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Gotthardröhre im Gegenwind

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Der Bau einer zweiten Röhre zur Sanierung des Gotthard-Tunnels stösst im Kanton Freiburg auf Widerstand. Ein Freiburger Nein-Komitee um Nationalrätin Valérie Piller-Carrard (SP) und Ständerat Christian Levrat (SP) hat gestern an einer Pressekonferenz die ablehnende Haltung begründet. Im Mittelpunkt stehen für das Komitee die hohen Kosten und die zu geringe Priorität.

Valérie Piller-Carrard sieht den Gotthard-Tunnel unter den verschiedenen Strassenprojekten in der Schweiz nicht als dringend an. Täglich würden 17 000 Fahrzeuge durch den Gotthard-Tunnel fahren, sagte sie. In Bulle würden 25 000, in Belfaux 23 000 und in Prez-vers-Noréaz 15 000 Fahrzeuge pro Tag gemessen. «Im Gotthard gibt es nur saisonale Staus, das hat keine Priorität», sagte sie.

Wie die Nationalrätin ergänzte, stehe der Schweiz eine kritische Phase in der Strassenfinanzierung bevor. Ein entsprechender Fonds neige sich Ende 2018 dem Ende zu, es warten aber Projekte für 1,4 Milliarden Franken, die noch nicht finanziert seien. Die SP-Frau erwähnte dazu den nationalen Agglomerationsverkehr sowie im Kanton Freiburg Vorhaben bei den Autobahnanschlüssen Freiburg-Süd und Düdingen mit der Verbindungsstrasse Birch-Luggiwil.

Auch Ständerat Levrat kritisierte die geplante Finanzierung für 3 Milliarden Franken. Er sagte zwar, dass für die Tunnelsanierung ein separater Fonds geäuffnet werden soll. «Das spielt überhaupt keine Rolle», sagte er. «Entscheidend ist doch: Haben wir die Mittel, um die Fonds zu speisen?» Auch er befürchtet, dass Bedürfnisse für das Freiburger Strassennetz zurückstehen müssten.

Gemäss Levrat ist jetzt zudem ein denkbar schlechter Zeitpunkt, um über die Gotthardröhre abzustimmen. Am 1. Juni werde der Gotthard-Basistunnel für den Bahnverkehr freigegeben. Zuerst müsse man doch schauen, welche Folgen dieser Tunnel auf den Schwerverkehr habe, bevor eine neue Röhre entsteht.

«Die Vorlage ist eine Mogelpackung», so Levrat. «Es heisst, es gehe nur um die Sanierung. Aber wenn ich mein Haus renovieren will, käme es mir auch nie in den Sinn, daneben ein zweites Haus zu bauen.»

Pierre-Olivier Nobs (CSP), Koordinator des Nein-Komitees, ist der Meinung, der Freiburger Staatsrat tue bei dieser Vorlage zu wenig, um die Freiburger Interessen zu vertreten. Er erwähnte, dass in der Schweiz heute nur noch 230 Millionen Franken für alle Aggloprojekte bereitstünden. Alleine für die dritte Phase des Freiburger Agglomerationsplans seien aber 600 Millionen Franken nötig, und die Umfahrungsstrassen-Projekte im Kanton kosteten gegen 750 Millionen Franken.

All dies könne man sparen, wenn der Bund wie beim Brenner eine etwa 250 Millionen Franken teure Sanierung vorsehe.

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