Freiburg 30.06.2017

Ältere Menschen in der modernen Gesellschaft

Wie kommen ältere Menschen in der Stadt Freiburg zurecht? Die ZiG-Reporter haben bei einer Sensler Seniorin nachgefragt.

Wie denken die Vertreter der letzten oder vorletzten Generation über die modernen Errungenschaften von heute? Diese Frage stellten sich die ZiG-Reporter, und sie haben mit einer Rentnerin aus dem Sensebezirk darüber gesprochen. Die 69-jährige Martha Siffert ist auch nach ihrer Pensionierung noch aktiv und viel unterwegs. Die ZiG-Reporter interessierten sich vor allem dafür, welchen Eindruck sie als Vertreterin einer älteren Generation von der heutigen Stadt Freiburg hat.

Viel mit dem Zug unterwegs

Obwohl sie nicht im Besitz eines Abonnements sei, komme sie oft mit dem Zug nach Freiburg, sagt Siffert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis finde sie jedoch nicht besonders gut. Ihrer Meinung nach sind die Preise heutzutage viel zu hoch. Ob sie Schwierigkeiten habe, sich an den Ticketautomaten ein Billett zu kaufen? «Das ist im Prinzip nicht schwer. Ich selbst bin es, die die Sache manchmal komplizierter macht, als sie eigentlich ist», sagt sie und schmunzelt. Etwas enttäuscht zeigt sich Siffert über das fehlende Entgegenkommen der Jüngeren: Erfahrungsgemäss seien die Züge und auch die Busse während der Stosszeit sehr gut besetzt, und es gebe leider nur selten Personen, die aufstehen und älteren Leuten den Platz anbieten.

Da Martha Siffert hauptsächlich in Freiburg einkaufen geht, fragten sie die ZiG-Reporter, ob sie die neuen Self-Check-out-Kassen bei den grossen Supermarktketten schon einmal verwendet habe. Ganz euphorisch schwärmt sie von dieser neuen Technologie: Diese sei praktisch und noch dazu sehr einfach zu bedienen. «Für mich vereinfacht sich der Einkauf dadurch extrem. Es hat den Vorteil, den Einkauf direkt einpacken zu können, ohne ihn zuvor noch einmal auf das Fliessband zu legen», so Siffert. Auch dass man heutzutage immer mehr mit der Kreditkarte zahle, finde sie nicht schlimm. Im Gegenteil: So könne die Kriminalität eingeschränkt werden.

Um in Freiburg kommunizieren zu können, kommt man um die französische Sprache nicht herum. Für Martha Siffert ist die Sprache aber kein Hindernis. Während eines Aufenthaltsjahrs im französischsprachigen Teil des Kantons habe sie sehr viel Französisch gelernt. Jedoch gebe es in Freiburg noch viel Verbesserungspotenzial in Sachen Zweisprachigkeit: Zum Beispiel habe sie oft das Gefühl, dass die französischsprachige Bevölkerung in der Stadt Freiburg die Oberhand gewinne.

Nur wenige Hindernisse

Aus dem Gespräch mit Martha Siffert schliessen die ZiG-Reporter, dass es für sie nur wenige Hindernisse bei einem Besuch in der Stadt Freiburg gibt. Die Probleme, die von ihr angesprochen wurden, könnten gemäss der Einschätzung der ZiG-Reporter eigentlich leicht gelöst werden. Dazu braucht es aber Mitarbeit und Bereitwilligkeit von allen.

Öffentlicher Verkehr

Die Zeiten fürs Umsteigen sollten verlängert werden

Im Alter schwindet die Seh- und Hörfähigkeit, und ab einem gewissen Zeitpunkt kann den älteren Menschen der Führerausweis entzogen werden. Viele Senioren sind deshalb auf öffentliche Fortbewegungsmittel angewiesen. Allerdings stossen die Senioren bei Reisen mit dem öV auf Hindernisse: zu kurze Umsteigezeiten, Gedrängel beim Einsteigen oder komplizierte Ticketautomaten. Eine Studie des Bundesamtes für Verkehr von 2015 besagt, dass die Umsteige- und Haltestellenaufenthaltszeiten um 30 bis 40 Prozent verlängert werden müssten, um den Senioren gerecht zu werden. Dadurch würde allerdings das Gesamtsystem des öV negativ beeinflusst, was zu einem grossen Anpassungsbedarf führen würde. Es gibt allerdings auch erschwinglichere Massnahmen. So verursachen etwa vergrösserte Einsteigeplattformen, eine bessere Fahrgastverteilung in den Verkehrsmitteln sowie Hilfsmittel zur Reisevorbereitung und Begleitmassnahmen nicht allzu hohe Kosten.

Tiziana Merli