Freiburg 11.07.2018

15 Prozent von Freiburgs Ladenlokalen sind leer

Ein leeres Lokal an der Lausannegasse.
Freiburg hat erstmals die leer stehenden Ladenlokale im Zentrum gezählt. Die Resultate sollen helfen, die Stadtquartiere zu beleben.

Der Strukturwandel macht auch vor Freiburg nicht halt: Online-Shopping und grosse Einkaufszentren ausserhalb der Stadt machen den Geschäften im Zentrum zu schaffen – besonders in der Altstadt (die FN berichteten). Die Stadt will nun regelmässig die leer stehenden Ladenlokale zählen. Mit diesen Daten sollen die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt sowie politische Massnahmen besser eingeschätzt werden können und Schritte eingeleitet werden, um mit dem Wandel umzugehen.

Im April hat die Stadt erstmals Zahlen erhoben, wie sie am Dienstag mitteilte. Sie zählte die Ladenlokale in jenem Bereich der Stadt, in dem gemäss städtischem Ortsplan im Erdgeschoss Gewerbler, Restaurants oder Dienstleister eingemietet sein müssen. Das Resultat: 15 Prozent aller Ladenlokale in dieser Zone stehen leer – das sind 83 Lokale von insgesamt 527.

Mehr als die Hälfte der besetzten Lokale nutzen Dienstleistungsbetriebe, wie etwa Banken oder Versicherungen, nämlich 56 Prozent. In 28,3 Prozent der Lokale sind Gewerbetreibende und in 24,8 Prozent Restaurants oder Take-aways tätig. Weil einige Lokale mehrfach genutzt werden, ergibt das zusammen mehr als 100 Prozent.

Im Burgquartier gibt es mehr Geschäfte von Gewerblern als im Rest der Stadt, nämlich 43,5 Prozent. 37,9 Prozent der Lokale sind laut der Studie von Dienstleistern und 21,5 Prozent von Restaurants besetzt. Der Anteil der leeren Ladenlokale ist mit 13,5 Prozent etwas geringer als im Rest der Stadt. Dennoch: Wenn mehr als zehn Prozent aller Ladenlokale leer stehen, gilt das als problematisch, weil dadurch das Leben aus den Quartieren weicht.

Kultur statt Werbung

Die Stadt stört sich daran, dass fast die Hälfte aller leeren Schaufenster mit Plakaten und Werbung zugepflastert sind. Das gebe ein wenig attraktives Bild ab und habe einen Einfluss auf die Geschäfte in der Umgebung, heisst es in der Mitteilung. Um die Vitrinen zu beleben, empfiehlt die Stadt, sie Kulturschaffenden zur Verfügung zu stellen. Die Besitzer könnten sich mit der Verantwortlichen für wirtschaftliche Entwicklung der Stadt in Verbindung zu setzen, um Lösungen für ihre Lokale zu finden.

Die Stadt plant eine nächste Analyse im Oktober 2018 und weitere im kommenden Jahr. Aufgrund der Resultate will sie einen gezielten Aktionsplan ausarbeiten.