NORÉAZ 13.03.2019

50 000 Liter Gülle in die Sonnaz gelangt

Eine braune Brühe fliesst in Richtung Schiffenensee.
Bereits zum zweiten Mal entwich in der Nacht auf gestern aus einer Biogasanlage bei Seedorf Jauche in die Sonnaz. Die genauen Ursachen und Folgen dieses Unfalls werden derzeit noch untersucht.

Infolge einer Panne in einer Biogasanlage gelangten gestern Morgen bei Seedorf 50 Kubikmeter – also 50 000 Liter – Gülle in den Bach Sonnaz. Laut dem Präsidenten des Freiburgischen Bauernverbands, Grossrat Fritz Glauser (FDP, Châtonnaye), entspricht dies sechs bis acht durchschnittlich grossen Güllefässern. Wie das Amt für Umwelt in einem Communiqué mitteilt, trat die Störung um 0.30  Uhr auf, wonach die Jauche über die Reinabwasserkanalisation in die Sonnaz gelangte. «Wie es genau zu dieser Störung kam, wird gegenwärtig noch untersucht», sagte Corinne Rebetez, Kommuni­kationsverantwortliche der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion, auf Anfrage.

Um 7  Uhr morgens wurde Alarm ausgelöst, woraufhin ein knappes Dutzend Mitarbeitende des Amts für Umwelt, des Amts für Wald, Wild und Fischerei, der Polizei und der Freiburger Stützpunktfeuerwehr ausrückten. Sofort nach Auslösung des Alarms wurden Massnahmen an der Quelle der Verschmutzung getroffen, wie es seitens des Amts für Umwelt heisst. Daneben wurde ein System eingerichtet, um zu verhindern, dass das Wasser der Sonnaz in die beiden flussabwärts gelegenen Fischzuchten fliesst.

«Weil Gülle wasserlöslich ist, war es nicht möglich, die Verschmutzung mit Sperren abzufangen», so Rebetez. Deswegen sei die im Wasser der Sonnaz gelöste Gülle den Bach hinuntergeflossen. Gestern Abend habe sie den Schiffenensee erreicht. «Die Ökosysteme der Sonnaz und der Saane wurden in Mitleidenschaft gezogen», so Rebetez. Wie gross die Schäden am Fischbestand seien, werde erst in den kommenden Tagen beurteilt werden können. Die Eigentümerinnen und Eigentümer der öffentlichen Trinkwasserfassungen in der Nähe der Verschmutzung wurden laut dem Amt für Umwelt über die Situation informiert. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht laut Rebetez nicht, es werde aber davon abgeraten, in den nächsten Tagen im Schiffenensee zu baden. Der Verursacher der Verschmutzung wird laut dem Amt für Umwelt bei der zuständigen Behörde angezeigt.

Schon im Dezember

Es ist nicht das erste Mal, dass aus dieser 2013 eingeweihten Biogasanlage Gülle ausläuft. Bereits Mitte Dezember 2018 hatte dort laut einer Meldung der Kantonspolizei die Dichtung einer Biogasleitung nachgegeben, woraufhin eine grosse Menge an Gülle in die Sauberwasserkanäle floss, die in die Sonnaz führen (die FN berichteten). Die Feuerwehr konnte damals den Schaden beheben. Zwar wurde eine Schädigung des Ökosystems, aber kein Fischsterben beobachtet.