreschiessen geworden. Unter 75 Prozent fiel am Samstag die Erfolgsquote von Gottéron im Penaltykilling – ein miserabler Wert und in Kombination mit der Tatsache, dass die Freiburger nach wie vor zu viele Strafen kassieren umso fataler.

Das völlig ungenügende Boxplay fiele weniger ins Gewicht, würde auf der Gegenseite immerhin das Überzahlspiel einträglicher sein. Doch auch in dieser Disziplin sind die Mängel trotz dem Treffer von Furrer am Sonntag, dessen Rückkehr Ruhe und Übersicht an die blaue Linie zurückbrachte, signifikant. Vieles bleibt dennoch Stückwerk. Das ist umso ärgerlicher, weil sich gegen den HCD nach dem Anschlusstreffer Killian Mottets (41.) im Schlussdrittel zweimal die Chance ergab, mit einem Mann mehr auf dem Eis den Ausgleich zu erzwingen. So richtig in Verlegenheit konnten die Freiburger Davos-Hüter Gilles Senn aber nicht bringen, auch nicht in der Schlussminute, als sein Gegenüber Reto Berra, der zuvor die Hoffnung auf Punkte mit einem parierten Penalty von Andres Ambühl genährt hatte, sein Gehäuse zugunsten eines sechsten Feldspielers räumte.

Telegramme

ZSC Lions – Gottéron 3:2 n.V. (1:1, 0:0, 0:1)

11 200 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Wiegand/Oggier, Wüst/Schlegel. Tore: 10. Klein (Noreau, Bodenmann/Ausschluss Vauclair) 1:0. 19. Furrer (Mottet, Bykow/Ausschluss Phil Baltisberger) 1:1. 47. Holos (Walser) 1:2. 60. Pettersson (Klein/Ausschluss Schneeberger) 2:2 (ohne Goalie). 63. (62:02) Pettersson (Klein, Suter) 3:2. Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 6-mal 2 Minuten gegen Gottéron.

ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Blindenbacher, Geering; Noreau, Marti; Karrer; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Bodenmann, Backman, Hollenstein; Pettersson, Suter, Bachofner; Hinterkircher, Prassl, Miranda; Ulmann,

Gottéron: Berra; Schneeberger, Furrer; Holos, Chavaillaz; Abplanalp, Stalder; Mottet, Slater, Marchon; Rossi, Bykow, Bertrand; Sprunger, Walser, Micflikier; Lhotak, Schmutz, Vauclair; Meunier.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Shore (krank), Berni, Sigrist (beide U20), Nilsson, Cervenka und Wick. Gottéron ohne Miller, Marco Forrer (alle verletzt) und Schilt (gesperrt). – 11. Sprunger verletzt ausgeschieden. – Timeout ZSC Lions (58:15), von 58:38 bis 59:29 ohne Goalie.

Die FN-Besten: Pettersson, Furrer.

Gottéron – Davos 2:3 (1:0, 0:3, 1:0)

St. Leonhard. – 6500 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Lemelin/Tscherrig, Altmann/Wolf. Tore: 5. Chavaillaz (Mottet) 1:0. 21. (20:24) Ambühl 1:1. 28. Meyer (Lindgren, Hischier/Ausschluss Schilt) 1:2. 30. Meyer (Lindgren, Ambühl/Ausschluss Schilt) 1:3. 41. (40:34) Mottet (Chavaillaz) 2:3. Strafen: 3-mal 2 plus 5 Minuten (Schilt) plus Spieldauer (Schilt) gegen Gottéron, 5-mal 2 Minuten gegen Davos.

Freiburg-Gottéron: Berra; Abplanalp, Stalder; Holos, Chavaillaz; Schneeberger, Furrer; Schilt; Rossi, Slater, Marchon; Bertrand, Bykow, Mottet; Sprunger, Walser, Micflikier; Lhotak, Schmutz, Vauclair; Meunier.

Davos: Senn; Payr, Nygren; Stoop, Du Bois; Heldner, Jung; Buchli; Rödin, Lindgren, Ambühl; Marc Wieser, Bader, Dino Wieser; Pestoni, Hischier, Meyer; Egli, Aeschlimann, Kessler; Frehner.

Bemerkungen: Gottéron ohne Miller und Marco Forrer, Davos ohne Sandell, Corvi, Paschoud (verletzt), Barandun (U20) und Lindbäck (krank). Rödin verletzt ausge- schieden (26.). – Timeout Davos (60.).

Die FN-Besten: Mottet und Meyer.

Reaktionen

Philippe Furrer: «Das ist alles sehr frustrierend»

Während Zürichs Doppeltorschütze Fredrik Pettersson gestern den Overtime-Erfolg gegen Gottéron als Befreiungsschlag betitelte, hingen die Köpfe nach dem vergebenen Sieg aufseiten der Freiburger tief. «Das Überzahlspiel kurz vor dem Ende war ein Geschenk von uns an die Zürcher», sagte Philippe Furrer, der nach seiner zweimonatigen Verletzungspause in der Doppelrunde vom Wochenende ein starkes Comeback gab, zerknirscht. «Das alles ist schon sehr frustrierend. Wir hätten unbedingt mehr als nur den einen Punkt im Hallenstadion holen müssen.»

Stürmer Flavio Schmutz stiess in dasselbe Horn. «Heute den Ausgleich erneut im Boxplay hinnehmen zu müssen, ist sehr bitter.» Die ungemütliche Lage am Strich lasse den Druck jedoch nicht zusätzlich steigen. «Druck hatten wir schon vor diesem Wochenende. Einige Teams waren uns schon länger dicht auf den Fersen.» Trainer Mark French machte immerhin eine Steigerung gegenüber dem Spiel gegen Davos aus. Am Ende bleibt aber auch bei ihm die pure Ernüchterung. «So zu verlieren ist natürlich ganz bitter.» Es blieben nach der Weihnachtspause 21 Spiele, um die Negativspirale mit sieben Niederlagen in den letzten zehn Partien zu durchbrechen, fügte er wortkarg wie immer hinzu.

Nicht bereit

Tief sass der Frust auch bei Andrei Bykow, der seiner Form – wie auch das ganze Team – hinterherrennt. «Nach den beiden hohen Siegen gegen die SCL Tigers und Davos haben wir uns wohl besser gesehen, als wir es sind.» Dass die Mannschaft jedoch noch nicht so weit sei, um den Sprung in die richtige Spur, sprich die Playoffs, zu schaffen, habe man in Genf gesehen, als sie es Ende November verpasst hatten, sich gar an die Tabellenspitze zu setzen. «Da waren wir schon nicht bereit, um den nächsten Schritt zu machen. In der Weihnachtspause bleibt uns nichts anderes übrig, als weiter hart an uns zu arbeiten.» Trotz den ungenügenden Resultaten lasse sich das Team aber nicht von seinen Zielen abbringen, sagte Bykow entschieden.

Wollen sie diese erreichen, muss bis zum nächsten Spiel am 4. Januar zu Hause gegen Lausanne aber speziell in den Special Teams gehörig was gehen. Andernfalls droht die Saison der Freiburger, trotz namhaften Zuzügen, zu einem Fiasko zu werden.

fs

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