Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Greng will Goldesel-Status behalten

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ein Blick ins statistische Jahrbuch des Kantons Freiburg macht deutlich, dass Greng heraussticht. Der Steuerfuss der kleinsten Seebezirk-Gemeinde ist der tiefste im Kanton, und bei der Klassifikation zum interkommunalen Finanzausgleich liegt Greng in der stärksten Gruppe. Im Gegensatz zu den meisten anderen Freiburger Gemeinden ist Greng nicht verschuldet, sondern weist ein ansehnliches Nettovermögen auf.

Im Fusionsplan des Oberamtes erhält Greng denn auch eine Sonderstellung. Als «Oase» bezeichnet der Seebezirkler Oberamtmann Daniel Lehmann die Gemeinde. Die besondere Steuersituation von Greng stelle für den Kanton einen Trumpf dar, der nicht unbesehen aus der Hand gegeben werden sollte, schreibt Lehmann im Fusionsplan. Er schlägt deshalb vor, dass Greng im Bezirk neben den fünf fusionierten Zentrumsgemeinden als sechste Gemeinde autonom bleiben soll (die FN berichteten).

 Weshalb ist die kleine Gemeinde am Murtensee so reich? «In den vergangenen Jahren haben sich sehr gute Steuerzahler bei uns angesiedelt», sagt Ammann Peter Goetschi. «So konnten wir ein finanzielles Polster im hohen sechsstelligen Bereich bilden.» Zudem habe Greng in den letzten Jahren gut gewirtschaftet und sich nicht viel geleistet.

Die reiche Gemeinde soll laut Oberamtmann Lehmann auch künftig reiche Personen in den Kanton locken. «Personen, die wegen der tiefen Gemeindesteuern nach Greng kommen, zahlen die vollen Kantonssteuern.» Das spüle somit auch mehr Geld in die Kantonskasse.

 Es hat noch Platz in Greng

Falls Greng auch nach der Fusionswelle eine eigenständige Steueroase bleiben sollte, könnten sich noch einige Personen dort ansiedeln. «Wir können moderat weiterwachsen», so Goetschi. Derzeit befänden sich einige Häuser im Bau, und zudem habe die Gemeinde noch rund eine Hektare Land frei, wo sich 20 bis 30 Personen ansiedeln könnten. Greng als Wohnort ist gefragt: «Die meisten Häuser werden unter der Hand verkauft.»

 Ob sich der Kanton Freiburg von diesen Trümpfen überzeugen lässt, will die zuständige Staatsrätin Marie Garnier noch nicht sagen. Der Kanton könne die Gemeinden nicht zwingen, zu fusionieren, betont sie gegenüber den FN. «Ein solcher Sonderstatus dürfte aber nicht die anderen Gemeinden benachteiligen.»

Goetschi glaubt nicht, dass der Kanton Greng im Fusionsplan eine Sonderstellung zugestehen wird. Mit dieser Entscheidung würde sich die Regierung aber ins eigene Fleisch schneiden, ist der Ammann überzeugt. Bei einer Fusion würde nämlich der tiefe Steuersatz der Gemeinde Greng zwangsläufig an den viel höheren Steuersatz der neuen Gemeinde angepasst. Und die Einwohner von Greng müssten tiefer in die Tasche greifen.

Abzug in den Kanton Zug

Im Fall einer Fusion und der damit verbundenen Steuererhöhung würde Greng nicht nur seine Anziehungskraft für gute Steuerzahler verlieren, sondern auch wohlhabende Einwohner, ist sich Goetschi sicher. Es hätten ihm bereits einige mitgeteilt, ihren Steuersitz in diesem Fall in einen steuerlich attraktiveren Kanton zu verlegen. Goetschi steht einer Fusion aber nicht nur aufgrund der finanziellen Auswirkungen kritisch gegenüber: «Ich wünschte mir, dass Fusionen grundsätzlich kritischer hinterfragt würden, als es derzeit der Fall ist.»

Nicht nur Grengs Ammann Peter Goetschi, sondern auch Oberamtmann Daniel Lehmann will dafür sorgen, dass Greng eigenständig und somit solange wie möglich eine Steueroase bleibt. Es brauche zwar Solidarität unter den Gemeinden, meint Lehmann. «Aber der Kanton sollte nicht den Ast absägen, auf dem er selbst sitzt.»

Zahlen und Fakten

158 Einwohner, dienicht verschuldet sind

Steuertechnisch lässt es sich in der Gemeinde Greng gut leben. Die Gemeindesteuern liegen bei 25 Prozent der einfachen Kantonssteuer, der Ansatz der Gemeindesteuern ist somit der tiefste im ganzen Kanton. Greng ist auch eine der finanzkräftigsten Gemeinden: Der Steuerpotenzialindex ist mit 456 Punkten der höchste im ganzen Kanton. Das Nettovermögen pro Einwohner beträgt 56158 Franken. Ende 2009 betrug die ständige Wohnbevölkerung 158 Personen.hs

Mehr zum Thema